Kreativer Kick gefällig?

chaosqueen
Kreativer Kick gefällig?

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Oct 15, 2008 - 11 02

Wir hatten in den letzten Jahren immer ein paar Schreib-Spielereien im Oktober zum Warmwerden. Da ich das vom Prinzip her prima finde, starte ich jetzt auch mal einen solchen Thread.

Ich schenke euch 5 Wörter, und ihr macht daraus 1000. Bis morgen Abend, 22.00h.

Es ist alles erlaubt, solange die Wörter enthalten sind. grammatikalische Beugungen sind erlaubt (wenn das Verb "gehen" auftaucht, darf natürlich auch "gehe", "ging", "gegangen" etc im Text vorkommen, Substantive im Singular oder Plural und natürlich im korrekten Fall), extreme Abwandlungen eher nicht (wenn ich "gehen" schreibe, zählt "Gang" nicht, weder als Bewegung noch als Korridor).

Ich selber versuche mich natürlich auch an einem Text. Je abgefahrener, sinnfreier und lustiger, desto besser. Ich plädiere ja dafür, dass man den Text einfach runterschreibt ohne zu denken (anders wirds im NaNo auch nicht unbedingt), das überlasse ich aber euch.

Der erste, der hier einen fertigen Text postet (fertig im Sinne von ca. 1000 Wörter und alle 5 Vorgaben enthalten), darf 5 neue Wörter für den Folgetag einstellen.

Alles klar so weit? Denn man los!

