caitlin carrol
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Synopsis
Der Kampf gegen die Toten
war
sein Leben.
Einen Erben zu zeugen
ist
seine Pflicht.
Die Liebe
wird
sein Untergang.
Excerpt
A scene, which won't appear in the novel, but i wrote to get to know my characters better:
„Glaubst du etwa, ich hätte es nicht gesehen?“ Noelia hockte im Schneidersitz auf meinem Bett, grinste mich an, während ich an meinem Schreibtisch saß und versuchte, mich auf die Lektüre für die morgige Vorlesung über Magiespeicherung zu konzentrieren.
„Ich weiß nicht, wovon du sprichst“, erwiderte ich, klammerte mich an die Sätze auf dem Papier, weil ich sehr genau wusste, worauf Noelia anspielte und was sie hören wollte und signalisierte ihr, indem ich weiter las, dass das Gespräch für mich hiermit beendet war.
Nicht jedoch für sie! „Wirklich nicht? Gib’s schon zu: du bist gestern vollständig in seinen braunen Augen versunken“, schwärmte sie und nun sehe ich sie doch an, was ich eigentlich nicht wollte, „und hast dir vorgestellt, wie es wäre, von seinen starken Arme gehalten zu werden, durch sein schwarzes Haar zu streichen und sich seine Lippen auf …“
„Halt die Klappe“, unterbrach ich sie und schmiss einen Kuli nach ihr, unter dem sie sich lachend duckte. Meine Stirn glühte, ich war bestimmt hochrot. „Wir kennen Dareios jetzt seit einer knappen Woche und du hast dich gestern mal wieder keinen Zentimeter von Juan wegbewegt: natürlich unterhalte ich mich mit ihm, wenn wir zusammen in einer Bar hocken und meine Freundin lieber das Tanzbein schwingt. Mit wem denn sonst?“
„Nun, ich habe gestern eine ganze Menge gut aussehender Kerle gesehen, von Dareios einmal abgesehen natürlich.“ Grinsend griff sie nach meiner Nagelfeile und machte sich an ihren Nägeln zu schaffen. Ich knirschte mit den Zähnen. Sie wusste, dass es mich nervte, mich mit jemandem zu unterhalten, der mir nicht ins Gesicht schaute. „Aber die sind dir wahrscheinlich nicht aufgefallen, weil du nur Augen für ihn hattest.“
„Blödsinn“, knurrte ich, versuche erneut, das Gespräch zu beenden. Da zur Speicherung von Magie eine hohe Temperatur von Nöten ist, lässt sich Magie am besten in Elementen speichern, die einen hohen Schmelzpunkt haben. Am besten eignen sich demnach Wolfram und Eisen, gefolgt von Gold und Kupfer. Magie hingegen in Zinn oder Blei speichern zu wollen, gelingt in den seltensten Fällen, da das Metall zuvor schmilzt. Um zu verhindern, dass das Metall vor der Speicherung der Magie oxidiert, finden die Magiespeicherungen nur im Vakuum statt. Weiter zu beachten sind Schutzanzüge, die aus den Schuppen der Feuerbartagame hergestellt sein müssen, da nur sie den hohen Temperaturen …
Noelia riss mir die Papiere aus der Hand – zum Glück hatte ich sie nicht sehr fest gehalten, sonst wären sie zerrissen – und hob sie hoch, sodass ich sie nicht mehr erreichen konnte.
„Hey“, protestierte ich und sprang auf, doch da meine Freundin fast einen halben Kopf größer war als ich, blieben meine Bemühungen vergebens. Schließlich schubste sie mich auf mein Bett. „Was soll das?“, fauchte ich und funkelte sie von unten herauf an.
„Weißt du, Carolina, so wird das nie was“, antwortete sie. „Du kannst dich nicht dein ganzes Leben lang im Lernen verkriechen.“
„Das Leben ist ein Lernprozess“, knurrte ich.
„Ja“, bestätigt sie, während sie meine Blätter auf meinen Schreibtisch legte, allerdings so, dass ich nicht ohne weiteres an sie herankam, und sich nun an meiner statt auf den Stuhl setzte, die Papiere bewachte. „Aber bei dir ist das Leben eine Begleiterscheinung zum Lernen, Süße, und eigentlich solltest du Leben und dabei etwas Lernen.“
„Ich sehe da keinen Unterschied“, erwiderte ich patzig und verschränkte die Arme vor der Brust. Noelia konnte mir mit ihren Weisheiten manchmal echt gestohlen bleiben. So gerne ich sie auch hatte, ich brauchte mir nichts von ihr anzuhören, nur weil sie schon verheiratet war und ich seit zwei Jahren Single! Wen belastete denn das? Sie oder mich?
