Der Weise aus der Küche

Micha
Der Weise aus der Küche
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Municipal Liaison
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Nov 12, 2009 - 14 13

Um mal eine alte Tradition der vergangenen Jahre wieder aufleben zu lassen, möchte ich heute "den Weisen aus der Küche" in das Forum einführen. Damals aus dem Gedanken entstanden, etwas in viele parallel laufende aber nicht miteinander verbundene Geschichten einzubauen (nämlich die verschiedenen Geschichten von euch, liebe Schreiberlinge), wurde es ein Selbstläufer, der spannende, witzige und skurrile Fetzen von Geschichte mit sich führte. Und Geschichten auflockerte. Und sie voran trieb. Und mindestens einen Charakter einführte, der keine Geschichte und einen schlauen Hintergrund mit sich bringen musste. Es aber trotzdem manchmal tat.

Lange Rede, kurzer Sinn: die Aufgabe ist es, "den Weisen aus der Küche" (und mehr ist an Hintergrund einfach auch nicht zu haben! ;) in eure laufenden Geschichten einzubauen. Wie, das ist euch überlassen. Aber ich freue mich schon auf eure kreativen Ergebnisse, die er gerne hier posten sollt! Und ich starte einfach mal...

Quote:
Als Albert Rene um die Ecke des Obststandes kommen sieht, dreht er sich schnell um und schaut zum untersten Regal als würde er nach den preisgünstigen Früchten suchen, die immer dort unten stehen, wie auch andere preisgünstige Artikel immer dort stehen, wo nur Zwerge es sehen können. Oder Kinder. Oder gebückte Senioren. Albert registriert nicht, dass die unteren Ebenen der Obststände nicht mit preisgünstigem Obst, sondern nur mit Kisten gefüllt sind, deren Aufgabe es ist, das Obst dorthin zu befördern, wo es nun liegt: angestrahlt durch weiches Licht, besprüht mit einem stetigen Dunstschleier aus Wasser und in den prächtigsten Farben leuchtend aufgereiht auf dem Obststand.
"Na, vor wem laufen Sie denn weg?", fragt eine Stimme mitten aus dem Obst. Albert schaut nach vorne und sieht einen Mann mit länglichen grauen Haaren aus der Lücke der zwei Obststandhälften auftauchen.
"Wie bitte?"
"Naja, eben, als dieser laute, unangenehme, etwas zu dicke Typ da hinten um die Ecke gekommen ist, da haben Sie sich so schnell umgedreht, wie es in Ihrem Alter nur irgendwie ging. Und jetzt schauen Sie sich schon seit einigen Sekunden auf die Füße und versuchen gleichzeitig schräg hinter sich zu gucken wie eine Eule, die sich wahrscheinlich direkt ihren eigenen Hals dabei umdrehen würde, das Gleichte zu tun, was sie gerade versuchen." Albert schaute den Mann ohne Worte an. Und noch ein wenig länger. Immer noch ohne Worte.
"Wer zur Hölle sind Sie?", fragte Albert. "Und warum quatschen Sie mich mitten im Supermarkt an als hätten Sie nichts Besseres zu tun?"
"Ich? Ich bin der Weise aus der Küche", sagte der Mann als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, als hätte jede Küche einen Klugscheißer, der anderen beim Einkaufen zuschaute und störte.
"Herr Weise, sind Sie bald soweit!? Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!", rief es aus der Küche, keine zehn Meter von Albert und dem Obststand entfernt. Jetzt sieht Albert auch das Namensschild auf dem Hemd des Mannes: B. Weise.
"Jahaaaa", flötet Herr Weise, der Weise aus der Küche, tippt seinen imaginären Hut an, lächelt, zwinkert, schaut kurz an Albert vorbei und verschwindet.

"Albert", sagt da eine Albert wohl bekannte Stimme. Und sie bringt auch schon den dazu gehörigen Schweiß mit sich. "Dich habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen."


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damoleGlowing Halo
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Super Idee! Ich hoffe, das hilft mir morgen zur Halbzeit (heute ist ja wieder gar nichts vorangegangen).

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2008 - Choose To Be Me. (Signed up on Nov. 15th, came in with 36K.)
2009 - Luxury of Doubt. (Better prepared this time around! =D)

LittleBeeGlowing Halo
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Ooooh echt, der Weise ist in die Nano-Traditionen eingegangen? :D
Ich hab mich so gefreut, das mail zu lesen, immerhin war ich bei seiner Geburt live und aktiv dabei. ;)
Ich hab noch keine Szene, wo er hinpasst, aber wenn ich dann so in Woche 3 wirklich arg feststecke, was ja immer passiert, wird er einen Auftritt kriegen, ganz sicher.

Deine Szene find ich übrigens echt toll. Herr B. Weise. Super. Und dann so nonchalant davonspazieren, nach ein paar überschlauen Beobachtungen. Genauso wie er sein soll. *breitgrins*

Stetten
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Nov 12, 2009 - 15 34

Schöner produktiver Pep-Talk! Gut gemacht!

felitastic
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Nov 12, 2009 - 15 44

Ist sein Charakter frei interpretierbar und es soll nur der Weise in der Küche erwähnt werden in seinem Zusammenhang oder sollte ern schon so spitzbübisch sein wie der Herr B. Weise auf dem Markt?

Ich denke, im zweiten Teil meiner Geschichte kann ich ihn super einbauen... da ist sowieso alles recht schwammig und zum austoben...

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Sagt der Autor zum Verleger: "In diese Zeilen habe ich mein ganzes Feuer gelegt!" Darauf der Verleger: "Umgekehrt wäre es wahrscheinlich besser gewesen..."

Bonho

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Nov 12, 2009 - 15 51

Pater Anselmo hörte es an der Tür klopfen. Er hatte bereits gefühlt, dass Alexander kommen würde und lächelte, als er die Tür öffnete.
»Ich dachte schon, es sei der Weise aus der Küche,« machte der Pater einen Scherz zur Begrüßung, »schön, dass Du es noch geschafft hast vorbeizukommen.«
»Wir haben ja unsere Partie noch nicht zu Ende gespielt. So leicht entkommen Sie mir nicht!«
»Wann fährt Dein Zug nach Paris?«
»Um 14 Uhr 44.«

Lianait
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Nov 12, 2009 - 15 58

Sehr cool!

Da felitastic schon nach der freien Interpretierbarkeit gefragt hat, erübrigt sich das hier bei mir jetzt...

ich denke ich habe auch schon eine grobe Idee wie ich den Weisen einbauen kann. Hehe.

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Life shines Brighter the closer to Death we dance.