Brot
Echse
Griesgram
wandern
lila

Viel Spaß!
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MermaidBia

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Oct 15, 2008 - 12 27

"Es ist lila,"
Ruhig, ganz ruhig.
Nicole vergrub die Hände in den weitläufigen Taschen ihrer Schürze und zwang sich, keinerlei Wut in sich aufsteigen zu lassen. Das war letztendlich wie Nudeln kochen - man brauchte nur einen Topf, der groß genug war, und genügend Wasser, dann konnte alles brodeln, wie es wollte...
Trotzdem konnte sie die Dämpfe unter ihrer Haube aufsteigen fühlen. Das musste von außen ziemlich komisch aussehen.
"Ich weiß, daß es lila ist, mein Herr," sagte Nicole, sich selber mit jedem Wort zu einem ruhigen Ton zwingend. "Es tut uns sehr leid, aber für Ihre Spezialanfertigung fehlen uns momentan einige unerlässliche Zutaten."
"Also bekomme ich doch tatsächlich lila Brot." Der alte Mann war einer der treuesten Kunden der Bäckerei, aber wenn es nach Nicole ging, hätte sie gut und gerne darauf verzichten können. Er schlug häufig einen Ton an, als gehöre ihm persönlich der gesamte Laden, und jeder Engpass in der Lieferung der Zutaten war eine höchstpersönliche Beleidigung seiner selbst. Und als - selbstverständlich unbezahlte - Praktikantin bekam Nicole meistens das Gros der altersbedingten Aggressionen ab. Es war zum Heulen.
"Ist es denn so schwer, heutzutage guten Service zu bekommen, junges Fräulein?" Aus seinem Mund klang das Wort "Service" seltsam unpassend, wie ein Dinosaurier, der über Teflonbratpfannen sprach. "Ihre werten Vorgesetzten müssten doch eigentlich wgissen, daß..." Er grunzte, anscheinend gingen ihm nun vollends die Wörter aus; er fing neu an: "Violettbeeren sind, verflucht nochmal, kein Ersatz für Amethystbeeren. Wann werden Sie sich endlich merken können, daß ich gegen die verdammten Dinger allergisch bin?"
Die Worte prasselten auf Nicole herunter wie Hagelkörner, aber sie sah dem alten Griesgram weiter stoisch in die Augen, wie sie es sich bei Danilo abgeschaut hatte.
"Wir versuchen immer, die besten Substitutionsgüter für unsere Kunden bereitzustellen..." fing sie an.
"Substitutionsgut, Substitutionsgut," höhnte der alte Kerl, das lange Wort hatte Probleme, seine Zunge zu verlassen und Nicole wartete fast schon sehnsüchtig auf lose Zähne, die aus seinem Mund geschossen kamen, nur um dem ganzen etwas Abwechslung zu verleihen. "Hat die Praktikantin ein Fremdwörterlexikon verschluck, oder was? Häh?" Herr Johansson tobte sichtlich, glücklicherweise war er im Moment der einzige Kunde in der Bäckerei. "Ich esse dieses Brot nicht zum Vergnügen, junges Fräulein, das sollte ihren werten Vorgesetzten eigentlich klar sein. Glauben Sie denn, ich esse dieses Zeug gerne? Gott, warum lässt man mich überhaupt mit dieser minderbemittelten Praktikantin sprechen? Das muss ich mir nicht gefallen lassen, ich nicht, oh nein."
Aber ich muss es mir gefallen lassen, ja? dachte Nicole angewidert. Unter ihrer Haube kochte es.
"Es ist nicht nur ein Nahrungsmittel, junges Fräulein," sagte Herr Johansson, jetzt langsamer und fast mit einer Art, die man unter "umgänglich" einstufen konnte, wenn man von dem Wort noch nie etwas gehört hatte. "Verstehen Sie doch. Ich kann diese inadäquate Organisation nicht mehr tolerieren. Es ist meine Medizin. Es geht...es geht um..." Herr Johannson rang hilflos die Hände, dieses Temperament kostete den alten Mann - er musste um die vierhundertfünfzig sein - sichtlich Energie. Und jetzt zeigte es sich. Da - ja, Nicole konnte es jetzt im intensiven Schimmer der ausgeleuchteten Backtheke sehen - ein Fleck auf Herr Johannson's eingefallener Wange schimmerte grünlich, die Farbe begann mit einem hellgrünen Hauch, verstärkte sich langsam zu smaragdgrün und verteilte sich auf den Rest des Gesichts, als würde jemand unsichtbar vor dem Gesicht des alten Mannes sitzen und ihn nach Lust und Laune grün anmalen.
Nicole hatte sich bemüht, den Veränderungen nicht allzu offensichtlich zu folgen, aber etwas musste in ihrem Blick sichtbar gewesen sein, denn nun wurde Herr Johansson nur umso aggressiver. "Da sehen Sie, was sie anstellen!" keifte er hasserfüllt. Zwischenn Augenzwinkern verengten sich seine Pupillen für Sekunden zu ovalen, senkrechten Schlitzen - durch und durch nicht menschlich, aber Nicole war mittlerweile einiges gewohnt. Herr Johansson rang die Hände, hilflos in seiner Wut, und für Sekundenbruchteile erschienen durchsichtige Häute zwischen seinen alten, knochigen Fingern.
Er schien eine Entscheidung zu treffen, und starrte auf Nicole herunter wie von einem hohen, erhabenen Berg. Seine Augen waren wieder vollkommen menschlich - sie waren flaschengrün, aber das war normal.
"Schreiben Sie es sich hinter die Ohren, junges Fräulein."
Nicole, verdammt, dachte die Angesprochene. Oder "Frau Vilmov," aber wir wollen nicht gierig werden.
Herr Johannsson sprach jetzt langsam, eindringlich, wiegte die Worte sorgsam ab wie Felsen, bevor er sie ins Katapult legte. "Ich brauche Amethystbeeren als Antitransformatium," Dieses Wort ging ihm erstaunlich leicht von den faltigen Lippen, "und von dem minderwertigen Zeug, was Sie mir andrehen wollen, bekomme ich Blähungen und Durchfall." Mehr, viel mehr Informationen, als Nicole je gebraucht hätte. "Und wenn Sie mir nicht bald meine Lieferung zukommen lassen und mir das zu Verfügung stellen, wofür ich Sie schließlich bezahle, werde ich Maßnahmen ergreifen." Er schien seine Fassung wiedererlangt zu haben, das Grün in seinem Gesicht verschwand wie ein ausgeschalteter Scheinwerfer. "Und denken Sie daran," seine Stimme wurde giftig, "Ich kenne den Bürgermeister. Ich kannte sogar den Großvater des Bürgermeisters, junges Fräulein, das können Sie sich mit ihren siebzehn Jahren wahrscheinlich gar nicht vorstellen." Menschen seiner Sorte waren erstaunlich gut darin, das Alter von "Normalen" akkurat einzuschätzen. "Wenn ich die richtigen Beziehungen spielen lasse, werden Sie nicht nur einen Kunden verlieren, und dann können Sie sich ebenfalls nach einem neuen Praktikumsplatz umschauen, wie so viele Ihrer Generation. Sagen Sie das Ihrem Vorgesetzten, falls Sie dazu in der Lage sein sollten."
Er drehte sich auf dem Absatz um. Sein Schwanz zuckte und klatschte gegen die Fliesen und machte ein Geräusch wie ein nasser Mopp.
Da fällt mir ein, ich muss noch putzen.
"Einen schönen Tag noch, Herr Johannsson." sagte Nicole höflich und bestimmt - zu der Tür, die mit dem Klingeln der oben befestigten Glocke zufiel.
"Echse," spuckte sie ihm hinterher.
Dann fiel ihr ein, wie passend die Beschreibung buchstäblich war.
Sie ließ ihren Blick über die Regale wandern. Irgendwo mussten doch diese verdammten Amethystbeeren sein. Schließlich hatte sie den Beutel verschlampt, aber davon wusste Danilo noch nichts. Es war zu früh am Morgen.
Armer Mann, dachte sie plötzlich.
Anja kam beschwingt aus dem Vorratsraum zurück. "Wer war das gerade?"
"Herr Johansson," sagte Nicole kurz angebunden.
"Oh, die alte Echse."
"Ja."

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Okay, ich bin dran! :-D

Waschmittel
Nudelsieb
Kuvertüre
hämmern
ungerade

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MermaidBia

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Und keiner macht mit :(

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Anfaenger
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Das Lied erinnerte an die Zeit vor der Akiu und schon daher konnte Sven es nicht ausstehen dass Rae es gerne sang. Rae war nicht wirklich beeindruckt. Sven mochte nichts und niemanden wirklich gerne und hatte an allem etwas auszusetzen. Rae haette wirklich einem besseren Partner zugeordnet werden können - aber andererseits auch viel schlechteren, weswegen sie sich nicht allzu laut über ihr Schicksal beklagte und stattdessen in ihrer Musik und ihren Träumen Zuflucht nahm.

