Glowing Halo
elomaran's picture

About the author
elomaran
Novel: Die Gauklerinsel
Genre: Fantasy
47,670 words so far  

About elomaran

Location: Aachen, Germany

Home Region:
Europe :: Germany & Austria

Age:34

Website: http://www.elomaran.de

Favorite writers: Peter S. Beagle, Terry Pratchett, Charles Dickens, Mervyn Peake, Margery Allingham

Favorite music: The Amazing Blondel, Oysterband, John Renbourn Group, Riserva Moac, Steeleye Span

Non-noveling interests: Filk Music, Webdesign, Rollenspiel

Joined: October 25, 2006

This Year: Official Participant

NaNoWriMo History:
'06 '07 '08

NaNoWriMo posts: 1

NaNoWriMo buddies: 45

 

Brief Author Bio:

Maja Ilisch, 34 Jahre alt, Halbtagsbibliothekarin, immerhin in der Bibliothek einer westdeutschen Eliteuniversität.
Ich habe zwei Nanos gewonnen und gedacht, das müßte jetzt immer und für alle Zeit so weitergehen - aber im vergangenen Jahr bin ich gescheitert, und das nach nicht mehr als drei Tagen. Obwohl ich meine Geschichte mochte und immer noch mag, ging es einfach nicht - ich konnte meine Vollzeitstelle und die Schreiberei nicht unter einen Hut bringen, und verabschiedete mich aus gesundheitlichen Gründen vom Nano und aus dem Blog. Nicht mal einen Abschiedsbeitrag habe ich noch zustande gebracht.
Jetzt ist es nur noch eine halbe Stelle, es geht mir wieder etwas besser, und ich gedenke, in diesem Jahr wieder den Nano zu schreiben und zu gewinnen. Bis vor wenigen Tagen ging ich noch davon aus, daß ich einen Krimi mit Vampiren schreiben würde - aber so toll meine Vampire auch waren, für einen Krimi fehlte mir der Plot. So daß ich das Debakel lieber im Vorfeld vermied und das Thema wechselte, hin zu dem Roman, der mir seit Wochen nicht aus dem Kopf geht. Es ist kein neues Projekt, und ich verstoße gegen alle Nano-Regeln damit, denn ich werde die gut achtzig Seiten Text, die ich schon habe, auch behalten, denn sie sind gut. Ich werde sie auch nicht auf die fünfzigtausend Wörter anrechnen. Aber in diesem Jahr gibt es von mir Degen und Dreispitze, Geister, Schufte und Verschwörer und die Schrecken der Tiefsee, kurz: Die Gauklerinsel.

Synopsis: Die Gauklerinsel

Wenn die Leute auf der Insel landen, freuen sie sich noch. Man nennt sie die Gauklerinsel oder auch das Land der Freien - keine Karte zeigt sie, und das ist auch gut so. Denn wer einmal auf der Insel festsitzt, der bleibt da auch. Schiffe, die von ihr fortsegeln, kommen erst in einen Nebel und dann zur Insel zurück, wo sie irgendwann ausgeschlachtet werden, denn es kommen ja genug neue Schiffe an, neue Schiffe mit neuen Flüchtlingen, Glücksrittern und Geldsäcken... Und so fällt es nicht weiter auf, daß immer wieder Bewohner aus der Stadt spurlos verschwinden.

Roashan lebt schon sein ganzes Leben lang in der Stadt auf der Insel, und er ist eigentlich ganz zufrieden. Gut, er hat eines seiner Augen verloren und die eine oder andere fiese Narbe abbekommen, aber wenn man sich quer durch alle Betten schläft, ist das wohl unumgänglich. Er trägt schicke Klamotten und seinen stolz erbeuteten Dreispitz, schwingt einen flotten Degen und weiß sich ganz gut zu helfen - bis er sich eines Tages an Händen und Füßen gefesselt im Hafenbecken wiederfindet. Unten sieht er eine Stadt liegen, ganz wie die, in der er selbst lebt, die ringförmigen Straßen, die Zitadelle in der Mitte - nur, daß diese Stadt in Trümmern liegt. Roashan ist das relativ egal, verglichen mit der Tatasache, daß er am Ertrinken ist - aber dann wird er von einer ebenso geheimnisvollen wie abstoßend häßlichen Frau gerettet.