Lýkospir
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Nov 12, 2009 - 16 02

lol...jaaaaaaa, jetzt hast du mich auf ne blöde idee gebracht xD na herzlichen dank xD wieso kommen ijmnmer mehr charaktere in meiner geshichte vor, die NIEMALS exstieren sollten? xD

Treelight
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Nov 12, 2009 - 20 39

Eine nette Idee, vor allem da man das ja wirklich fast überall einbauen kann, wenn man nur will :)
Trotzdem dachte ich im ersten Moment, dass das bei meiner Geschichte etwas schwer werden würde weil mir spontan nicht einfiel wie.
Dann fand ich aber, dass mir der Kerl genausogut über den kleinen Hänger hinweghelfen kann, den ich gerade hatte. Und so hab ich doch noch ein paar Hundert Worte mehr rausleiern können:

Da stand auf einmal der Gärtner auf und sagte: „Gute Leute, wenn es etwas Neues ist das ihr hören wollt, dann kann ich vielleicht helfen. Denn ich weiss von etwas zu berichten, das ihr bestimmt noch nicht kennt.“
Schon allein mit diesen Worten hatte der junge Mann alle neugierig gemacht. Die Nachbarn die sich bereits erhoben hatten um Heim zu gehen nahmen wieder Platz und liessen sich auch gern noch einmal den Becher füllen. Auch Bella blickte ihn erwartungsvoll aber auch dankbar an, denn es galt im Dorf als schlechtes Omen, wenn man es nicht mehr schaffte sich die langen Abende angenehm zu vertreiben.
„Es war einmal, ein altes Väterchen, das von allen nur der Weise aus der Küche genannt wurde. Denn in der Tat hatte er fast sein ganzes Leben lang als Koch für einen König gearbeitet, zunächst als Geselle und dann als Meister. Er war jedoch nicht nur geschickt darin köstliche Speissen zu bereiten, sondern auch jedem gute Ratschläge für allerlei Kummer und Fragen zu geben. Sogar der König wusste um diese Gabe die sein Untertan hatte, und so ...“
Vom ersten Wort an lauschten alle wie gebannt der Geschichte die der Gärtner mit ihnen teilte, denn sie hatten diese tatsächlich noch nicht gehört. Als er geendet hatte, baten sie ihn um eine weitere, und so blieb die kleine Gemeinschaft fröhlich beisammen, bis das ungemütliche Wetter draussen einer sternenklaren Winternacht gewichen war.

Aus der Luft gegriffene Schlagwörter und Mini-Aufgaben sind wohl wirklich das beste um einer Geschichte nen Schubs zu geben.

felitastic
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Nov 12, 2009 - 21 03

Ich mal meine erste Idee verwirklicht, den Weisen einzubauen...

Quote:
Vielleicht sollte sie noch ein wenig lesen, bevor sie schlief. Nachdenklich betrachtete Jolanda das Bücherregal. Darin standen viele Fachbücher über Mechanik, ein kleines Handbuch über die Haltung von Echsen – nicht, dass Jolanda je vorhatte, sich diese Mühe zu machen –, alte Kinderbücher und jene Bücher, die ihre Mutter ihr immer mit gutem Willen schenkte und die Jolanda mit genauso gutem Willen ungelesen in das Regal stellte.
»Der Weise aus der Küche« las sie von einem der Bücherrücken. Jolanda mochte Essen, aber das einzige, was man darüber lesen sollte, waren ihrer Ansicht nach Rezepte. Außerdem war das mit Sicherheit wieder eine dieser kitschigen Romanzen, die sich als Abenteuer- oder Fantasygeschichte tarnten. Sie kannte doch ihre Mutter.
Schließlich nahm sie eines der Märchenbücher, kuschelte sich unter die Bettdecke und las.

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Sagt der Autor zum Verleger: "In diese Zeilen habe ich mein ganzes Feuer gelegt!" Darauf der Verleger: "Umgekehrt wäre es wahrscheinlich besser gewesen..."

wemo59

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Nov 12, 2009 - 21 14

a little excerpt here:

Oops,
while I’m getting carried away with a lot of philosophy our NaNo regional manager for Germany & Austria has asked us to do a little writing exercise; to introduce a new figure in our story: Den Weisen aus der Küche. – Thank you! In my story this wise man from the kitchen has been there all along, only hardly noticed yet. It is our novel hero, my father. You have not seen him yet by the big cook-pot where there is something strange simmering; it could be bone glue for making your own paper or binding your own sketchbook, it could be dog food cooked from a butcher’s ‘wastes’, it could be lard that will get transformed into some very fine breadspread: Grammelschmalz.
The raw material is always something that is regarded as useless waste nowadays. Yet as the Wise Man from the Kitchen has maintained there is no such thing as waste if you know what to do with it. The little philosopher in your NaNo here in Salzburg, Austria will immediately elaborate about Newton and the second law of thermodynamics.
Oh my goodness! Couldn’t anyone knock that guy out for a while? And much rather try to remember father's very own and highly unique recipe for Grammelschmalz? Short intermission – please stay tuned for the recipe after a word from our sponsor, Life & Death Thermodynamics®, based in Universe. Thank you.

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Sign the picture, sign the picture, sign the picture and throw it away.
Peter Hammill

haribo

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Nov 13, 2009 - 00 16

Toller Tipp.

Nun geht mir der weise aus der Küche den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Wie soll man da noch arbeiten *lach*.

Mal sehen, wie ich den einbauen kann.

LG haribo

Zebralein
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Posted on:
Nov 13, 2009 - 00 41

Hallo Haribo!
Du schaffst das! *daumendrück*

Mir geht er gerade auch nicht mehr aus dem Kopf. In Thailand würde so ein Weiser aus der Küche wirklich gut in ein Restaurant passen. Ja, das ist es! Ich habe eine Idee! *tauche in Geschichte ab*

Danke für den Tipp!!!

Lieben Gruß
Zebra

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ballyfecken

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Posted on:
Nov 13, 2009 - 03 57

Hallo Zebra,
meine Geschichte spielt im irischen Hinterland, wo ein Weiser in der Küche bestimmt Gutes tun könnte. Aber irgendwie will er noch nicht so richtig in die feuchte Hütte. Werde ihm ein Wollmützchen stricken müssen.
Obwohl, vielleicht wäre ein Exote mit dem Kartoffelschäler...

Viele Grüße
bf

Zebralein
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Posted on:
Nov 13, 2009 - 04 19

Das klingt interessant!
Na, dann viel Spaß beim Stricken!

LG Zebra

ballyfecken wrote:
Hallo Zebra,
meine Geschichte spielt im irischen Hinterland, wo ein Weiser in der Küche bestimmt Gutes tun könnte. Aber irgendwie will er noch nicht so richtig in die feuchte Hütte. Werde ihm ein Wollmützchen stricken müssen.
Obwohl, vielleicht wäre ein Exote mit dem Kartoffelschäler...