Die wenigsten Leute wissen noch von der Akiu und der Zeit vorher, in ihrem Dorf nur noch Elis und Marji, beide schon weit jenseits der 60. In der Zeit vor der globalen Katastrophe, die man nur Akiu nennt hätten sich sich noch auf viele Jahre freuen können, aber beide standen dem Tod näher als dem Leben. Rae fand es traurig, dass niemand ihre Geschichten aufschrieb, weder die Weisen noch die Tari, die zu den Göttern sprechen. Noch mehr bedauerte sie ihre vollkommene Unfähigkeit die Magie der Wörter zu verwenden. Sie konnte zwar einige Wörter der neuen Schrift lesen, aber niemand hatte ihr gezeigt, wie das Schreiben funktioniert und man hatte sich immer davor gehütet eine solche Kunst vor einer Uninitiierten zu zeigen.

Sie sang die fremdem Wörter des Liedes weiter während sie auf dem Weg zum Dorfbrunnen war. Wegen der mittäglichen Hitze war kein einziger Mensch zu sehen. Auf dem Weg sah die die Brombeerhecken, die ihre Früchte reifen ließen. bald würde es Zeit sein Marmelade zu machen. Unaufgefordert kam ihr ein Begriff in den Kof, der aus der Zeit vor der Akiu stammte und ungefähr das selbe bedeutete: Kuvertüre... oder war es Konfitüre. Sie ärgerte sich mal wieder darüber, dass ihr Gedächtnis diese Worte anscheiend nicht behalten konnte, ausser sie verwendete brutale Gewalt um sie einzuhämmern. Sie mochte den Klang dieser Worte, der vollkommen anders war als alle anderen Worte, die sie normalerweise hörte. Elis hatte sie mehrmals lächelnd berichtigt wenn sie versucht hatte alte Worte auszusprechen, aber mit diesen hatte sie die meisten Probleme. Sie kannte kein anderes Wort, dass einen solchen Klang verwendet.

Irgendwann errichte sie den Brunnen und füllte zwei Kannen mit dem kostbaren Wasser. Obwohl sie hier alleine war hörte sie die beruhigend normalen Geräusche des Dorfes. Das Hämmern des Schmiedes, das Reden von Menschen, die sie kannte, das Blasen des Windes in den Blättern, und viele andere, die sie nicht einmal benennen konnte. Der Weg nach Hause war weniger einfach, und sie konnte nicht einmal singen, da sie bei der Belastung immer noch zu wenig Atem hatte. Man sagte ihr natürlich, dass es alles eine Frage des Trainings sei, aber das schien ihr nichts als ein ungewisses Vertrösen in eine
ungewisse Zeit zu sein.

Als sie nach einer viel zu langen Zeit durch die tür ihres Hauses gehen wollte befand sie sich plötzlich in einem ihr unbekannten Ort. Sie war entsetzt und machte ein Kreuzzeichen nach dem anderen um die fremdartige und vollkommen unverständliche Bedrohung abzuwehren. Währendddessen sah sie sich um und staunte. Der Ort schien unbegrenzt zu sein und weder mit dem Himmel noch der Hölle aus den Geschichten der Tari eine Ähnlichkeit zu besitzen. Der Boden war weiss wie Schnee aber gleichzeitig hart wie Felsen, andereseits aber nicht so rau. Der himmel war blau, aber nicht in dem blau, das sie kannte. Es schien eher das Blau einer blauen Rose zu sein als das eines Himmels. Zudem änderte es seine Farbe zu den Rändern hin nicht im Geringsten. Man würde zwar normalerweise sagen, dass der Himmel blau ist, aber dass es zum Horizont hin heller wurde wusste jedes Kind. Nur dass es hier nicht so war.

Sie hörte auf sich zu bekreuzigen und wartete einige Momente darauf, dass wer auch immer sie hierhin versetzt hatte sie nun angreifen oder verfluchen würde. Nachdem mehr als 5 Atemzüge lang nichts passierte sprach sie mit zitternder Stimme: "Wer auch immer Du bist, ob Gott oder Dämon, bitte zeige Dich!"

Sie fuhr zusammen als wirklich eine Stimme ertönte: "Ich bin weder ein Gott noch ein Dämon und kann hier mit nichts anderem als meiner Stimme erscheinen. Bitte glaube mir, dass ich keine schlechten Absichten habe."

"Wer bist Du dann? Wo bin ich hier und warum hast du das gemacht, was Du gemacht hast?"

"Das ist alles weit entfernt davon einfach zu sein. Ich lebe an einem Ort, der Passau heisst, ich bin dort einer der, in Deinen Begriffen würde es wohl 'Weisen' heissen. Der Ort an dem Du bist s nicht wirklich. Er ist nicht beständiger als ein Windhauch, was aber auch auf Dein Dorf zutrifft."

"Es gibt dort Gebäude von vor der Akiu! Das sind mehr als 50 Jahre her!"

"Es war in meiner Zeit nicht mehr als 3 Tage her. Ich habe die Welt in einem... System erstellt so wie Du mit Deinen Liedern Welten in den Köpfen der Zuhörer erstellst. Leider bist Du nicht realer als Mariki Maji aus Deinen Liedern!"

"Das kann nicht sein!"