Am anderen Tag kommt Roashan mit einer dicken Beule und Erinnerungsverlust in seinem Bett wieder zu sich - allein auf den ersten Blick, doch dann findet er in seiner Wäschetruhe ein Baby, das ganz sicher nicht von ihm stammt, denn es hat Schwimmhäute an den Fingern, und überhaupt, so ein häßliches Kind kann unmöglich seines sein! Außerdem ist seine Hütte durchsucht worden, und ihm fehlt sein Dreispitz - dafür hat man ihm einen fremden Hut dagelassen, den Roashan prompft verpfändet, um sich was zu trinken kaufen zu können.

Roashans Freund Shaun hilft mit dem Baby, so gut er kann - und er kann nicht wirklich gut, denn schließlich ist Shaun ein Geist, seit er vor acht Jahren sein Leben heldenmütig weggeworfen hat, um Roashans zu retten - und das reibt er ihm auch oft genug unter die Nase. Gemeinsam wollen sie sich auf die Suche nach der Kindsmutter machen - doch in Zwischenzeit wird der Wirt von Roashans Stammkneipe erschlagen, Roashan fühlt sich verfolgt, und seinen Hut will er auch wiederhaben. Die Freunde nehmen die Ermittlungen auf - und stoßen auf einen dreisten Doppelgänger, eine halbverrückte Fischfrau, einen sinistren Geheimbund und vor allem auf die geheimnisvollen Edlen, die von der Zitadelle aus die Geschicke der Menschen auf der Insel steuern, ohne daß sie selbst jemals ein Mensch zu Gesicht bekommt...