Viele Grüße
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Rainer KysterGlowing Halo
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Nov 13, 2009 - 11 52

17 Kapitel
"Du wirst es nicht erraten, wer mich heute aus Germany angerufen hat" sagte Marlene, als Jocelyn, elegant und attraktiv, daß es Marlene den Atem raubte, die steile Treppe zur Wohnung heraufgestiegen kam. Und nachdem sie sie wie zur Begrüßung zärtlich geküßt hatte, dabei war sie nur für sie beiden Croissants holen gegangen und hatte noch zwei Joghurts mitgebracht, wiederholte sie: "du glaubst es einfach nicht. ..."
"Nun wie wäre es denn dann, wenn du es mir einfach erzählst" sagte die siebzehn Jahre ältere zu ihrer Geliebten.
"Der weise Mann aus der Küche hat angerufen."
"Wer bitte" Jocelyn schaute Marlene mit einem Ausdruck des Gesichts an, der Marlene hell auflachen ließ, "wer zum Teufel" setze sie noch einmal an, "ist der weise Mann aus der Küche?"
"Ich habe dir doch von ihm erzählt", Marlenes Stimme klang ungeduldig. "Ich muß dir von ihm erzählt haben." und nachdem sie sah wie Jocelyn den Kopf schüttelte fuhr sie fort, "also dann muß ich dir die Geschichte unbedingt erzählen. Es war damals, als Caroline und ich beim Grafen von Palen Sternberg das Familienarchiv einsehen durfte. Ich weiß nicht mehr wem von uns die Idee zuerst gekommen war, aber wir haben uns mit dem Gesinde heißt das wohl in diesen Kreisen angefreundet. Vielleicht wußten die was von Henrietta, das Personal weiß ja häufig mehr als der Herrschaft lieb ist."
"Kluges Kind", warf Jocelyn ein, und sie meinte es durchaus ernst.
"Nun, eines Tage gehe ich in die gräfliche Küche, und da wäre ich doch beinah über dieses alte Männlein gestolpert. Der mußte damals schon an die neunzig gewesen sein. Und als ich mich bei ihm entschuldigen wollte, stellte mir Hermione, die ungelogen mindestens hundert Kilo wiegende Köchin dieses Hutzelmännchen als, wie sie ihn nannte weisen Mann aus der Küche vor. Und sie sagte noch: wenn er ihnen nicht helfen kann, dann kann es niemand von uns. Es stellte sich nämlich heraus, daß diese Johannes, so sein richtiger Name bereits zu Zeiten als Henrietta mit Amanda das Weite gesucht hatten, also als es noch das Haus derer von Beringen war, hier ein und aus gegangen war. Bereits sein Vater hatte dem alten v. Beringen als persönlicher Diener, die Engländer würden wohl sagen, als Butler, gedient. Und sein Sohn, der damals vermutlich noch nicht einmal zehn Jahre alt war, ..."
"Du willst mir jetzt aber nicht erzählen, daß dieser weise Mann aus der Küche sich an die Ereignisse des Jahres 1912 erinnert hat, oder?"
"Natürlich nicht. Wie sich herausstellte erinnerte er sich an alles mögliche, aber es war nie zu verifizieren, was davon stimmte und was sich im Laufe der Jahrzehnte bei ihm zu seiner ganz privaten Wirklichkeit vermischt hatte. Nein, aber da er es spannend fand von den alten Zeiten zu reden, und da er in seinem Alter sowieso nicht mehr groß in der Küche helfen konnte, hat er sich gern mit mir unterhalten. Und als ich zurück in die Staaten mußte hat er mir hoch und heilig versprochen, er werde mich anrufen, wenn ihm noch etwas einfalle, was uns vielleicht bei der Suche nach Henriettas und Amandas Geschichte helfen könne."
"Und, hat er dir etwas erzählen können, das euch weiterhilft?"
"Nein, nicht eigentlich. Er hat mir eine Geschichte erzählt, die er gar nicht selbst erlebt haben kann, daß Johanna, als sie von ihrem Pony - sie muß damals wohl sechs Jahre alt gewesen sein - also lange vor Johannes Geburt, vom Damensattel gerutscht sei, ihren Vater aufgefordert habe, das Vieh, wie sie sich ausgedrückt haben soll, auf der Stelle zu erschießen weil es gewagt habe eine adelige Dame abzuwerfen. "
"Eine nette Geschichte, warum baut ihr sie nicht in eure Biographie ein?"
"Nun, aber sie läßt sich doch nicht belegen."
"Das nicht, und ihr könnt wohl auch kaum als Quelle eurer Information den weisen Mann aus der Küche angeben, aber es beleuchtet doch sehr schön den Charakter der späteren Gräfin von Palen Sternberg, die bayrische Militärpferde für den Kaiser züchtete und aus einer kleinen Stellmacherei eine Lastwagenfabrik aufbaute, die Subventionslaster für das Militär baute. Oder etwa nicht?"
"Ob man das tun darf? Da muß ich erst noch fragen, aber du hast schon recht, die Anekdote könnte Johannas Charakter ins rechte Licht rücken."

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Die Realität eines Objekts ist die Subjektivität seines Da-Seins im All-umfassenden-Nichts .

Schattenkreatur

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Nov 13, 2009 - 08 00

Hier der Weise aus der Küche für meine Magical Girl Story

Ich trat ein und fand mich plötzlich in der Küche wieder. Dort stand ein Mann am Herd und schwenkte wild mit einer Pfanne herum. Oder waren es mehrere Männer? Der Mann war wohl überall und nirgends, kein Wunder, wenn man nur eine Person zum Zubereiten des großen Festmahls eingestellt hatte. Ich näherte mich vorsichtig.
Plötzlich ruhte die ganze Küche. Der Mann stand vor mir und blickte mich aus seinen grauen Augen freundlich an. „Na, wer hat sich denn da verlaufen? Aqua nehme ich an.“, begrüßte er mich. Er war seltsam, machte mir aber keine Angst (ich dachte nur „Komischer Kerl“ und damit war es auch gut). „Ja, ich bin Aqua.“, entgegnete ich in nicht minder freundlichem Ton, „Woher wusstest du das?“ Der Mann lachte, sodass sich seine alte Stirn in Falten legte und seine niedlichen Grübchen hervortraten. „Na, hör mal, jeder hier kennt doch die Kämpferinnen des Lichts, wir sind schließlich alle auf euch angewiesen!“, erklärte er mir. „Aber warum?“, fragte ich ihn, denn er machte mich nachdenklich (mir war nie bewusst gewesen, wie berühmt ich jetzt eigentlich war), „Ich bin nur ein normales Mädchen, dass normal zur Schule geht und vor allen Kreaturen des Bösen wahnsinnige Angst hat. Ich würde immer noch gerne fliehen, wenn ich einem Monster gegenüberstehe, aber ich kann es ja nicht, weil man mich mit einem Zauber belegt hat.“ Der Mann sah mich lange an. „Es kommt doch nicht darauf an, was du fühlst, sondern darauf, was du wirklich tust. Und ich bin sicher tief in deinem Innern bist du wirklich eine richtige Heldin.“, sagte er ernst. Dann drückte er mir eine Schale mit Bratnudeln (hm, wie lecker!) in die Hand und bat mich: „Kannst du das auf den großen Büffettisch stellen? Danke.“ Dann wand er sich wieder seiner Arbeit zu und hörte mir auch nicht mehr zu, als ich versuchte die Schale wieder loszuwerden.
Also gab ich auf und verließ nachdenklich und mit einer Schale Bratnudeln bewaffnet den Weisen aus der Küche. Als ich die Schale am Büffettisch abgeliefert hatte, kam ich jedoch zum Schluss, dass diese Müll labernde Küchenhilfe eindeutig einen an der Waffel hatte.