"Es ist leider so. Wir untersuchen die Sprachentwicklung von Menschen und daher wurde eine Gemeinschaft simuliert, die den totalen Zusammenbruch erlebt hatte. Das Akiu war eigentlich nichts mehr als ein Moment an dem jeder einzelne verlernt hat wie man liest und schreibt. Es hat einige wirklich erstaunliche änderungen gegeben. Zum Beispiel der Begriff Waschmittel der in eurer Gemeinschaft für etwas steht auf dem gewaschen wird. Wir würden es als Waschbrett bezeichnen. Oder das Verschwinden von Begriffen für Dinge obwohl die Dinge weiterhin bestehen. Ihr habt keinen Begriff für das Sieb, was zum Abtropfen von Nudeln verwendet wird ausser Sieb. Das ist bei euch durchaus sinnvoll da der Hauptbegriff keine eigenständige Existenz mehr hat. Und die lautlichen und grammatikalischen Veränderungen habe ich noch nicht einmal angesprochen, obwohl es noch spannender ist!"

Sie unterbrach die lange Tirade trotz der merklichen Begeisterung des Wesens. "Du hast uns einfach als Spielzeug verwendet?"

"Nicht direkt. Die ersten Menschen in diesem System haben sich freiwillig gemeldet. Sie stammen aus meiner Welt und leben dort weiter. Wir kennen die Bedenken bei dieser Art von Simulationen nur zu gut. Es ist nicht immer einfach sich richtig zu verhalten oder sich zumindestens nicht allzu falsch zu verhalten, das ist eins der Gründe, warum ich dich nicht einfach verklingen ließ wie die letzten Akkorde eines Liedes. Ich möchte Dir eine Chance geben. Ich kann Dich... zu einem der etablierten charaktere machen in den Simulationen. Du wirst zwar hier verschwinden aber gleichzeitig in vielen anderen Welten existieren."

"Das würdest Du machen?"

"Ja! du bist eine ganz besondere Person! Aber bitte entscheide Dich schnell, ich kann dich nicht lange versteckt halten!"

"Mache es bitte!"

Rachel Miranda, genannt Rae sah aus dem Fenster auf den Hafen von Teke. Sie mochte es dem Treiben zuzusehen. Sie bemerkte dass sich die an jedem ungeraden Laternenmast aufgehangenen Bänder im Wind bewegte und dachte an eine Art von Vision, die sie gerade hatte, aber an den sie sich nicht mehr richtig erinnern konnte. Sie wusste aber noch, dass ein Dorf darin vorkam.

Meine Wörter:
Meer
Rechner
tanzen
eisig
träumen

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MermaidBia

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Oct 17, 2008 - 07 01

Wie geil war DAS denn O_O *Applaus*

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MermaidBia

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Oct 17, 2008 - 10 29

Ich weiß, ich floode gerade den Thread, aber es macht so einen Riesenspaß!