Excerpt: Die Gauklerinsel

Kadon wartete im Studierzimmer und wirkte dort wie ein Fremdkörper. Obwohl dort der sicherlich sehr bequeme Sessel stand und eine Gruppe etwas kleinerer Stühle am Kamin, stand er lieber, statt sich zu setzen, und seine Haltung erinnerte an ein trotziges Kind - die Arme verschränkt vor der Brust, ein mißmutiger Gesichtsausdruck dazu, als hätte Trosca nicht sofort alles stehen- und liegenlassen, seine Kinder eingeschlossen, als er von dem späten Gast hörte. Davon abgesehen, sah er nicht wie ein Affe aus, zumindest nicht wie der, den Shaun gekannt hatte. Vielleicht störte sich das Kind an dem Bart, der zwar sauber gestuzt war, aber dem Gesicht etwas Grimmiges gab. Oder es meinte die sehr kleine Nase, die nicht recht zu einem erwachsenen Mann passen mochte und die über dem Bart ein bißchen verloren und fehl am Platz wirkte.
Auch an Kleidung konnte der Gast es nicht mit der edlen Eleganz Troscas aufnehmen. Falls er Geld hatte, was Shaun fasty bezweifelte, nutze er es nicht, um seinen Kleiderschrank zu füllen, und sein Geldbeutel hätte in Troscas sicher ein paarmal hineingepaßt. Er trug Leder, Joppe und Kniehosen waren unverwüstlich und hielten ein Leben lang, und sie sahen aus, als hätten sie die Hälfte davon schon hinter sich, waren älter als der Mann selbst, der in seinen Dreißigern sein mochte, aber Shaun war nicht gut darin, das Alter von Lebenden zu schätzen.
Und die Gesellschaft hatte Schranken zwischen den beiden Männern erbaut, die Trosca seinen Gast mit deutlich weniger Herzlichkeit begrüßen ließen als die Geschäftsleute, die ihn im Laufe des Tages besucht hatten. Genau genommen verzichtete er sogar ganz auf jede Form der Begrüßung, er schloß nur die Tür hinter sich und sagte, ohne dem anderen Mann auch nur zuzunicken: »Habe ich Euch nicht gesagt, Ihr sollt mich hier nicht aufsuchen? Meldet Euch mit Namen an, Ihr wißt nicht, was Ihr damit anrichtet, selbst meine Kinder wissen schon, wer Ihr seid.«
Auch Herrn Kadon war wohl nicht nach den üblichen Höflichkeiten zumute. »Spart Euch das, Trosca. Ihr werdet Euch noch freuen, daß ich direkt zu Euch gekommen bin.« Seine Stimme, im Gegensatz zu Troscas leiser, weicher Stimme, die ihn klingen lies, als alles was er sagte nur eine Geschichte war, die er seinen Kindern erzählte, war Kadons Stimme rauchig und etwas heiser, und jede Form von Freundlichkeit fehlte darin. »Und hätt ich Eurem Türknecht nicht meinen richtigen Namen genannt, hättet Ihr mich gar nicht erst so schnell hier empfangen.«
Trosca zischte durch die Zähne. »Ich habe Euch ein Codewort genannt, daß für solche Zwecke gedacht ist -«
»Spart Euch Eure Codewörter und Euren ganzen Firlefanz.« Kadon ging mit langsamen Schritten zur Tür, wartete einen Moment und riß sie dann abrupt auf. Der Flur war leer bis auf den Kerzenschein, kein Diener lauscht oder spähte durchs Schlüsselloch. Shaun lächelte in sich hinein, er ahnte, daß er nun etwas zu hören bekommen sollte, was für keine fremden Ohren bestimmt war und für seine am wenigsten. »Will nur sicher gehen, daß wir hier unter uns sind.«
»Wollt Ihr auch noch in den Kamin spähen?« fragte Trosca mit amüsierter Schärfe. »Es ist mein Haus, und Ihr könnt Euch darauf verlassen, daß mein Personal ebenso handverlesen wie diskret ist. Sagt, was Ihr zu sagen habt. Je früher Ihr Euch auf Euren Heimweg macht, desto besser.«
Es hatte sich gelohnt, soviel stand fest. Die ganze Langeweile über den Tag - der ganze Ärger über Menschen, die auf anderleuts Kosten lebten - die ganzen Zweifel, ob Trosca wirklich hinter der Hutgeschichte stecken konnte - jetzt wußte Shaun, warum er da war, und er würde kein Wort verpassen von dem, was hier unter dem Mantel der Verschwiegenheit geredet wurde.
»Es ist das passiert, was ich schon seit Tagen habe kommen sehen«, sagte Kadon. »Antal ist tot.«
»Antal?« fragte Trosca und legte eine Hand an sein Kinn, als müsse er scharf nachdenken, ehe er den Namen einordnen konnte. »Ihr meint Antal Buin?«
Kadon lachte schroff. »Wen sonst? Er hat von Anfang an nur Ärger gemacht, jetzt hat er bekommen, was er verdient. Hat mit dem Gesicht nach unten in der Gosse gelegen, nicht weit von der Spelunke, wo er den Wirt erschlagen hat.«