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Und die Welt versank im kreativen Chaos.

Kashyra
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Nov 13, 2009 - 08 16

Und noch ein schlauer Koch.

An diesem Abend erreichten sie eine kleine Stadt und konnten in einem Wirtshaus übernachten. Es war zwar nicht sehr groß aber dafür war der Besitzer umso netter. Sie waren die einzigen Gäste und so setzte sich der Wirt nachdem er das Essen serviert hatte zu ihnen.
„Ich hoffe doch, ich störe euch nicht.“
„Nein keineswegs.“ antwortete Tayran. „Aber verratet mir, wieso nennt sich eure Taverne Zum weisen Koch?“
„Das ist schnell erklärt. Früher war ich ein angesehener Gelehrter, doch dann bekamen wir Besuch aus Aseneth. Ihre Gelehrten wussten viel mehr als ich und bald darauf musste ich mich nach einer neuen Arbeit umsehen. Damals war hier noch viel los und es erschien mir das beste, wenn ich den Reisenden Unterkunft gewähren könnte. Mit der Zeit erhielt ich den Spitznamen Der Weise aus der Küche.“
„Ist es hier immer so leer?“
„Leider. Reisende trifft man nicht mehr oft in diesen Zeiten. Wo kommt ihr den her?“
„Aus dem Süden“ antwortete Tharec knapp.
„Der Süden ist groß, mein lieber Wandersmann, aber ich will mal nicht weiter nachfragen. Es geht allerdings das Gerücht um, es gebe dort Krieg.“
„Das ist nicht länger ein Gerücht. Ein Volk nach dem anderen fällt unter der Armee Aseneths, nur Nithia bietet noch Schutz. Doch für wie lange?“ Tayran antwortete bevor es Tharec tun konnte.
„Keine Sorge, Nithia fällt nicht so leicht. Solange die Bewohner Essen und Trinken haben, kann die Festung des Südens nicht eingenommen werden.“
„Woher wollt ihr das wissen?“
„Weil ich dort war. Ich habe das Geheimnis gesehen, warum die Stadt bisher nie erobert werden konnte und es auch nie wird. Manchmal ist mehr unter der Schale als man glaubt.“
„Was meint ihr damit?“
„Die Mauer, mein Junge, ist nicht das, wofür du sie hältst. Sie enthält ein Geheimnis welches nur in größter Not enthüllt wird.“
„Ihr werdet es mir nicht verraten oder?“
„Du wirst es selbst sehen. Und jetzt gibt es erstmal die Nachspeise.“ Damit erhob sich der Koch und ging zurück in die Küche.

ANELIM

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Nov 13, 2009 - 08 55

Eigentlich war dieser Weise so was von garnicht eingeplant... aber er hat sich irgendwie bei meiner Banditenbande als Koch eingeschlichen *seufz*...

Karzehms neuer Koch war wirklich ein vorzüglicher Künstler. Vielleicht schmeckten ihr die Gericht auch nur so gut, weil sie sich während ihrer Reise von Trockenfleisch und harten Fladen ernährt hatte, und die vielfältige Auswahl an Gerichten die Karzehm ihr auftischen lies, endlich einmal Abwechslung versprachen.

„Ein Hoch auf den Weisen“ Prostete ihr Maszaktr zu.
„Ein hoch auf wen?“ Fragte sie leicht verdattert in die Runde. Karzehms Berater, die mit um die Feuerstelle saßen, brüllten vor lachten als hätten sie einen Witz gemacht, den nur sie nicht verstehe. „Na auf den Weisen, eben.“ Erklärte einer. „Auf den Weisen aus der Küche.“ Und sie leerten erneut ihre Trinkhörner.
„Der Weise, nun ja so nennen sie ihn. Unseren neuen Koch. Der scheint nicht so ganz richtig im Kopf zu sein. Brabbelt immer nur der Weise, der Weise, als ob der davor Angst hätte. Naja, solange er kochen kann, ist er zu was nütze und da ist es ja fast egal ob er mit uns sprechen kann oder nicht.“ Klärte sie Karzehm auf. Ihr Gastgeber war bei weitem noch nicht so besoffen, wie seine Gefolgsleute. Diese begannen kaum war das Gelage vorbei, zum Tanz aufzuspielen und noch mehr Wein in sich hinein zu schütten.

MandarinenteGlowing Halo
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Nov 13, 2009 - 09 42

Das kam gerade gelegen, da ich bei einer kleinen Stadt unterwegs war. Jetzt sind sie eben nachts durch ein paar Straßen gezogen, um etwas abzukürzen:

...
Die Tiere wanderten durch die nächtlichen Straßen. Matilde war das sehr unangenehm, andauernd schaute sie sich um, ob sie auch keiner beobachtete oder verfolgte. Aber die Dohle hatte Recht gehabt, um diese Zeit war kein Mensch mehr draußen, alle schienen tief und fest zu schlafen.
„Ich weiß nicht, ich weiß nicht,“ jammerte Sammy,“ ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache!“
„Entspann' dich! Was soll denn um diese Zeit schon passieren?“ Beruhigte ihn Rick. Plötzlich ging direkt vor ihnen eine Haustür auf! Die Dohle flog mit erschrockenem „Krrr-Krrr“ in den Nachthimmel hinauf, die Amsel folgte mit ihrem Schimpfenden Warnruf: „Jetzt wird’s gefährlich, alles weg, weg weg!“.
Matilde mit Sammy auf dem Kopf war so überrascht, dass sie einfach mitten auf der Straße stehen blieb.
„Mit mir nicht! Geh nach Hause und schlaf erstmal deinen Rausch aus!“ schimpfte eine Frauenstimme und ein Mann wurde grob hinaus geschubst. Dann knallte die Tür wieder zu und Matilde stand dem Mann genau gegenüber. Sie wagte nicht, sich zu rühren. Erschrocken starrte sie ihn an. Er hatte völlig zerzauste, lange Haare und er roch sonderbar. Doch anstatt sich aufzuregen, dass mitten in der Nacht eine Kuh vor ihm stand, begann er laut zu lachen und torkelte unsicher einen Schritt auf sie zu.
„Hallo, meine Schönheit,“ nuschelte er, „auch noch unnerwegs so spät?“
Matilde zog den Kopf ein wenig zurück, was der Mann wohl als Nicken deutete.
„Wie schön, sie zu sehn! Gestatten Sie, dass ich mich anschließe?“ fragte er und wankte neben ihr die Straße entlang. Da er sehr unsicher auf den Beinen war, stützte er sich mehr und mehr auf Matilde. Ratlos ging die Kuh einfach weiter.
„Sammy, unternimm doch endlich was!“ raunte sie dem Mäuserich zu. Doch Sammy zuckte nur die Schultern. Was sollte er dagegen schon tun können?
„Was haben Sie gesagt?“ fragte der Mann.
„Muh!“ brummte Matilde verstimmt, weil sie diesem komischen Menschen als Stütze dienen musste. Bald könnten andere kommen und sie entdecken und dann bekamen sie einen Riesenärger.
„Na, das ist ein Wort,“ lobte der Mann anerkennend. Er wartete kurz, dann rülpste er laut und dröhnend.
Triumphierend sah er die Kuh an.
„auch nicht schlecht, was?“
Matilde seufzte nur und wollte den Mann weiter ziehen, doch der drängte nach linksin eine kleine Gasse.
„Ich muss da lang, 'schuldigung! Da is mein Imbiss, wissense?“
Matilde brummte ungehalten, gehorchte aber.
'Aber falls du vor hast, mich einzusperren, trete ich dich,' dachte sie.
Der betrunkene Imbissbesitzer trällerte ein paar Takte von „Ich bin der Anton aus Tirol“, dann hielt er an.
„So, hier wohne ich! Das is mein kleines Lokal: 'zu den drei Wesheiten', schön, nich? Ich koche alle Gerichte selbst!“
Matilde schnaubte.
„Na, jetz lachen Sie doch nich! Das is ein schmuckes Lokal, ehrlich. Der Name passt wie die Faust aufs Auge. Im Wein liegt Weisheit, das sagt man jedenfalls.“
„Die zweite Weisheit, sag' ich immer, die ist ein gutes Essen. Das hält Leib und Seele zusammen.“ Er starrte melancholisch das Gasthausschild an und seufzte.
„Und die dritte Weisheit betrifft das Leben. Das sollte man nicht ernster nehmen, als nötig.“ er lachte wieder.
Sammy seufzte gelangweilt auf Matildes Kopf.
„Du sollst nicht seufzen, sondern nachdenken! Ich will hier weg!“ schimpfte Matilde.
Der Betrunkene suchte derweil in allen Taschen nach seinem Hausschlüssel.
„Was sagten Sie gerade? Meine Sprüche sind schön? Tja, sehen sie, ich habe noch viele davon auf Lager. Darum nennen mich alle 'Max, den Weisen aus der Küche'“ er kicherte. „Der Weise wegen der drei Weisheiten, verstehen Sie? Nein? Na, is ja auch egal, ich geh' dann mal wieder. Vielen Dank fürs Heimbringen!“ Damit ließ er Matilde endlich los und wankte zur Tür.
...

felitastic
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Posted on:
Nov 13, 2009 - 10 54

Ach Entchen *lacht*
Dein Weiser ist ja auch gut, der kennt alle Binsen- und Bauernweisheiten :D

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Sagt der Autor zum Verleger: "In diese Zeilen habe ich mein ganzes Feuer gelegt!" Darauf der Verleger: "Umgekehrt wäre es wahrscheinlich besser gewesen..."

saraschneiderGlowing Halo
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Nov 13, 2009 - 11 23

Ich schreib so eine Serie von kleinen Märchen. Die brauche ich für mein seelisches Gleichgewicht, weil ich da alles reinpacken kann, was eben nicht in die Geschichte passt. Also hier das kleine Märchen zum "Wise man in the kitchen". And yes, the other fairy tales are about as bad as this one. Probably worse... But they do their job: They keep me sane! :D

“Once upon a time, in a galaxy far, far away,” Gram would start as usual, “there was on a tiny yellow planet a wise man. His fellow beings did not really knew or care about the fact that he had travelled the forty five solar systems, that he had seen death and dangers they had never heard of, that he had studied civilizations they could not even dream about, that he could have a conversation in nine out of the twelve ancient tongues that existed within their neighbourhood and that he had studied diligently with the wisest masters he could find and had sought wisdom from every source he could get it. They knew that they could go ask him stuff, if they needed to know something, but since they were not particularly curious or inquisitive, normally they did not need to know very much.
Now you might wonder why this wise man lived on this tiny yellow planet? That was easy: His space ship had landed there in a crash and he was now sitting in a wheelchair, unable to repair it. And since he himself found that he had learnt just about enough wisdom and it might be time to settle down anyway, he decided to stay, hoping that he could make a living using his wisdom. And also realizing after some time on this tiny yellow planet, that there definitely was no one on the planet to help him fix his space ship, so he was stuck anyway.
Since people were not keen on his wisdom, he did not make much of a living. So after a few months of trying to set up some sort of counseling business, which could also help with translations, he found that he definitely had to look for some other job to support himself. Since he was a curious fellow, still eager to learn and since the planet he had landed on was definitely famous for one thing: It’s food, he decided to begin an apprenticeship as a chef.
There was a soup kitchen around the corner willing to take him on. They figured he would work extra hard to compensate for being in a wheelchair. And they were right. But, unfortunately, the wise man had absolutely no talent for cooking whatsoever. He tried and tried. He could not manage even the easiest of dishes. Something was always over- or undercooked. Some spice combination wrong, too much salt, not enough pepper, to runny the pudding, to watery the soup. You name the dish, the wise man involuntarily found a way to mess it up.
In the end the restaurant owner had to have a chat with the wise man. “Listen, fellow,” he said, “I can’t have you cooking here anymore. We need our customers and with your cooking we will loose them. But since I see that you are an industrious fellow and that you need the money, I can offer you the job of dishwasher, if you want to. Of course the pay won’t be spectacular, but you’ll get by.”
The wise man, being wise indeed, agreed.
And since little by little the people on the tiny yellow planet found out that maybe, sometimes, they could do with some advice and since word got around that the wise man was, indeed, someone to ask for just that, because he was wise, they started to come looking for him washing dishes in the kitchen. And thus he became known as the wise man in the kitchen.”
“Gram, this is probably the worst fairy tale you have ever told, “ Eileen complained. “Well,”, smiled her Gram, “this is all you will get for a fairy tale today, so you better take it!”.

alexaustin
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Nov 13, 2009 - 11 46

Quote:
Die ersten kleinen Gespenster kamen kurz nach dem Abendessen. Um genau zu sein, waren es keine Gespenster, sondern Piraten. Und um noch genauer zu sein, waren es zwei kleine Piraten, die von einem älteren Herrn mit silbrigen Haaren (vielleicht war es auch eine Perücke) und einer Kochmütze begleitet wurden.
„Süßes, sonst gibt’s Saures!“ schallte es Anna entgegen.
„Ihr seid aber zwei wirklich gruselige Piraten, da fürchte ich mich ja richtig!“ rief Anna aus, rückte sich den Hexenhut zurecht und holte die Schüssel mit den Süßigkeiten hervor.
Die Piraten sahen sich an und kicherten.
Anna füllte jedem eine Handvoll Bonbons in die aufgehaltenen Taschen, und die beiden Kinder drehten sich um und stoben unter lautem Piratengeheul die Treppe hinunter.
„Und was sind Sie?“ fragte Anna den älteren Mann.
„Ich? Ich bin nur der Weise aus der Küche“, lächelte er hintergründig, drehte sich um und folgte den kleine Piraten gemächlich.

