Genre: Fantasy
About Mayalie
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Felidae (Arbeitstitel)
an excerpt
Langsam erhob sich die Sonne über die Wipfel des Pluviah Waldes, um den zehnten Tag des Quellmondes zu begrüßen. Die Bäume rauschten leise in einer leichten Brise und die ihre Blätter wiegten sich in altvertrautem Rhythmus. Alle Arten von Vögeln sangen und die anderen Wesen des Waldes huschten, hüpften oder krochen über den moosigen Boden, wie es ihnen gegeben war. Nur das Volk der Silvicultura, der Waldbewohner Felidaes, regte sich erst langsam. Fensterläden der Baumhäuser wurden geöffnet, um die frische Morgenluft in die Stuben zu lassen und vereinzelt hörte man schon die Geräusche der ersten frühen Tätigkeiten.
Nur ungern öffnete die junge Felidin Seonaid ihre Augen, als ihre Mutter ins Zimmer kam, um sie und ihre zwei Geschwister zu wecken. Unerbittlich riss Ma Isalie das Fenster auf und warmes Sonnenlicht strömte in den kleinen Raum.
"Aufstehen, Kinder! Es wird gefrühstückt!"
Und mit diesen Worten war sie auch schon wieder geschäftig davongeeilt. Seonaid seufzte und rieb sich den Schlaf aus den Augen und blinzelte angestrengt. Gestern war es doch ein wenig spät geworden, aber sie war ja selber Schuld. Schließlich hätte sie sich nicht zur Ratsversammlung davonschleichen müssen, jedoch hatte ihr ihre Neugier kaum eine Wahl gelassen.
Sie schwang ihre Beine von ihrem Felllager herunter und tapste auf das ihres kleinen Bruders zu. Dieser hatte sich den Worten ihrer Mutter zum Trotz noch tiefer in die Decken gekuschelt und es war an Seonaid, ihn aufzuwecken.
"Iano", sagte sie mit leiser Sing-sang-Stimme, "komm, Kleiner, frühstücken!"
Unwilliges Gemurmel war nur zu hören und so zog sie kurzerhand einfach die Decke weg. Mit einem Fauchen schoß Iano in die Höhe und funkelte seine Schwester böse an.
"Immer musst du mich aufwecken!" Er zog eine beleidigte Schnute und drehte den Kopf weg, als Seonaid ihm kichernd durch sein Haar wuscheln wollte.
"So ist nun mal das Leben, Brüderchen", meinte sie belustigt und ging weiter zu dem Fellhaufen, der ihre Schwester Finia darstellen sollte. Das gerade mal fünf Jahre alte Kätzchen wartete auch immer, bis Seonaid am Morgen zu ihr kam, bevor sie sich vom Schlaflager bewegte.
"Komm, Finia", sagte sie, bevor sie ihre Schwester kurzerhand aus den Decken zog und mit ihr auf dem Arm in Richtung Wohnraum ging. Schnurrend schmiegte sich die Kleine an sie.
Der Wohnraum bestand aus einer Kochstelle, dem Vorratsschrank und einem niedrigen Tischchen mit bunten Sitzpolstern um ihn herum verteilt. Eine Tür führte in die Schlafkammer der Eltern, die andere hinaus auf den Baum.
Auf dem Tisch standen Schalen mit frischer Ziegenmilch und Beeren bereit, das Frühstück der Familie. Ma Isalie saß schon beim Essen, als die Geschwister zu ihr stießen und sich setzten. Ihr Vater war, wie jeden Morgen längst mit den anderen Männern zum Fischen aufgebrochen, sie würden ihn erst mittags wieder sehen.
Während ihre Mutter dabei war, Finia zu füttern, wanderten Seonaids Gedanken wieder zum vorhergehenden Abend.
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