Howdy!
Da noch so viele da sind, lohnt es sich glatt, ein Thema in den Raum zu stellen
*park* ^^
Wie hat euch denn der NaNoWriMo 2007 gefallen?
Was war gut, was war nicht so toll?
Was war evtl. anders als erwartet bzw. als die Jahre zuvor?
Hier ist Platz, um unsere Höhen und Tiefen, Krisen und Erfolge, Überraschungen und Enttäuschungen nochmal Revue passieren zu lassen --> 'Remenber November' sozusagen ;-)
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51,628 / 50,000
Dec 6, 2007 - 01 42
Remember November? Na, dann mache ich mal den Anfang:
Was hat mir mein erster NaNoWriMo gebracht?
Auf jeden Fall die Erkenntnis, dass ich tatsächlich über 50.000 zusammenhängende Wörter in knapp einem Monat schreiben kann, wenn ich nur will ;-) Und dass ich – wenn es gut läuft – gar nicht groß darüber nachdenken muss, DASS und WAS ich schreibe. Tolles Gefühl!
Aber auch die Erkenntnis, dass ich meine eiserne November-Regel „Jeden Abend mindestens 90 Minuten schreiben, egal wie“ langfristig nicht durchhalten könnte. Dazu gibt es doch zu viele andere Dinge, die mir auch wichtig sind, die bei so einer strengen Vorgabe aber zwangsläufig zu kurz kommen.
Mein Tiefpunkt im November:
26.11., abends um zehn: Ich stehe bei gut 47.000 Wörtern und fühle mich plötzlich hundeelend. Kopf- und Halsschmerzen, Schüttelfrost. Kein einziges Wort kann ich mir in diesem Zustand noch abringen. Ich kriege Panik: War’s das jetzt mit dem NaNo? Muss ich so kurz vor dem Ziel kapitulieren wegen einer blöden Grippe? Aber am nächsten Tag ist der Spuk gottseidank vorbei und ich kann – wenn auch noch leicht geschwächt – weiterschreiben.
Mein Höhepunkt im November:
29.11., morgens um neun: Ich lade meinen Roman auf der NaNo-Seite hoch und fühle mich aufgeregt wie bei einer wichtigen Prüfung. Ein paar Augenblicke mit klopfendem Herzen warten, dann springen mir die dicken Buchstaben „You won!“ ins Auge, wenig später der lila Balken (und zur Feier des Tages hat mir der NaNo-Wordcount gegenüber meiner OpenOffice-Zählung sogar 300 Wörter geschenkt). Zugegeben, nur ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für mich! Ein breites Grinsen erscheint auf meinem Gesicht, das da für den Rest des Tages nicht mehr weggeht. :-)
70,583 / 50,000
Dec 6, 2007 - 02 22
Da will ich doch gleich gerne auch mal was zu sagen. Das Bedürfnis danach habe ich schon länger, sehr gute Idee, liebe Mandarinente!
Das war das erste Mal für mich, habe erst am 4. November erfahren, aus dem Radio 1live, ich hatte gerade noch so die letzten zwei Sätze von dem Bericht gehört. Schnell habe ich mich über 1live erkundigt und mich praktisch sofort angemeldet. Daß ich was schreiben will, weiß ich schon immer, schon als Kind, habe mich nur nie getraut, wurde allerdings auch nie ermutigt. Klar, daß ich diese total neutrale Ermutigung mit extremem Druckfaktor sofort ergreife. Meine Geschichte stand auch schon lange hinten im Hirn parat, brauchte praktisch nur abgerufen zu werden. Sie war leider mit 22 T Wörtern auch schon erledigt. Glücklicherweise hatte ich auch schon sehr lange vor, einfach mal hintereinander weg mein eigenes Leben aufzuschreiben, natürlich mehr so für mich selbst. Das tat ich gleich anschließend. Und damit ich mich nicht selbst betrügen mußte (wegen der 50 T), wollte ich am Ende bei mindestens 70 T Wörtern ankommen, und siehe da, das ist mir gelungen.