Es war absurd, natürlich war es das; aber mittlerweile kannte er schlimmere Eigenschaften als Absurdität, ganz ehrlich.
Das rechteckige Whiskeyglas drehte sich in Tess's feingliedrigen Händen, die Flüssigkeit spiegelte sich sogar leicht in den weißgrünen Schwimmhäuten dazwischen. Schwimmhäute, an die er mittlerweile ebenfalls gewöhnt war. Sie waren an Tess, und offensichtlich an Colins mentalem Bild von Tess, so natürlich, er wusste überhaupt nicht, welche Reaktion der Anblick normaler Menschenhände an ihr bei ihm ausgelöst hätte. Ekel vielleicht? Nein, ganz sicher nicht Ekel, aber sicherlich etwas, was dem nahekam.
"Es nennt sich Whiskey," klärte Colin sie gehorsam auf.
Das junge Mädchen sah ihn nicht an, was Colin wie immer insgeheim sehr schade fand, obwohl er sich nicht eingestehen wollte, warum. Die Flüssigkeit schwankte, das Licht brach sich darin. "Und dieses Zeug...trinkt ihr?" Es klang mehr als belustigt - schon geradezu misstrauisch.
"Nun ja," setzte Colin an, "Was trinkt ihr Meerjungfrauen denn sonst?"
"Meermenschen, Zweibeiner, Meermenschen, merk es dir endlich." Sie blickte aprupt zur Decke und brüllte: "He, Unterbewusstsein! Colin soll es sich endlich merken, von uns gibt es auch eine erwiesenermaßen durch und durch männliche Sorte, deshalb gilt die Allgemeinbezeichnung Meermenschen." Ihr Kopf ging wieder in die Gerade, sie grummelte in sich hinein, "obwohl diese Bezeichnung genauso vollkommener Schwachsinn ist, als wären wir lediglich Ableger der Menschen, die zufällig im Meer leben."
"Du lebst nicht im Meer," erinnerte Colin sie, obwohl es ihn wie immer amüsierte, wenn sie sich aufregte.
"Ach nee? Gibt es Studienkurse für so Schlaumeier wie dich?"
Colin grinste nur. Er war glücklich, und für ein paar Stunden wollte er das auskosten.
Was manche Grundelemente anging, war sein Gehirn in Sachen "Träume" offensichtlich unerbittlich, vielleicht sogar pingelig. Das einzige Mal, daß die beiden sich getroffen hatten, hatte Colins Gedächtnis Tess von allen nur erdenklichen Seiten abfotografiert - ihr kindliches Gesicht, die Augen von der Farbe grüner Badezimmerfliesen, ihre intensive Körpersprache, die kurzen, lockigen Haare mit der Farbe von Kanalisationsdreck - sprichwörtlich - die unerklärlich schönen, mit Schwimmhäuten verwobenen Hände - all das änderte sich nie.
Aber jetzt saßen sie sich in einer Cocktailbar gegenüber, und Tess trug ein dunkelgrünes, eng geschnittenees Pailettenkleid - grün wie ihre Augen, grün wie ihre Beine, die - auch hier blieb sein Hirn standhaft - wie immer aussahen, als trüge sie dick gewobene Netzstrumpfhosen.
Was natürlich alles andere als der Fall war.
Colin fragte sich, ob es möglich war, sein eigenes Unterbewusstsein ekstatisch auf beide Wangen zu küssen.
Er träumte oft von ihr.
Er war sich immer noch nicht sicher, ob das ein Segen oder ein Fluch war.
Oder wie die Sache im gegenteiligen Fall lag.
Das Whiskeyglass sank mit einem leichten Knarren auf den Tisch und gab endlich wieder ihr Gesicht frei. Für eine Sekunde war ihr Blick so eisig wie die Würfel, die im Whiskey schwammen. "Jetzt mal ehrlich, Colin Davis," sagte sie, für ihre Verhältnisse ungewohnt ernsthaft. Natürlich war dies alles ein Traum, aber Colin fragte sich trotzdem - hatte sich Tess im wahren Leben seinen Nachnamen gemerkt?
Hatte sie ihn überhaupt erfahren?
"Gefällt es dir hier nicht?"
"Doch, hier schon," sagte sie. "Es ist sehr sauber, und das zählt immer." Wahre Worte einer Kanalisationsbewohnerin. Dann sah sie an sich herab und hob in einer hilflosen Geste die Hände. "Aber heiliger Neptun, wie seh ich denn aus?" Irgendwie lag etwas absurdes darin, daß jemand, der regelmäßig die städtischen Wasserwerke durchschwamm, zum römischen Meeresgott betete. "Was macht dein Kopf mit mir, Colin?"
"Nun, das letzte Mal hast du lediglich ein kariertes Hemd von mir getragen, und das hat dir nichts ausgemacht," erinnerte er sie, und sein Grinsen schmolz ihren Blick wie warmes Wasser auf Eiswürfeln.
"Oh, das war witzig, aber vor allem wärst du sonst völlig am Rad gedreht." Sie stöhnte auf. "Zweibeiner und ihre Besessenheit mit Kleidung."
"Das, was du gerade trägst, das tragen nur Frauen." Naja, im Normalfall, setzte er mental hinzu, sagte aber nichts. Tess wäre es so oder so einerlei.
"Ich gehe ein, Colin, ich schwöre es. Das Ding hält meine Haut vom Atmen ab."
"He, es ist mein Traum, oder nicht? Ersticken können wir in dem Fall ganz und gar ausschließen. Ich kenne meine Träume." Colin kicherte. "Sie mögen absurd sein, aber nicht so absurd."
Ein Element hatte sein Unterbewusstsein jedoch erst diese Nacht hinzugefügt: Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen stand vor ihm auf dem Tisch ein aufgeklappter Laptop-Rechner, schräg angewinkelt. Und selbstverständlich war eine Seite auf Google News aufgeschlagen: "Meerjungfrauen-Skelett in der Arktis entdeckt - missing link gefunden?"
In der Arktis. Und warum auch nicht.
Vielleicht kamen daher die Eiswürfel.
Träumen war schon genial, das musste er zugeben.
"Eine deiner---" Er stoppte, schluckte das Wort Artgenossinnen herunter, es klang so zoologisch - "Eine deiner Kolleginnen wurde gefunden, glaube ich."
Tess war damit beschäftigt, die Eiswürfel im Glas zu beobachten, wie es andernorts Leute mit Fischen im Aquarium tun. Sie sah hoch. "Was denn? Sagt das dein Kasten da? Zeig mal her."
Colin drehte den Laptop um und verfolgte aufmerksam Tess's Gesichtsausdruck, während sie las - sein Gedächtnis wusste noch: Lesen konnte sie.
Die Meerjungfrau schüttelte angewidert und amüsiert zugleich den Kopf. "Tut mir leid, mein Freund, aber so leicht kriegt man uns nicht - das da ist ganz offensichtlich eine Fälschung. Zu Ihrer Information, Mr Davis," ihre Stimme nahm wieder diesen oberlehrerhaften Ton an, den er so gern mochte. "Die Schwanzpartie von Meermenschen besteht ausschließlich aus Knorpeln, und von Knorpeln gibt es keine Überreste. Schon mal ein Haiskelett gesehen?"
Colins Blick wanderte an die Tischkante und traute sich nicht weiter runter. "Und die Beine?"
"Die? Das ist mein Geheimnis, das weißt du doch." Sie zwinkerte ihm zu.
So weit, so gut.
Aber, verdammt nochmal, er wollte jetzt endlich herausfinden, wozu diese Beine noch fähig waren, abgsehen davon, ihn bis zur Verstandesgrenze zu verwirren.
Er stand auf und streckte die Hand aus.
"Wollen wir tanzen?"
"Tanzen?" Tess musterte ihn verwirrt von unten. "Was soll das sein?"
Jetzt lachte er auf, lauter, als es normalerweise seine Art war. "Dreckgetränkte Zeitungen lesen kannst du, aber vom Tanzen weißt du nichts? Du bist schon seltsam, Tess, wirklich. Komm, ich zeig es dir."
Augenblicklich wurde die Musik lauter - seine Lieblingsmusik.
Bitte lass mich jetzt nicht aufwachen. Das wär einfach nur sadistisch.
Ihre Augen wanderten ein paarmal von seiner Hand zu seinem Gesicht, schienen dann eine Entscheidung zu treffen.
"Heiliger Neptun," seufzte sie, ergriff seine Hand und stand auf.

