Genre: Historical Fiction
About calavino
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Der Industriebaron
an excerpt
1. 1876
Hugo von Wernitz zog einen Handschuh aus und strich mit der bloßen Hand über ein paar Ähren am Feldrand, als streichele er die Köpfe seiner Kinder. Die kleinen Widerhaken der Zinnen kratzten rau über die Innenfläche seiner Finger. Er drehte die hand um und strich mit dem Daumen zwei winzige Widerhaken ab, die im Mittelfinger steckengeblieben waren.
Franz, der Knecht, der das Gespann hielt, trat einen halben Schritt näher.„Es ist ein gutes Jahr, Herr.“
Eine der Mägde sah von ihrer Arbeit auf. „Der Herr über unsere Arbeit gewacht.“
„Er hätte besser über die Getreidebörse wachen sollen.“ Hugo zündete seine Pfeife an kehrte zum Landauer zurück. „„Nach Hause.“
Franz hinkte mit schweren Schritten zum Kutschbock und stieg schnaufend hinauf. Als er das lahme Bein nachzog, hielt er sich krampfhaft am Rahmen fest.
Hugo verschattete die Augen gegen die tiefstehende Sonne, um ihn besser beobachten zu können. „Wir müssen dir eine andere Arbeit suchen, mein Guter.“
„Herr, die Pferde sind an mich gewöhnt.“
Hugo lachte. „Du meinst, niemand außer dir kann sie bändigen.“ Er zog seinen Handschuh wieder an und ließ sich in die Polster zurücksinken.
Franz schnalzte mit der Zunge und die vier Brauen trabten an.
Aus der leichten Brise, die den Nachmittag beherrscht hatte, wurde Wind, der in heftigen Böen den Sand auf dem Fahrweg aufwirbelte. Hugo drehte sich um. Die Feldarbeiter m Rand des Weizenfelds, an denen sie vorbeifuhren, duckten sich gegen die Staubfahne und zogen ihre Köpfe ein. Hugo schmeckte Sand zwischen den Zähnen und er nahm die Pfeife aus dem Mund.
Als die Uhr vom Kirchturm in Barnim sechs schlug, bogen sie in den Waldweg ein. Die Schicht der trockenen Kiefernadeln und der Schutz der mächtigen Bäume dämpfte den Wind Sandflug. Mit jeder Bö ging ein machtvolles Rauschen durch den Wald.
Wie er dieses Geräusch liebte. Aber nun kam es zur Unzeit. Das Gewitter würde die Ernte beschädigen. Vor dem Ende der Ernte konnten sie kein Gewitter brauchen. Er blickte hoch, aber die langen Äste, die sich über dem Waldweg zu einem Dach schlossen, verdeckten den Blick
Franz knallte mit der Peitsche und die Pferde gingen in Galopp über. Auch er hatte begriffen, dass sie sich beeilen mussten, um vor dem Regen zu Hause zu sein.
Sie verließen den Wald, galoppierten am xxx-See vorbei, der von den Wolken verfinstert wurde. Der Wind kräuselte die Wasseroberfläche und kleine Wellen klatschten gegen das Ufer neben dem Sandweg.
Hugo blickte wieder zum Himmel und in diesem Augenblick klatschte ihm der erste dicke Regentropfen direkt auf die Stirn, er wischte ihn weg. „Beeil dich!“
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