Können wir solche Aufgaben nicht öfter bekommen...?

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Life is what happens to you while you're busy making other plans

der.hobbitGlowing Halo
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Nov 13, 2009 - 12 10

Na, dann will ich doch auch mal mitmachen.

Quote:

Wilhelm war verrückt, hatte diagnostizierte schizoide Paranoia und sollte eigentlich in eine Anstalt. Aber er hatte der Maschinerie der Gesundheitskontrolle entkommen können. Jetzt war er zwar auch noch Alkoholiker, und ein schwerer dazu, aber er schien mir immer glücklich und frei zu sein.
Nur langsam ließ ich ihn los, er war von den vielen Arbeitskollegen meines Vaters war er mir immer der liebste gewesen. Er war lustig, er war liebevoll, und er nannte mich „Märchenprinzessin“. Es war eine Schande, dass ausgerechnet er durchdrehen musste, aber so ist das im Leben: Wenn du selbst nett und freundlich bist, ist das die Einbahnstraße in den Wahnsinn.
„Was machst du hier?“, fragte ich ihn. Eine eigentlich sinnlose Frage, denn in seinen Handlungen war niemals Sinn zu finden.
„Sie sind zurück!“, flüsterte er mir mit einer Eindringlichkeit ins Ohr, die tiefer wirkte als jedes Geschrei. „Sie sind zurück!“
Ich nickte verständnisvoll, und nahm ihn wieder in den Arm. Er erwiderte meine Umarmung heftig, seine Hand krallte sich dabei in meinen Rücken, als sei er ein Ertrinkender, der sich an eine Planke klammert. „Hast du Hunger?“, ich wartete gar nicht auf die Antwort sondern zog ihn rüber zur Theke, an der ich zwei große belegte Brötchen nahm.
„Ist die Kasse schon da?“, fragte ich das Mädchen, das gerade die Zapfanlage checkte. Sie sah zu uns herüber, musterte Wilhelm kritisch, aber nickte dann nur: „Ist schon ok“, und sie lächelte dabei sogar. Ich würde sie mir merken müssen – ein guter Witz – sie schien wirklich eine Nette zu sein. Es geschah selten, dass die Leute nicht vom Äußeren auf das Innere schließen. So auch der dürre Junge, der im Vorbeigehen eine abfällige Bemerkung machte und die Nase rümpfte. Er war wirklich dumm. Das Mädchen verschwand im Nebenraum, in dem wir die Brötchen vorbereitet hatten, während sie leise vor sich hin pfiff, und so tönte eine seltsame Weise aus der Küche zu uns herüber.

dolores_esteban
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Nov 13, 2009 - 14 48

Den muss ich demnächst auch schwafeln lassen. Meine Charaktere essen sowieso die ganze Zeit und schwafeln. Der Weise aus der Küche würde gerade noch dazu passen.

Und noch 20.000 Wörter...

Lýkospir
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Nov 13, 2009 - 15 08

jetzt bekommt der weiße aus der küche sogar nen ganzes kapitel xD allerdings ist der nicht so freundlich wie bei euch xD

damoleGlowing Halo
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Nov 13, 2009 - 15 55

Quote:
In der Schule, in die Anna und Kathi gehen, gibt es die Möglichkeit in der Kantine zu Mittag zu essen. Es ist aber keineswegs Pflicht, und ehrlich gesagt, gibt es viele Gründe, nicht in der Schule zu essen. Zum Beispiel ist das Essen eigentlich nicht besonders gut… aber das ist Kantinenessen sowieso selten. Manche Speisen findet Anna ganz okay, andere Speisen mag Kathi ganz gerne, und bei ganz wenigen Gerichten überschneiden sich die Geschmäcker der Zwillinge sogar!
An diesem Mittwoch gibt es Spaghetti mit Sauce Bolognese, und die kann man doch eigentlich nicht verhuntzen, oder? Ha, falsch gedacht! Die Spaghetti sind zu weich und in zu viel Butter geschwenkt, also so richtig triefend und glitschig, was weder Kathi noch Anna mögen. Die Sauce sieht aus, als wäre sie schon einmal gegessen worden und wieder ausgespuckt. Eigentlich ist dieser Mittwoch definitiv kein Tag an dem die Zwillinge in der Schule essen wollen!
Trotzdem, für Anna und Kathi gibt es einen guten und entscheidenden Grund, an diesem Mittwoch doch in der Kantine zu essen: der Weise aus der Küche. Das ist einer der Köche, ein älterer Herr, der immer für die Probleme alle Schüler ein offenes Ohr hat. Keiner weiß so recht, wie er heißt, aber aus irgend einem unerfindlichen Grund weiß er wiederum die Namen aller anderen um ihn herum. Manche munkeln, dass er Gedanken lesen kann, andere meinen, er ist nur einfach immer auf dem Laufenden, weil eben alle mit ihren Problemen zu ihm kommen. Jedenfalls hat die Vertrauenslehrerin der Schule gegen ihn irgendeine Chance: Wer ein Problem hat, geht immer lieber zum Weisen aus der Küche als zu einer Lehrerin mit ein bisschen Psychoausbildung vom Sommerseminar bei einem See!

...und dann kommt der noch ein ganzes Kapitel lang vor und vermutlich in Folge auch noch ein paar Mal.

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2008 - Choose To Be Me. (Signed up on Nov. 15th, came in with 36K.)
2009 - Luxury of Doubt. (Better prepared this time around! =D)

Moena
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Nov 13, 2009 - 16 19

Wenn ich das alles so lese, will ich auch einen Weisen aus der Küche. Aber ... verdammt, in meinem Roman gibt es ja gar keine Küchen. Wie bringe ich den netten Weisen denn da jetzt sinnvoll unter? xD

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RippingtonGlowing Halo
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Nov 14, 2009 - 03 28

Nicht direkt der "Weise" aus der Küche. ;-)

Quote:

Ein kleines Mädchen mit einem dicken, blonden Zopf stellte eine dampfende Schüssel auf den Tisch.
„Ei, wer bist denn du?“, fragte Rabenring lächelnd. Er strich dem Mädchen über den Kopf.
„Das ist Orszula“, antwortete statt ihrer Stanik, der einige Humpen Bier abstellte. Das Mädchen machte einen artigen Knicks.
„Doch nicht deine Tochter? Sie ist ja viel zu gut erzogen.“
„Spotte du nur, Herr Jan. Sie ist meine Nichte. Mein Bruder und seine Frau, sie starben letzten Frühling an den Pocken. Orszula hab ich zu mir genommen. Sie hilft Gosia in der Küche.“
„Armes Kind. Aber einen schönen Namen hast du. Wenn ich mal eine Tochter bekomme, dann nenne ich sie auch Orszula.“
Das Mädchen lächelte. Stanik schob sie in Richtung Küchentür.
„Lauf zu Gosia, sie braucht heute jede Hand.“
„Warte!“
Rabenring warf dem Mädchen eine Silbermünze zu, die es geschickt auffing und rasch in ihre Schürze steckte.
„Für die Aussteuer.“
Er zwinkerte der Kleinen zu. Orszula knickste noch einmal und lief dann zwischen den Tischen davon. Rabenring wandte seine Aufmerksamkeit der dampfenden Schüssel und dem Bier zu.