Ich hätte nie im Leben gedacht, daß ich jemals in so kurzer Zeit soviel schreiben könnte. Das war so eine wichtige und tolle Erfahrung für mich, kaum auszudenken, wenn ich nicht darüber gestolpert wäre. Ich habe damit einen Riesenschritt in eine gute Richtung gemacht, von der ich noch nicht genau weiß, was sie mir zeigen wird, aber es wird etwas kommen, das weiß ich. Meine eigenen Erlebnisse schreibe ich noch weiter bis in die Heutzeit, da gibt es auch noch sehr viel zu korrigieren und nachzutragen.
Leider habe ich noch ein kleines Problem mit meinem ersten Text, der vielleicht eine Novelle ist, oder eben ein Roman. Ich hatte mich seitdem nicht mehr getraut, ihn zu lesen, aber heute habe ich glaube ich genug Power und ich habe eine Freundin, die das gerne mal lesen würde. Das muß dann wohl auch mal sein, schließlich ginge mein Ehrgeiz schon so weit, diesen Text irgendwann mal zu veröffentlichen.
Oh Gott, was schreibe ich Euch denn hier alles? Interessiert bestimmt keinen. Egal, ich bin total beflügelt und richtig glücklich über dieses neue Baby in meinem Hause. Wie die anderen muss es noch wachsen und dazu gut gefüttert und bemuttert werden. Und das ist mir soeben klar geworden, das mache ich jetzt.
Alles Liebe,
und Danke,
Ruby
54,500 / 50,000
Dec 6, 2007 - 02 31
*linke Braue hoch*: "Faszinierend."
Okay, ernsthaft. Es war eine interessante Erfahrung.
Es geht auch noch ernsthafter, aber dazu fehlt mir gerade der nötige Ernst.
Zwischendurch hatte ich aus beruflichen Gründen alles schlurfen lassen (müssen) und mich innerlich von den nie ganz ernstgenommenen 50k verabschiedet. Allerdings war gerade diese Ansage dann eine Kriegserklärung an mich selbst :) Was rausgekommen ist, wissen wir ja nun.
Ich habe gelernt, dass ich eine durch und durch chaotische Schreiberin bin (wer meinen Schreibtisch kennt und sieht, wie meine Unterrichtsmaterialen auf dem Lehrertisch sich zur gemeinschaftlichen Polka die Ecken reichen, sagt jetzt höchstens: Siehste, wusste ich schon längst). Da, wo andere ihre Geschichte fein säuberlich am Anfang aufribbeln und dann bis zum Ende herunter alle Maschen der Reihe nach lösen, fange ich an, die Seitenteile aufzustricken, eine nachträglich eingefallene Szene hinzuzuschreiben, ein komplettes neues Kapitel dazwischen zu häkeln ... bloß keine Ordnung ins System kriegen, bevor das Teil fertig sein muss.
Und ich habe gelernt, dass ich mit dieser Arbeitsweise wunderbar umgehen kann :)
Außerdem ist mir jetzt klar, dass ich keine Lust (mehr) habe, phantastische Texte für Erwachsene zu schreiben - außer mal einer gelegentlichen Ausschreibung wird da nichts mehr laufen. Meine Genres werden künftig eher Thriller (Alter beliebig) und Geschichten für Kinder (alle Genres) sein, und vielleicht unter einem Nick die eine oder andere erotische/romantische Geschichte.
Toll fand ich die Unterstützung hier im Forum. Ich war zwar nicht sooo oft hier (s.o.), aber die Aufmunterung, die sich hier die Forenbesucher gegenseitig gegeben haben, ist klasse. Und es hat ja auch geholfen :)
Toll fand ich auch, dass ich tatsächlich einen so langen Text zusammenbekommen habe, der auch noch Sinn hat. Die Qualität stand nicht zur Debatte, oder?
Weniger toll ist vielleicht, dass ich jetzt keine vernünftigen kurzen Texte mehr hinkriege, weil ich mich eingelabert habe :).
Weniger toll ist auch die Tippfehlerquote, die ich gerade glücklich ausgemerzt glaubte und die jetzt durch die Hintertür wieder Quote macht.
Fazit: Ich schreibe am liebsten und besten unter Druck (das wusste ich aber schon). Und ich werde definitiv nur noch so schnell auf die Tasten hauen, wie für die sinnvolle Wiedergabe zusammenhängender Buchstaben nötig ist.