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Ich habe etwas geschummelt: Tess und Colin existieren bereits in einer Kurzgeschichte von mir, das hier ist eine Art Fortsetzung. Vielleicht fällt mir später noch etwas abstruseres ein.

Die nächsten fünf Wörter überlass ich dem, dem welche einfallen.

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Oct 17, 2008 - 10 38

Das war klasse! Ich bin mit meinen eigenen Vorbereitungen so beschäftigt, dass ich an eurem kreativen Kick nur passiv - als Leserin - teilnehmen kann.

Und die fünf nächsten Worte, die gebe ich gerne vor:

Rückseite
Marienkäfer
kratzen
Sound
Krücken

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Oct 18, 2008 - 07 02

Also dann, hier ist mein Beitrag dazu:

Rückseite
Marienkäfer
kratzen
Sound
Krücken

Gina lag im Bett und betrachtete missmutig die ihr zugekehrte blendend weiße Rückseite von Chefarzt Doktor Weißhaupt, der sich gerade über ihre Bettnachbarin gebeugt hatte um den gespaltenen Abszess an ihrem Oberschenkel zu kontrollieren.
Mürrisch drehte Gina kleine Kügelchen aus den Fetzen, die sie aus dem muffigen grauen Zellstofftuch gerissen hatte, das immer noch in der Nierenschale unter dem Nachttisch lag, für den Fall, dass Gina sich übergeben musste. Dabei war ihr schon lange nicht mehr übel, das war nur die ersten Tage nach der OP so schlimm gewesen.
Jetzt war sie nur schlecht gelaunt. Schlecht gelaunt und frustriert.
Gina feuchtete die Kügelchen mit Spucke an und schnippte sie gekonnt auf den Rücken es Chefarztes. Mist! Sie klebten nicht. Von achtzehn Kügelchen blieben gerade mal drei auf dem Kittelstoff haften und hockten dort wie graue Pickel auf dem sonst makellosen Weiß.
Gina seufzte gereizt und wünschte sich, irgend etwas dramatisches würde geschehen. Irgend etwas, dass sie aus dieser nervenaufreibenden Warterei befreite. Der Warterei auf die Verkündung ihres Schicksals.

Seit zwei Wochen war sie nun schon hier gefangen. Mit nichts außer ihrer Langeweile und diesem komplizierten Trümmerbruch im linken Bein. Damit – und mit ihrer Angst. Diese nagende, bohrende, immer im Hintergrund präsenten Angst.
Der Angst, dieses Bein zu verlieren.
Auf diese Option hatten sie die Ärzte gleich am ersten Tag hingewiesen. Es kann alles gut gehen, aber die Chancen stünden nicht einmal fifty-fifty, dass es wirklich so eintraf. Die Wunde war hochinfektiös, von Anfang an verunreinigt durch den Dreck aus dem Rosenbeet, in dem Gina gelandet war.
Dieser verflixte Unfall! Warum musste sie ausgerechnet mit dem Motorroller verunglücken? Der Roller, der Minchen gehört hatte und mit dem Gina nur einmal um den Block düsen wollte. Ohne Führerschein, versteht sich. So einen Kokolores unterstützen ihre Eltern doch nicht. Unnötig, zu teuer, zu gefährlich. Das war ihr letztes Wort gewesen.
Gut, ok, dass sie auch noch ohne Helm unterwegs gewesen war, das war reine Dummheit gewesen. Aber - hallo?- wer denkt denn schon daran, dass es bei einer kurzen Tour um die Wohnanlage gleich zu einem Crash kommen würde?
Der Lieferwagen war ganz plötzlich da gewesen, wie aus dem Nichts. Gina hatte nur noch diese weiße Wand gesehen, dann hatte es gekracht und der Rest war ausradiert in ihrem Kopf. Gina konnte sich an nicht mehr erinnern. Wenn sie daran zurück dachte, sah sie nur noch nur vage die Rettungsassistenten in ihren grellroten Jacken, viele Lichter und den schrillen Sound des Martinshorns vom Krankenwagen.
Erst im Krankenhaus war sie wieder ganz zu sich gekommen. Pünktlich zum Showdown um ihr Bein, das in einer mehrstündigen OP geschraubt, geschient, zementiert, fixiert und in diese komische Halterung gespannt wurde, in der es nach wie vor steckte, wehtat oder juckte. Ihr Bein kratzen zu können wurde zu Ginas innigstem Wunsch, der von Tag zu Tag dringlicher wurde. Alles abreißen und dann nur noch kratzen, reiben, rubbeln, bis der irrsinnige Juckreiz für immer und ewig daraus verschwunden war!
Die ersten Tage nach der OP waren eine rasante Mischung aus Schmerzen, Angst, Wut und Verlassenheit gewesen. Da war die Zeit, wo sie mit der Übelkeit zu kämpfen gehabt hatte, noch das Beste daran gewesen. Sich richtig auskotzen zu können tat ihr irgendwie gut. Außerdem hatten dann ihre Eltern da nicht ihre geballte Ladung aus stummem Vorwuf und göttlichem Strafgericht bei ihr abladen können.
Jetzt, wo es ihr überall besser ging, nur nicht an ihrem verflixten Bein, stand über allem die große Sorge, die sich bequem in ein Wort packen ließ: Amputation.
Eine Sorge, die sogar Ginas Vater verstummen ließ. Sein vorwurfsvoller Unterton bei seinen Besuchen war einer falschen, viel zu lauten Fröhlichkeit gewichen, mit der er Gina ganz nervös machte.
Und ihre Mutter? Die behielt tapfer die Fassung, aber ihre geröteten Augen verrieten, was wirklich in ihr vorging.