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Fail again. Try again. Fail better. - Samuel Beckett

Mortricia
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Nov 14, 2009 - 05 14

Vielen Vielen Dank für die Aufgabe! Hat mir ganze 1200 Wörter eingebracht.

Auch auf die Gefahr hin, das ich den Thread ziemlich aufblähe, lasse ich euch mal daran teilhaben :-) Kritik ist sehr willkommen :-)

Nach dem heißen Bad, das ihre bösen, traurigen und bedrückenden Gedanken nicht vertreibt, zieht sie ihr Nachthemd an und geht ins Bett. Es dauert noch eine Weile, ehe Henning ins Schlafzimmer kommt und sich neben sie legt. Sie dreht sich zur Seite und schließt die Augen. Da spürt sie, wie er eine Hand auf ihre Schulter legt und bald anfängt laut zu schnarchen. Aber das ist nicht schlimm. Ramona kann ohnehin nicht schlafen, viel zu sehr quälen sie die bösen Gedanken. Sie hat kaum die Augen geschlossen, als sich die Schlafzimmertür einen Spalt breit öffnet. Sie schreckt auf und setzt sich mit einem Ruck auf.
„Der Mörder von Monika Wagner“, schießt es ihr in den Kopf und sie rutscht mit dem Rücken zur Wand. Sie streckt schon die Hand aus, um Henning zu wecken, doch dann tritt Ole im Schlafanzug mit seinem Teddy im Arm durch die Tür und kommt auf sie zugelaufen.
„Mama, Mama!“, flüstert er aufgeregt, „Der Weise ist in der Küche. Der Weise, Mama.“
Sie schwingt die Beine aus dem Bett und setzt sich auf die Bettkante.
„Wer ist in der Küche?“, flüstert sie zurück und lehnt sich zu ihrem Sohn herunter.
„Der Weise!“
„Wer ist denn der Weise?“
„Er sitzt in der Küche, du musst schnell kommen und machen, dass er weggeht!“
Sie steht langsam auf, ihr Nachthemd ist verrutscht und sie streckt die linke Hand nach ihrem Sohn aus, die rechte legt sie auf die Lippen. Ole schüttelt den Kopf und streckt die Hand nach der Bettdecke aus.
„Ich will hier bleiben, bitte.“
Er weint leise.
„Na gut, aber bleib ganz ruhig, ja?“
Dann hebt sie ihn auf die Bettkante und deckt ihn zu.
„Warte hier, ich gehe schnell nachsehen, ja?“
Ole nickt und stottert dann leise: „A – Aber, sei v-v-v-vorsich –tig, er is bestimmt gef – f- fährlich.“
Ramona nickt und streichelt ihm über den Kopf.
Sie schiebt sich durch die geöffnete Schlafzimmertür und versucht möglichst keine Geräusche zu machen, um Henning nicht zu wecken. Doch als sie die Treppe hinunter geht, beschleicht sie ein merkwürdiges Gefühl. Ole ist in letzter Zeit sehr selten zu ihr ins Bett gekommen und selbst früher, als er das noch regelmäßig getan hat, hat er sich nie wilde Geschichte über das Monster unter dem Bett oder einen „Weisen“ in der Küche ausgedacht.
Sie schaltet kein Licht ein, als sie den Flur betritt, sondern tastet sich im Halbdunkeln, nur mit dem Licht, das von oberhalb der Treppe hinunter scheint, vorwärts. Ein dicker Kloß hat sich auf dem Weg in ihrem Hals festgesetzt und sie kann so oft schlucken, wie sie will, er verschwindet einfach nicht.
Sie presst sich dicht gegen die Wand neben der Küchentür. Es ist dunkel. Wer auch immer darin sein mag, er hat zumindest kein Licht gemacht. Sie lauscht einen Augenblick mit geschlossenen Augen und meint, jemanden schnaufen zu hören.
„Was zur Hölle soll ein Einbrecher solange in der Küche machen?“, denkt sie. Dann dringt ein schreckliches Bild in ihren Kopf. Sie stellt sich vor, wie der Mörder von Monika Wagner erst noch gemütlich in ihrer Küche gesessen und einen Kaffee getrunken hat, bevor er zu ihr hinaufgegangen ist um sie zu erschlagen. Sie geht ganz langsam und fast lautlos einige Schritte zurück und tastet auf der glatten Holzoberfläche der Kommode nach etwas, womit sie sich im Notfall wehren könnte. Ihre Finger umfassen einen langen, metallischen Gegenstand. Sie packt es, was immer es auch sein mag, und geht wieder in Richtung Küche. Als sie diesmal den Kopf neigt um zu lauschen, hört sie ganz deutlich wie jemand atmet. Wer auch immer das sein mag, er atmet schnell und erregt.
„Ob der Mörder von Monika Wagner sich wohl einen runter geholt hat, bevor er sie getötet hat?“
Einen Moment lang spürt sie wie sich ihr Magen verkrampft und glaubt sich übergeben zu müssen.
„Meine Kinder…“, denkt sie. Dann legt sie die zweite Hand auch noch an ihre improvisierte Waffe, fasst allen Mut zusammen, den sie noch aufbringen kann und tritt noch einen Schritt weiter in den Türrahmen. Einen Moment lang sieht sie nichts. Sie kneift die Augen zusammen und hält die Waffe über den Kopf. Nur das Schnaufen des Einbrechers ist zu hören. Dann bilden sich langsam tatsächlich Konturen vor ihrem Auge ab. Eine weiße Scheme direkt vor der Küche zur Terasse. Der Vorhang weht im Nachtwind, das kann sie erkennen. Wer auch immer es sein mag, sitzt oder kniet auf dem Boden. Ramona ist starr vor Angst. Sie kann sich nicht bewegen, selbst wenn sie es wollte. Doch wer oder was immer es ist bewegt sich, rappelt sich hoch. Das löst Ramona aus ihrer Verkrampfung, löst die rechte Hand von ihrer Waffe und schlägt mit einer blitzschnellen Bewegung – mittlerweile könnte sie jeden Winkel dieses Hauses mit verbundenen Augen finden – gegen den Lichtschalter.
Was da vor ihr steht, ist kein Mensch, aber nicht minder erschreckend als ein Einbrecher. Es ist ein riesiger weißer Schäferhund, der sich auf die Hinterpfoten gesetzt und kerzengerade aufgerichtet hat. Ihr Herz sackt ihr in die Magengegend. Sie versucht sich dem Tier ganz langsam zu nähern. Seine wachen, eisblauen Augen beobachten jeden ihrer Schritte genau. Ein kalter Schauer läuft ihr über den Rücken und der Wind, der durch die geöffnete Terassentür hereindringt, bläht ihr kurzes Nachthemd auf. Noch nie seitdem sie in diesem Haus wohnt, ist ihr der Weg quer durch die Küche so elendig lang vorgekommen. Jeden Moment erwartet sie, dass dieses Kalb von einem Hund sie anfällt und zerfetzt. Ihre nackten Füße berühren die kalten Bodenfließen und eine Gänsehaut zieht sich über ihren gesamten Körper. Sie steht direkt neben dem Tier und zieht die Tür zum Garten weiter auf. Dann schluckt sie noch einmal und in ihrer trockenen Kehle klickt es.
„Raus!“, haucht sie leise und zeigt mit der rechten Hand hinaus in die Nacht.
Der Hund legt den Kopf schief, hechelt sie an und steht dann auf. Ramona will einen Schritt zurück weichen, doch hinter ihr ist eine Wand. Doch das Tier hält die Nase in den Nachtwind und verschwindet dann wieder in die Dunkelheit.
Gerade will die Starre in ihrem Körper sich lösen als etwas die Treppe hinunter poltert. Ramona weicht jetzt wieder in die letzte Ecke der Küche zurück hält die Luft an. Eine Sekunde später steht Henning im Türrahmen, die Haare wild vom Kopf abstehend, nur eine Schlafanzughose an. Er hält eine Schrotflinte hoch und schreit:
„Hände weg von meiner Frau, du Arschloch!“
Es dauert eine Weile eh er bemerkt, dass sich niemand, außer seiner Frau, in der Küche befindet.
„Ole hat gesagt, da ist jemand in der Küche.“
Ramona blickt ihren Mann panisch verstört an und nickt.
„Wo ist er?“
„Er ist weg.“
Sie geht langsam einen Schritt vor und starrt mit weit aufgerissenen Augen zu ihm hinüber.
„Was ist los?“
„Willst du mich erschießen?“
„Nein, natürlich nicht.“
„Dann nimm das verfluchte Ding runter!“, brüllt sie.
Er lässt die Waffe sinken und schaut sie verdutzt an.
„Wer war es?“
„Es war ein Hund.“
„Der Weise in der Küche?“
„Der Weiße. Ich schätze, er meinte den Weißen in der Küche.“
„Oh.“, antwortet er betroffen. Dann plötzlich fängt er an zu lachen. „Ich dachte er meint den Weise, du weißt schon, den Kerl, dem das Fitnessstudio gehört.“
Ramona lacht kurz mit ihm, doch ihr Lachen erstirbt bald.
„Wo hast du das Ding her?“, fragt sie ernst.
„Ich hab’ es mir von meinem Vater geborgt. Na, wegen der Sache mit der Wagner, du weißt schon.“
„Wo hattest du sie versteckt?“
„Unter dem Bett.“, antwortet er und grinst sie an, „Weil du da sowieso nie staubsaugst.“
Sie schleudert ihm ihren improvisierten Metallknüppel entgegen, der sich nun als Schuhanzieher herausstellt.
„Du schleppst ohne mein Wissen eine Waffe ins Haus? Hast du sie noch alle?“
„Hey, ich wollte euch beschützen!“
„Du versteckst sie UNTER dem Bett?“, schreit Ramona ihn an und ihre Stimme überschlägt sich, „UNTER DEM VERFLUCHTEN BETT, wo Ole jeder Zeit herankommen könnte?“
„Ramona! Bist du wahnsinnig? Sie war verpackt.“, er senkt seine Stimme und fährt dann fort, „Komm her, du zitterst ja.“
Er geht auf sie zu und legt einen Arm um sie. Da stehen sie eine Weile und sehen dabei aus, wie aus einem schlechten Film. Er in einer hellgrauen, ausgewaschenen Schlafanzughose mit einer Schrotflinte in der Rechten und seiner Frau in der Linken, sie im Nachthemd, den Kopf in seine Halsbeuge gelegt.