Eigentlich war alles anders und gleichzeitig nichts, weil ich ohne Erwartungen an die Sache herangegangen bin. Letztes Jahr hatte ich schon mal überlegt, ob ich mitmache. Dann fand ich aber, dass man ganz schön bekloppt sein muss für so ein Experiment und habe entschieden, dass ich meine Beklopptheit lieber andernorts austobe.
Dieses Jahr habe ich Teile der Seite übersetzt (hätte ich gewusst, dass so viele Seiten noch gemacht werden müssten, hätte ich weiter übersetzt, statt teilzunehmen :)) und habe mich eigentlich nur angemeldet, weil ich die evtl. schon übersetzten Teile im Accountbereich sehen musste. Und das geht nur, wenn ... eben.
Bereut habe ich es aber nicht. Deshalb bin ich auch nächstes Jahr wieder dabei.
57,987 / 50,000
Dec 6, 2007 - 20 19
Also wenn ich mal von dem Ergebnis eines Vireninfekts absehe, war es die Geschichte auf jeden Fall wert. Schließlich hätte ich ohne den Nano niemals festgestellt, ob ich denn nun längere Erzähltexte hinbekomme oder nicht.
Normalerweise bin ich ein ziemlich planvoller Mensch. Ich überlege mir schon, was ich tue, bevor ich dann etwas anderes tue. Die entsprechenden Informationen helfen dann beim eigentlichen Tun. Da ich gern Neues ausprobiere habe ich es gern, wenn das Ende in etwa absehbar ist. Also habe ich mir jahrelang überlegt, wie man einen Roman in so kleine Schreibeinheiten zerlegen kann, daß alles unter Kontrolle bleibt. Das hat natürlich nie funktioniert, weshalb ich entschieden hatte der NaNoWriMo solle endgültig klären, ob Romane etwas für mich sind oder nicht. Nun, das Ergebnis war zumindest vielversprechend.
Da meine Geschichte noch lange nicht fertig sein dürfte bin ich schon auf den nächsten NaNoWriMo gespannt.
Was toll war Entchen? War das ne Frage? Die Stimmung, die Teilnehmer in den threads, einfach die ganze Hysterie des Monats. Alle verrückt genug einen Roman schreiben zu wollen und dann die anzustacheln, die es irgendwie aufgeben wollten, und damit auch noch Erfolg haben. Die Stimmung war eindeutig positiver als bei jedem Marathonlauf. Daß es körperlich dann am Ende vielleicht doch stärker durchschlug als bei einem solchen macht wenig. Da muß man halt eben durch.
Nicht so toll? So was ignoriert man, amüsiert sich, oder ärgert auch ein wenig die, die einem nicht so ganz sympathisch sind. Man will ja nicht allzu schmusig wirken. Also selbst das negative ist höchst amüsant für einen Eremiten. Und was die Erwartung angeht. Nun damit kann ich grundsätzlich nicht dienen. Wenn Neues auf mich zukommt erwarte ich eigentlich gar nichts. Ich sehe war kommt und reagiere relativ spontan – und manchnal für einige dann wohl auch etwas schwer verdaulich.
Tiefpunkt beim Schreiben im November? Allenfalls von 12 bis Mittag als ich mir überlegen mußte wie ich auf meinem zweiten Planeten weitermachen sollte. Irgendwie hatte ich mir dazu keine klaren Vorstellungen gemacht. Das war aber nichts, was ein langer Ostseespaziergang nicht bis zum Abend hätte klären können.
Ob es nächstes Jahr wieder nach Heiligenhafen geht zum Schreiben weiß ich nicht. Schlecht war das Exil fürs Arbeiten jedenfalls nicht. Mußte ich mich nicht mit dem Haushalt rumschlagen, was rein mental auch ein Vorteil war.
50,390 / 50,000
Dec 7, 2007 - 12 10
Es war ja nun schon mein dritter Nano und da ich letztes Jahr auf 72k gekommen bin, obwohl ich in der letzten Woche kein Wort mehr geschrieben habe, dachte ich, auch dieses Jahr stecke ich das locker weg, aber gerade wenn man sich zu Beginn immer einbildet: "Ach, hab ich halt heut nur 500 Wörter geschrieben... Ist doch egal. Schreib ich halt wann anders mal 10 000 an einem Tag!" Pusteblume!
