Glowing Halo
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About the author
calavino
Novel: Königliche Republik
Genre: Historical Fiction
50,863 words so far   Winner!

About calavino

Location: Calavino (TN) - Italia

Home Region:
Europe :: Italy

Age:55

Website: http://www.annemarie-nikolaus.de

Favorite music: Piazzola, Ravel, Tschaikowski

Joined: November 12, 2004

This Year: Municipal Liaison

NaNoWriMo History:
'04 '05 '06 '07

NaNoWriMo posts: 73

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Synopsis: Königliche Republik

Neapel 1647 bis 1648. Eine junge Patriziertochter muss sich zwischen ihrem Bruder und der Liebe ihres Lebens entscheiden.

Excerpt: Königliche Republik

Der Nachbar schob den Vorhang beiseite und warf
einen Blick nach draußen. „Ihr bleibt hier, Signorina!“

„Aber ...“

„Keine Widerrede. Euer Bruder bringt mich um,
wenn Euch etwas passiert. ­ Es ist eh nichts mehr zu machen.“

Er stieg aus, noch ehe die Kutsche ganz
angehalten hatte, und blickte sich um. „Cesare,
sorg dafür, dass die Signorina hier bleibt.“

Die anderen Männer folgten ihm. Mirella stand auf.

„Signorina, bitte.“

Sie schenkte Cesare ein Lächeln. Er war kaum
älter als sie; sie sollte ihn bezaubern können.
„Du kannst mich doch aussteigen lassen. Ich möchte sehen, was passiert.“

Seine Miene blieb starr. „Schaut aus dem
Fenster.“ Er legte die Hand auf den Türgriff.

„Wolltest du nicht auch helfen?“

Er nickte. „Das habt Ihr vereitelt.“

Mirella schlug einen Moment wie beschämt die
Augen nieder und senkte ihre Stimme. „Ds tut mir
Leid.“ Sie blickte hoch. „Aber geh nur. Nimm
deinen Eimer und hilf. Mir wird schon nichts passieren.“

Er nahm tatsächlich seinen Eimer hoch; aber dann
krallte er beide Hände um den Henkel und drückte
die Arme steif an den Körper. Er sah sie nicht an. „Ich gehorche dem padrone.“

Mirella öffnete das Fenster, stemmte die
Ellenbogen auf den Rahmen und streckte den Kopf hinaus.

Vor den Lagerhäusern am Ende des Piers schien ein
Kampf im Gange zu sein. Im Feuerschein blitzten
Messer und Säbel auf; hell klirrte Metall auf
Metall. Männer brüllten; zuweilen gab es einen
lang gezogenen Schrei, der nach Schmerz klang.

Wo waren Dario und ihr Vater?

Mirella fasste nach r dem Türgriff, aber
Cesare hielt ihre hand fest. Blitzschnell bückte
sie sich beugte sie sich herunter und biss ihn in die Finger. Er

Seine Hand fuhr zurück; sie riss die Tür auf und
sprang hinaus. Als sie sich aufrichtete, war er neben ihr und packte sie.

„ihr bleibt hier!“ Er presste sie an sich, umklammerte sie mit beiden Armen.

Sie trat nach ihm und strampelte, aber es half
nichts. Er war stärker, hob sie hoch und schob sie in die Kutsche zurück.

Ihre Köpfe stießen aneinander. Da drehte er ihr
das Gesicht zu. In seinen Augen blitzte es auf ­
und dann küsste er sie. Sein Mund lag hart auf
dem ihren, dann wurden seine Lippen weich und
sanft. Es fühlte sich an, als striche Seide über ihr Gesicht.

Er ließ sie abrupt los. „Vergebt mir, Signorina,
wenn Ihr könnt. Ich habe mich vergessen.“

Sie starrte ihn mit halb geöffnetem Mund an. Jetzt müsste sie ihn ohrfeigen.

Mirella hob ihre Hand; sie legte ihre
Fingerspitzen auf ihre Lippen und starrte ihn weiter an.