sunshishi
Winner!
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Joined: Oct 16, 2009
Location: Europe - Germany - Bad Homburg
Posts: 3
Posted on:
Nov 14, 2009 - 05 58

Okay, da mein jetziges Kapitel voraussichtlich sehr kurz ausfallen wird, habe ich doch mal einen "Weisen" aus der Küche eingeflochten.

Im Palast wirkte alles ruhig, doch als er sich der Küche näherte, erklang Plätschern und Klappern. William blieb an den Saloon-Türen stehen und blickte erstaunt auf den gebeugten Rücken eines Mannes. Er steckte in einem gestreiftem Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln. Eine Satinweste veredelte seinen Aufzug, ebenso wie die schwarze Hose mit akkurater Bügelfalte.
„Starrt Ihr mir etwa auf mein Hinterteil, Master William?“
Der junge Vampir stürzte erschrocken durch die Tür, stolperte ein paar Schritte vorwärts und fing sich dann mit einem verlegenen Räuspern.
„Wer...?“
„Mein Name ist Gordon, Master William.“
Der Butler hatte sich noch nicht herum gedreht, sondern spülte weiterhin Tassen und Kelche. William wusste, dass er ihm bisher noch nicht begegnet war. Sein Aussehen hatte ihm zwar einen Hinweis in die richtige Richtung gegeben, aber er hätte den Namen nur geraten. Im Gegensatz dazu, schien Gordon ihn genau zu kennen.
„Ich habe für Lady Gabriel einen Kelch AB negativ vorbereitet“, er zeigte vage hinter sich und William entdeckte ein kleines Tablett auf dem Tisch, auf dem zwei silberne Kelche standen.
„Für Euch, Master William, einen Kelch mit 0 negativ.“
Der Vampir fragte sich, woher der Mann sein Wissen nahm. Mit niemandem hatte er über sein bevorzugtes Blut gesprochen. Die Mikrowelle erklang und Gordon holte einen dampfenden Becher hervor, den er ebenfalls auf das Tablett stellte.
„Lady Gabriel mag vielleicht einen Himbeer-Vanille-Tee nach der letzten Nacht. Und für Euch noch die aktuelle Zeitung.“
Er zauberte die „Scotsman“ von einem Stuhl unter dem Tisch hervor und klemmte sie neben den Teepott auf das Tablett.
„Ich komme mir vor, wie bei den Weisen aus dem Morgenland mit all den Geschenken“, witzelte William verlegen.
„Mit Myrrhe, Gold und Weihrauch kann ich leider nicht dienen, Master William. Ihr müsst euch wohl oder übel mit dem Weisen aus der Küche und Blut, Tee und der Zeitung zufrieden geben.“
Sein Gesichtsausdruck blieb ernst und es schwang auch kein Humor in seiner Stimme. Doch ein kurzes Aufblitzen in Gordons Augen machten deutlich, dass auch er zu scherzen imstande war. William grinste und nahm dankend das Tablett entgegen.

Mal sehen, ob ich dadurch mein Kapitel etwas blähen kann...

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