»Bedauerlich«, sagte Trosca. »Äußerst bedauerlich.« Seine Stimme war weder das eine, noch das andere. »Es war ein Versuch, er ist gescheitert. Ich habe damit gerechnet, aber das heißt nicht, daß ich es nicht noch einmal wagen würde.« Er lächelte auf eine Art, daß es Shaun kalt wurde. »Aber beim nächsten Mal mit einem anderen Subjekt, und mit einem anderen Objekt. Wißt Ihr, warum er gestorben ist?«
»Ich war nicht dabei«, erwiderte Kadon, »und hab den Toten auch selbst nicht gesehen. Der Schwarze Matty hat mir Bescheid gegeben, und er hat Antal gut genug gekannt - ich glaube ihm, wenn er sagt, es hat ihn erwischt.«
»Ihr seht zu besorgt aus«, sagte Trosca im Plauderton. »Darf ich Euch ein Glas Wein anbieten, das die Farbe in Euer Gesicht zurückbringt? Die Angst steht Euch nicht gut, und sie ist darüber hinaus völlig fehl am Platz.«
Kadon schüttelte den Kopf. »Behaltet Euren Wein, Ihr werdet ihn noch brauchen.« Und auch wenn Trosca auf die Stühle am Kamin deutete, blieb der Gast weiterhin stehen. »Antal war ein Dummkopf und ein einziges Risiko. Ich war von Anfang an dagegen, und das haben wir jetzt davon. Wenn morgen ganz andere Leute als ich auf Eurer Schwelle stehen, sollte mich das nicht wundern.«
»Wirklich, Ihr klingt, als machtet Ihr Euch Sorgen um meinetwegen.« Trosca lachte leise, dann ignorierte er seinen stehenden Besucher und setzte sich selbst in einen der Kaminstühle. »Das Problem mit Antal ist, er hat seine Rolle zu gründlich gespielt. Der Schuft, den er ersetzen sollte, hatte zu viele Feinde. Es wundert mich nicht im geringsten, Antal tot zu finden. Den Versuch war es trotzdem wert.«
Shaun trank jedes einzelne seiner Wörter. Antal, Nachname Buin, in der Gosse. Damit lag der Tote zumindest nicht mehr namenlos im Schattenfuchs. Aber der Rest machte so wenig Sinn - warum sollte dieser Antal Roashan ersetzen? Was für Versuche, und was für Risiken? Wer waren diese beiden Männer, und was wollten sie? Vor allem - was wollten sie von Roashan?
»Eigentlich nicht nötig zu erwähnen«, sagte Kadon, »daß er Euren Hut natürlich nicht bei sich hatte.«
»Schade um den Hut«, antwortete Trosca. »Aber ich hätte ihn ohnehin nicht getragen, er war nicht mein Stil. Ich weiß nicht, warum Antal, oder Ihr, dem Hut solche Bedeutung beimeßt. Wenn Ihr Geld wollt, um Euch einen Hut zu kaufen, sagt einen Ton. Euer Haupt nicht um meinetwegen frieren...« Hätte Trosca so geredet, belustigt und gelangweilt, wenn er geahnt hätte, daß dieser bedeutungslose Hut ihm immerhin einen Geist im Haus eingebracht hatte?
Kadon schnaubte. »Lacht Ihr nur. Wenn Ihr der nächste seid, dessen Gesicht zur Straße zeigt, sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.«
»Ihr müßt mich nicht warnen«, sagte Trosca, plötzlich wieder ernst. »Aber verwechselt mich nicht mit einem hirnlosen Taugenichts wie Antal Buin. Er hatte das passende Aussehen und war anfangs mit Eifer bei der Sache, das ist das Beste, was ich über ihn sagen kann. Ich bin ein Mann von anderem Kaliber. Mich überrumpelt niemand. Mein Rücken ist der bestbehütete in der ganzen Stadt. Und meine Geheimnisse geben auf sich Acht.« Er erhob sich und schritt zur Tür, aber nicht, um sie aufzureißen wie eben Kadon, sondern um sie dem Gast mit nachdrücklicher Aufforderung, sich gefälligst aus dem Staub zu machen, zu öffnen. »Und beim nächsten Mal, Kadon, werdet Ihr das Codewort benutzen. Oder Ihr könnt auf mich warten, bis Ihr schwarz werdet.«

elomaran's Writing Buddies

SusanneBonn
21,631 / 50,000
Lapislazuli
32,887 / 50,000
Aryana
46,576 / 50,000
Chuck
38,572 / 50,000
Neyasha
40,777 / 50,000
Romilly
27,585 / 50,000
AnalytikerKatharina
41,786 / 50,000
Shadowdaughter
8,095 / 50,000
Danmoria
16,452 / 50,000
Maran
1,013 / 50,000
leosluna
37,892 / 50,000


Home :: About :: Search :: My NaNoWriMo :: FAQs :: Fun Stuff :: Donation/Store :: Forums :: More from OLL
Privacy Policy :: Terms and Conditions :: Codes of Conduct :: Returns Policy

Copyright © 2009 The Office of Letters and Light :: All posted novel excerpts remain copyright their authors.
Powered by Drupal