Glowing Halo
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About the author
Mandarinente
Novel: Serpens Alatus
Genre: Fantasy
62,076 words so far   Winner!

About Mandarinente

Location: Mindelheim / Germany

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Europe :: Germany & Austria

Age:33

Favorite novels: Watership down, Jagd auf Roter Oktober, 13 alte Esel, Der Ruf der Pfauentochter etc.

Favorite writers: No one special at the moment

Favorite music: Secret Garden, Gregorianika, Gegorians, Rock Balladen etc.

Non-noveling interests: Reading books, penpals, travelling

Joined date: October 7, 2004

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'04 | '05 | '06

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Serpens Alatus
an excerpt

Riedel musste sich einen Moment lang niedersetzen und Atem holen.
Wieder reizte ihn der stechende Geruch und er räusperte sich mehrmals.
Da hörte er von der offenen Seite des Raumes ein Scharren!
Alarmiert sprang er auf und wich zu dem Wasserbecken zurück.
Er wusste nicht, ob oder was sich dort hinten verborgen hielt aber er glaubte zu spüren, dass er nicht mehr alleine war.
Er hob langsam die Hände und streckte sie der Dunkelheit entgegen. Soweit er wusste, war das Früher der Beginn des heutigen Händeschüttels gewesen. Ein Zeichen, dass man in friedlicher Absicht kam und nichts in den Händen verborgen hielt.
Vielleicht sollte er auch noch etwas sagen?
Er kam sich ein wenig albern vor, aber er war auch sehr aufgeregt.
Die Anspannung ließ seine Stimme zittern,
„Ich komme in friedlicher Absicht“ sagte er und erschrak gleich darauf über den Wiederhall, den seine Stimme in diesem Gewölbe erzeugte.
„Das dachte ich mir schon,“ dröhnte mit einem Mal eine Antwort durch die Höhle.
Riedel sank völlig erstarrt auf die Knie und verbarg das Gesicht mit den Händen!
Er war einer Ohnmacht nahe! Das Grollen war so gewaltig, als habe Riedel Gottvater persönlich vor sich!
Die Stille, die sich danach wieder abrupt über ihn senkte, war beinahe ebenso brutal.
Zitternd sah Riedel auf und riskierte einen vorsichtigen Blick durch die Finger. Dann nahm er die Hände herunter.
Es war niemand zu sehen.
Mühsam befeuchtete er sich die trockenen Lippen.
„W-wer bist du?“ er hauchte die Frage mehr, als er sie aussprach und hielt danach angespannt den Atem an. Bereit für einen neuen Ausbruch dieser gewaltigen Stimme.
Doch die Antwort kam nun wesentlich leiser. Als ob sein Gegenüber sich Mühe gab, seine Stimme zu senken.
„Ich wohne hier,“ stellte der Fremde nüchtern fest.
Riedel überlegte, was er darauf sagen sollte.
„Ähm...ja...entschuldige, dass ich einfach so hier hereingeplatzt bin,“ meinte er schließlich und kam sich richtig Tölpelhaft dabei vor.
„Ich habe nicht gehört, dass etwas zerplatzt ist,“ kam die Antwort aus dem Dunkel.
„Äh...jaja...natürlich...natürlich. Das kannst du auch nicht wissen. Das ist eine Redewendung von uns. Wie dumm von mir. Entschuldige bitte. Ich wollte damit nur sagen, dass ich es bedauere, hier ungebeten hereingekommen zu sein.“ erklärte Riedel dem Unbekannten eilig.
„Ich nehme deine Entschuldigung an!“
Das war sehr fest und bestimmt gesprochen. Aber auch ein wenig gönnerhaft.
Riedel konnte nicht sagen, ob der Fremde damit die Entschuldigung für die falsche Wortwahl akzeptierte oder für sein Eindringen.
Nervös verhaspelte er sich immer mehr darin, bis die Stimme ihn aus seinen wirren und unnützen Überlegungen riss.
„Warum bist du hier?“ fragte sie. Das klang mehr wie ein Befehl, als wie eine Frage.
Riedel wählte seine Worte mit Bedacht.
Eine fremde Kultur mit unbekannten Sitten und Gesetzen war mit allergrößter Vorsicht zu genießen.
Erstes Gebot dabei: der Fremde darf nicht erschreckt oder verärgert werden!
„Ich kam her, weil ich das Licht sah,“ antwortete Riedel wahrheitsgemäß.
Es folgte ein Knurren, dass aber auch ein zustimmendes Brummen gewesen sein konnte.
Was dachte der Andere?
Verflixt, so ging das nicht!
„Könntest du nicht etwas näher kommen, damit ich dich besser kennen lernen kann?“ schlug er beherzt vor.
Doch die Stimme lehnte ab.
„Ich bin vorerst nah genug,“ bestimmte sie.
„Aber ich kann dich nicht sehen und das...das macht es für mich ziemlich kompliziert,“ wandte Riedel ein.
„Es ist viel komplizierter, wenn du mich siehst,“ war die rätselhafte Antwort.
Hier kam er nicht weiter, stellte Riedel fest. Wenn er weiterbohrte, riskierte er es, sein Gegenüber zu verstimmen.
„In Ordnung, ganz wie du meinst.“
Er blieb also ruhig sitzen und wartete ab.
Sollte doch der Fremde kundtun, über was er sich unterhalten wollte. Es kam auch prompt die nächste Frage aus dem Dunkel.
„Warum habt ihr das Portal geöffnet?“
„Weil wir neugierig waren,“ antwortete Riedel spontan.
Das stimmte ja auch, wenn man es genau nahm.
Wieder das Geknurre.
„Wer ist 'wir'?“
Das war schon schwieriger zu beantworten.
„Naja, ich - und meine Mannschaft...und...“
„Mannschaft? Was ist das? Euer Anführer?“
„Nein, nicht direkt. Die Mannschaft, das sind Leute. Eine Gruppe von Leuten, die mit mir zusammenarbeiten und mir helfen. Ich...ähm...ich löse Rätsel, verstehst du? Alte Rätsel. Ich möchte wissen, was früher war.“
„Hm. Interessant.“ brummte die Stimme. „Was hat das für einen Zweck?“
Riedel überlegte.
„Der Zweck...na ja, ich lerne dadurch. Über mich, unser Volk. Wie wir uns entwickelt haben, woher wie gekommen sind...“
Diesmal war das Knurren eher ein abfälliges Schnauben.
„Wieso habt ihr das denn vergessen?“
„Wie meinst du das?“
„Wenn man etwas sucht, hat man es verloren. Wenn man etwas lernt, hat man es vergessen.“
„Oder man wusste es bisher noch nie“ fügte Riedel hinzu.
„Unmöglich!“
Das kam ungedämpft und mit derselben erschlagenden Lautstärke und Wucht, wie ganz zu Beginn.
Riedel presste sich die Hände auf die Ohren. Sein Herz raste in der Brust.
„Oh Gott! Bitte...nicht!“ stöhnte er.

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