Noelia seufzte. „Der Unterschied liegt darin, dass für dich das Lernen das einzig wichtige ist. Ehrlich, Carolina, ich bin dir ja nicht böse, aber in den letzten Wochen hattest du kaum Zeit für mich.“
Empört schnappte ich nach Luft. Ich hatte keine Zeit für sie? „Entschuldige bitte, dass ich lieber lerne als mit dir und Juan das dritte Rad am Wagen zu spielen!“
„Siehst du, genau da liegt das Problem: Du brauchst endlich einen festen Freund!“
Ich schluckte, kaschierte es, indem ich die Augen verdrehte. Wieso hakte Noelia ständig darauf herum? „Können wir bitte das Thema wechseln? Ich habe wirklich keine Lust …“
„Ich verstehe dich nicht“, unterbrach sie mich. „Ich weiß, Antonio hat dir weh getan, aber …“
„Er hat mich betrogen, Noelia!“ Nun reichte es mir endgültig. „Genau genommen hat er seine Freundin betrogen: ich war von Anfang an nur ein Betthüpfer für ihn, die hübsche, dumme Blondine, der man irgendwelche Liebesschwüre vorsäuseln kann und ich dumme Nuss habe geglaubt, wir würden heiraten! Ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, eine Familie mit ihm zu gründen, Kinder mit ihm zu haben, Scheiße, ich wollte das alles wirklich. Und dann kommt mein liebes Brüderchen und erzählt mir, dass Antonio längst verlobt ist. Und das Schwein hat nichts Besseres zu tun, als mir knallhart ins Gesicht zu sagen, dass ich … ich …“ Ich schluchzte, brachte es nicht über die Lippen: Eine nette Abwechslung. So hatte er mich bezeichnet. „Wie kannst du das nicht verstehen?“, fragte ich mit tränenerstickter Stimme.
Plötzlich saß Noelia neben mir und legte ihren Arm um mich. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass sie aufgestanden war. Doch es war auch egal. Ich vergrub meinen Kopf an ihrer Schulter, weinte. Wie viele Tränen hatte ich bereits wegen diesem Kerl vergossen? Und noch immer, zwei Jahre später, bekomme ich die Worte nicht aus meinem Kopf, holt mich der Schmerz jedes Mal von neuem ein.
„Ich weiß, dass er ein Arsch war und ist, Schatz, aber ehrlich: es sind nicht alle Männer so wie er. Schau dir Juan an. Ich habe nie eine treuere Seele gesehen als ihn. Manchmal denke ich, ich habe ihn gar nicht verdient. Und irgendwo dort draußen läuft auch ein Kerl wie Juan für dich herum, da bin ich ganz sicher“, flüsterte Noelia.
Ich schniefte. „Woher soll ich wissen, dass er mich nicht auch hintergeht?“
„Was das anbelangt bleibt dir leider nichts anderes übrig, als ins kalte Wasser zu springen und es zu versuchen“, meinte sie. „Aber ehrlich: ich glaube, so einer ist Dareios nicht. Er ist zwar manchmal super ungeschickt und tollpatschig, gerade mit seinen Anmachsprüchen, doch im Grunde hat er ein gutes Herz.“
Ich lachte, wischte mir die Tränen von den Wangen. „Und das weißt du nach einer Woche?“
„Das habe ich vom ersten Moment an gewusst, so was sehe ich doch!“ Gespielt verärgert stemmte sie die Hände in die Hüften. Gleich darauf wird ihr Blick wieder weicher. „Also, was ist? Willst du es nicht versuchen? Ich weiß, dass er dir gefällt und ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass er dich auch mag. Vielleicht ist er nicht der Richtige, aber er könnte dich zumindest auf andere Gedanken bringen. Triff dich mit ihm, rede mit ihm und lass es einfach mal zu: wer weiß, vielleicht wirst du ja von deinen eigenen Gefühlen überrascht.“
Von meinen eigenen Gefühlen überrascht? Ich griff nach der Box mit Taschentüchern auf meinem Schreibtisch und zog eines heraus, schnäuzte hinein. Es zulassen. Einfach mit ihm reden. Ich putzte mir die Nase. Es klang so einfach. Tief atmete ich durch. „Okay“, nuschelte ich. „Ich versuch’s!“
Noelia zwinkerte. „Spitze! So und jetzt lass mal sehen, was du da für morgen vorbereiten musst. Ist Magiespeicherung, gel? Ich habe das heute Mittag in meiner Hohlstunde gelesen und Juan hat mir noch ein bisschen was erklärt, der hat den Kurs letztes Semester belegt“, prabbelte sie, während sie die Blätter zu uns holte. „Also: womit kann ich dir helfen?“ Lächelnd schüttelte ich den Kopf, worauf ich von ihr ein: „Was denn?“, erntete.
Noelia war eine Meisterin darin, Themen zu wechseln und mich abzulenken. Auch wenn sie die unangenehmen Sachen ständig ansprach, sie meinte es nur gut. Und außerdem hatte sie Recht: Obwohl ich Dareios jetzt erst eine knappe Woche kannte, mochte ich ihn. Er sah gut aus, er war nett und witzig und er hatte irgendetwas. Vielleicht lag es daran, dass er aus Mittelcascavel stammte. Bestimmt! Nun, ich war gespannt, was sich daraus entwickeln würde …