Gina seufzte erneut und beobachtete den Chefarzt, der immer noch ihre Bettnachbarin verarztete.
Lieber Himmel! Die war nur dem großen Kaktus in ihrem Fitnessstudio zu nahe gekommen! Die würde trotz dem Loch in ihrem Oberschenkel bald wieder auf ihren beiden wohlgeformten Staksbeinen hier heraus tippeln! Wozu also der Umstand um diese Ziege?
Gina grollte der Frau, und neidete ihr die zwei gesunden Beine.
Dabei war sie eigentlich ganz nett, gestand sich Gina ein. War sehr einfühlsam und hatte Gina immer getröstet, wenn sie nachts von ihrer Angst übermannt worden und hilflos in Tränen ausgebrochen war.
Denn Gina glaubte von Tag zu Tag weniger an eine glückliche Wendung. Wenn jetzt herauskam, dass auch das neue Medikament nicht anschlug, dann hieß es schnipp-schnapp, Bein ab!
Gina zuckte zusammen, als sich die Hand des Chefarztes auf ihre Schulter legte.
„Nun, Frau Bender, dann lassen Sie mich einmal sehen,“ meinte er betont munter und rückte seine Brille zurecht.

Gina schluckte, um nicht laut zu schreien. Schnell wandte sie den Kopf und schaute nach rechts zum Fenster hinaus. Es wurde Herbst dort draußen. Die Bäume im Krankenhauspark wurden schon gelb und rot. Schön sah das aus.
Aber es konnte Gina nicht trösten. Sie sah sich schon im Rollstuhl draußen herumrollen oder auf einer Prothese über die Wege torkeln.
„Warum ausgerechnet ich? Das ist nicht fair!“ schrie es in Gina. Nach außen hin sagte sie kein Wort. Sah die ganze Zeit stumm nach draußen und verzog keine Mine, obwohl der Verbandswechsel schmerzhaft war.
Da sah sie plötzlich einen Marienkäfer am Fenster entlang krabbeln. Dann noch einen und noch einen. Eine ganze riesengroße Käferfamilie krabbelte dort herum.
„Eigentlich sollt ihr Glück bringen, statt euch hier so sinnlos zu tummeln,“ dachte Gina bedrückt.
Aber an Glücksbringer glaubte sie sowieso nicht.
„Frau Bender?“ riss sie eine Stimme aus ihren Überlegungen, „haben sie gehört, was ich gesagt habe?“
Gina fuhr erschrocken herum und erhaschte Satzfetzen wie: „...Entzündung...eingedämmt...vorerst...Amputation absehen...“
„Wirklich?“ hauchte sie ungläubig.
„Vorerst. Aber selbst, wenn das Bein nun völlig ausheilen sollte, besteht die Gefahr, dass es steif bleiben wird.“
Und wenn schon! Gina war wieder bereit, zu kämpfen. Was waren schon Krücken, wenn sie nur ihr Bein behalten konnte!

Die Marienkäfer krabbelten derweil unbeirrt des Weges.

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Hat echt Spaß gemacht, dieses Aufwärmtraining :-)

Und die 5 nächsten Worte sind:

Kieselsteine
Handtasche
niesen
graben
Müllcontainer

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Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.

- Albert Einstein-

Gartenfee
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Posted on:
Oct 18, 2008 - 09 48

Hallo,
ich muss zwei Postings loswerden. Weil mir ist Folgendes passiert.
Erst ist mir nichts eingefallen und ich hab einfach so erzählt wie mir grad ist.....
das sah so aus:

Also ich lese ja fleissig mit bzw. habe schon zwei Ansätze gehabt und dann erst gemerkt, dass die nächste Geschichte von euch ja schon da steht. Dann hab ich wieder die nächsten 5 Worte gespeichert und den ganzen folgenden Tag an sie gedacht. Denn abends bin ich meist schon zu müde um meine Fantasie anzukurbeln.
Im Moment scheinen mir die Inspirationen nicht gerade so zuzufließen. Mich springt einfach keine Idee an wie neulich mit dem englischen Graf. Ich nehme an, dass es noch mit dem Verlust meines Hundes zu tun hat, dessen Fehlen seit 14 Tagen einfach noch seine grauen Schwingen über den eigentlich schönen Anblick dieser goldenen Herbsttage legt. (aber so etwas Theatralisches will doch auch keiner lesen – nur mir kommen halt in dieser Situation diese Worte in den Sinn) Ich hoffe nur, dass sich das mal legt bis zum 1. November.

Ok - ich schreibe also diese 5 Worte wieder auf....grins. Heute habe ich wirklich vor mal etwas daraus zu machen. Ich muss mich wohl wieder nur selbst öffentlich in den Popps treten..;>))
Rationell bin ich hoch motiviert - aber emotionell eben doch ausgebremst, wie mit einer Handtasche auf den Hinterkopf geschlagen und ausgeknockt.