Nano war dieses Jahr sehr schwer. Aber meine Geschichte gefällt mir und deshalb habe ich weiter geschrieben. Verlieren stand von vorn herein nicht zur Debatte. Dann hätte ich eben die letzten Tage doch 10 k pro Tag geschrieben, wenns nich anders gegangen wäre - Aber aufgeben? Niemals!!
Mein Freund liest jetzt meine Story und ich sein, wir korriegieren, schreiben drin rum, kommentieren und editieren. Danach wird dann alles gründlich überarbeitet und ist hoffentlich fertig. DAS ist jetzt die wirkliche Arbeit... (Hab ich die letzten zwei Jahre nicht gemacht)
Nadja
13,359 / 50,000
Dec 7, 2007 - 13 21
Tja, eine Bilanz...
Auch wenn ich es nicht geschafft habe, schaut meine Bilanz ganz gut aus. Und die 50k kann ich ja auch nächstes Jahr wieder schreiben. *g*
Dieses Jahr war für viele andere Sachen gut und wirklich viel und schnell geschrieben habe ich (abgesehen vom letztjährigen NaNo) noch nie.
Dass ich in diesem November überhaupt was geschrieben habe, ist für mich nach diesem blockierten Jahr schon ein Sieg und am Ende war es ja auch gar nicht mal so wenig (jaja... wem erzählt sie das *g*).
Was aber wirklich toll ist: Ich habe wahnsinnig viel über mein Genre gelernt. Und nicht nur das, ich habe auch das Gefühl, diese Geschichte ist so ziemlich das maritimste, was ich jemals geschrieben habe (und ich bin seit 2003 in dem Genre unterwegs *lol*). Davon, dass mir tatsächlich scheint, ich könnte da irgendwo... unter Umständen... vielleicht... möglicherweise... einem roten Faden folgen, will ich gar nicht erst anfangen. *g*
Freilich müssen gerade die ersten 25 Seiten überarbeitet werden, es wird noch ein Haufen Arbeit auf mich zukommen und es ist eine wirklich, wirklich, wirklich, wirklich schwere Geschichte, so schwer, dass mir manchmal scheint, ich hätte mich völlig übernommen. Aber ich hab viel Freude dran, ich bin neugierig auf vieles, das da noch kommt...
Unterm Strich war NaNo dieses Jahr also ein weitaus größerer Erfolg als das letztes Jahr, das zwar irgendwie drollig war und auch Spaß gemacht hat, nach dem November aber auf Nimmerwiedersehen auf meinem HDD verschollen ist.
Tja... =)
*g*
51,380 / 50,000
Dec 15, 2007 - 14 45
Ein Bilanz-Thema, wunderbar!
Dieser NaNo hat mir noch besser gefallen als der erste, den ich mitgemacht habe. Diesmal war die Geschichte stimmiger, ich kannte Anfang und Ende noch ehe ich losgelegt habe. Unter Druck fallen mir die tollsten Szenen ein, und da ist NaNo einfach unschlagbar.
Gut war diesmal eine etwas andere Einstellung. Letztes Jahr habe ich mich gezwungen, jeden Tag 2.000 Wörter zu schreiben, und das war mehr als einmal ziemlicher Krampf. Diesmal habe ich das lockerer gesehen. Zwar habe ich auch mit 2.000 pro Tag angefangen, aber ich wusste gleich, dass ich an ein paar Tage kaum zum Schreiben kommen würde (Arbeit + Fortbildung ist manchmal etwas viel). Und als es mir in der dritten Woche gesundheitlich immer schlechter ging, habe ich nachgerechnet, und mein tägliches Pensum auf 1.500 gesenkt, weil das auch gereicht hat. Das hat sehr gut getan.
Was war nicht so toll? Eigentlich gar nichts - außer dass ich eben noch so viele andere Verpflichtungen hatte. Aber die habe ich ja gemeistert, und was einen nicht umbringt macht hart, oder?
Ich hatte nicht erwartet, dass es mir im Vergleich zum letzten Jahr so leicht fallen würde, die Geschichte zu schreiben. Und ich denke, dass es eine gute Geschichte geworden ist, eine, die ich leicht zu einem brauchbaren Roman ausarbeiten kann. Und das war schließlich der Sinn der Übung.
Ich bin eine echte Anhängerin von NaNo geworden und freue mich auf nächstes Jahr!