In Cesares Augen glomm immer noch ein Licht; und
es war nicht der Widerschein des Feuers.

Mirella atmete durch. „Es geschehen viele Dinge
in diesen Tagen, die nicht schicklich sind.“

Sie blickte hinüber zu den Lagerhäusern. Die
Männer hatten ihre Zweikämpfe weitgehend beendet
und schienen zur Vernunft gekommen. Sie
formierten Ketten und begannen, Eimer zum Löschen
weiterzureichen. Aber sie hatten den Kampf um das
Lagerhaus aufgegeben und versuchten nur noch, ein
übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Gebäude zu verhindern.

„Wir sollten beide helfen.“

Cesare drehte sich um. Dann nickte er. „Wir
stellen uns ans Ende der Wasserkette.“

Erleichtert ließ Mirella sich von ihm aus der
Kutsche helfen. Wieder waren sie sich ganz nahe.
Aus seinem Haar strömte ein süßlicher Duft und
überdeckte für einen Moment den Geruch des Rauchs, der zu ihnen herüber wehte.

Sie packten ihre Eimer an den Henkeln und liefen
zu den Helfern an die Kaimauer.

Immer wieder blickte Mirella sich suchend um,
während sie Eimer um Eimer weiterreichte, die
Cesare und ein zweiter Mann aus dem Meer hoch
zogen. Aber sie sah weder den Nachbarn noch Dario oder Enzo.

Bald darauf tat es einen krachenden Schlag und
dann stürzte die brennende Fassade des
Lagerhauses nah vorn; laut prasselte eine
Stichflamme hoch. Cesare riss Mirella zu Boden
und warf sich über sie. Eine Hitzewelle fegte über sie hinweg.

Einen Moment später half er ihr auf die Beine.
Ihre Knie brannten, aber sie wagte nicht sie
scheute sich, ihre Röcke zu heben und nachzusehen.

„Es ist gefährlicher als ich dachte. Ich habe es
unterschätzt. Kommt, ich bringe Euch zur Kutsche zurück.“

Sie gab ihm ihre Hand und bemühte sich, nicht zu
hinken, als sie neben ihm herlief. Er sollte sich
keine Vorwürfe machen. Aber als sie das Knie
beugte, um in die Kutsche zu steigen, entfuhr ihr
doch ein Stöhnen. Doch er schien es nicht zu bemerken.

Cesare lehnte sich an die Kutsche, den Blick zum Brandherd.

Es war finstere Nacht, als die Männer schließlich
ihre Eimer absetzten. Das Lagerhaus war ein
rauchender Haufen, aus dem das Skelett einzelner
Balken wie Finger in den Nachthimmel ragten.

Cesare drehte sich zu Mirella um.

„Ob sie etwas von den Waren retten konnten?“

„Kaum. Was nicht verbrannt ist, wird das Wasser
vernichtet haben. Und wo sollten sie auch hin damit?“

Seufzend lehnte sie sich zurück. Die Knie
brannten und vorsichtig lupfte sie den Rock,
damit der Stoff nicht festklebte. Ihre Schultern
schmerzten von der ungewohnten Last der
unzähligen Eimer. Und sie war müde; sie wünschte
sich nur noch, auf der Stelle in ihr Bett kriechen zu können.

Kurz darauf kam der Nachbar mit seinen Männern
zurück. Er musterte erst Cesare, dann Mirella und
zog missbilligend die Augenbrauen zusammen. Aber
er sagte nichts, als er einstieg.

„Habt Ihr Dario gesehen? Und Vater?“

Er nickte. „Sie räumen auf, um Brandnester zu finden.“

Mirella schluckte; und dann wagte sie es. „Was ist übrig geblieben?“

Er strich ihr mit dem Zeigefinger die Wange
entlang. „Wo kommt die Rußspur her?“

„Ihr habt meine Frage nicht beantwortet.“

„Nichts, Kind.“

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