Im rationellen Gitteraster tauchen zwei bis drei Fragmente auf mit Griesgramen, Echsen, Waschmittel und Marienkäfern. Nur für eine Geschichte reichen sie nie. Es stehen da zwei Satzskelette – aber ich kann ihnen nichts anziehen. Sie stehen da und frieren vor sich hin.

Heute habe ich beim Graben im Garten versucht mir etwas mit Marienkäfern vorzustellen, weil einer über die Kieselsteine in der Sitzecke gekrabbelt ist. Hat auch nichts wirklich genutzt.

Eins der Probleme ist auch, dass ich mich offenbar nicht kurz fassen kann. Ich stelle fest, wenn ich eins üben sollte, sind es Kurzgeschichten. 1000 Worte sind etwa zwei Seiten. Die letzte „Kurzgeschichte“, die ich verzapft hatte, war 9 Seiten lang. Irgendwie meine ich immer alles herleiten und erklären zu müssen. Ausserdem braucht es einen Höhepunkt und die Auflösung der diversen Vorkommnisse. In einer Kurzgeschichte ist das völlig überflüssig. Da geht es los, zack zum Höhepunkt, Auflösung, fertig. Scheinbar liegen mir Erzählungen mehr.
Deswegen ist das sicher eine ganz gute Übung mit diesen 5 Worten. Und irgendeine von denen, die wir vielleicht in den nächsten 14 Tagen angehen, werde ich schon hinbekommen. Der Rest ist dann eben für den Müllcontainer.

Eben musste ich kurz niesen. Bei uns sagt man dann als Gruss: Siehste, stimmt. Und das bedeutet so viel wie, dass das Niesen das eben Gesagte unterstreicht. Also scheint es, dass ich mich da wirklich mal dahinter klemmen sollte. Ich will mich zwingen etwas aus mir rauszudrücken in Kurzform. Das kann mir für Einzelszenen im Nano nur nutzen, denke ich.

Zwischenstand hier: Ungefähr 425 Worte – und schon alle Worte „verbraucht“.
Wie macht ihr das bloss?

Ich ziehe mir jetzt mal eine gemütliche Jogginghose an, die nur noch fürs Gammeln dient und fürs Joggen nicht mehr vorzeigbar ist. Dazu mache ich mir einen schönen Tee und gönne mir einen guten Riegel Schokolade. Dann wird eine Kerze angezündet. Eigentlich bin ich ja nicht für Duftkerzen, weil ich finde, dass nicht alles mit künstlichen Düften überlagert werden muss. Die Natur an sich riecht selbst schon schön. Jetzt im Herbst riecht das Laub in den Strassen wunderbar nach feuchtem Wald. Gut, biologisch ist es nur der Vermoderungsprozess, der einsetzt. Aber warum soll man sich das Modern nicht Schöndenken? Ich mag diesen Geruch im Herbst.

Doch beim Lesen der letzten Zeilen ist mir aufgefallen, dass ich tatsächlich einen heimeligen Geruch als Untermalung vertragen könnte. Es wäre ja möglich, dass mir das die kreative Ader wieder etwas weitet und ich es wieder fließen lassen kann.

Jemand schrieb doch neulich im Forum, dass er sich sogar Düfte als Erinnerungsmerkmale notiert. Bei mir riecht es zurzeit nach gar nichts. Allenfalls kalte klare Luft, die zwar erfrischend ist, von der man sich dann aber wieder schnell verabschiedet, das Fenster schließt und die Heizung wieder andreht. Ein Geruch nach Zimt würde mich unmittelbar nach weihnachtlichen Sphären fliegen. Ein Geruch nach Erdbeeren in einen sommerlichen Garten versetzen. Ja, ich denke, da muss ich direkt am Montag noch mal einkaufen gehen….

Und wenn es nun mal mit einer Geschichte eben nicht klappen will, schreibe ich eben, was mir in den Sinn kommt. Ist dann eben nanotypisch: Es kommt nicht auf das WIE an, sondern auf das DAS. Und man muss sich selbst helfen wie es geht und alles ausprobieren. Man weiss nie wo auf einmal eine Idee herkommen könnte.

.........
und hier kam mir das Bild eines Mannes auf der Suche nach einer Geschichte in den Sinn, der eine Zeitung findet, liest und in den Müllcontainer wirft.....

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und daraus ist das geworden - ganz 1000 hat nicht geklappt. Sind 1033

Der Mann sass im kleinen Park gegenüber seinem Wohnhaus und stierte über den Teich. Er hatte hier jetzt zwei Stunden zugebracht und keine einzige Zeile war dabei herausgekommen. Er musste unbedingt diesen kleinen Artikel heute Abend abgeben. Das konnte doch nicht so schwer sein. Erst war er wie ein hungriger Tiger in seiner kleinen Wohnung unter dem Dach auf und ab gegangen. Sie hatte nur 2 Zimmer und sie war ihm eigentlich noch nie zu klein vorgekommen. Bis jetzt war ihm immer noch rechtzeitig etwas eingefallen. Heute fühlte er sich beengt in diesen gemütlichen Räumen, die seine kleine Welt darstellten und aus der er doch so viel unendliche Weite für seine Artikel schöpfen konnte.

Deshalb hatte er beschlossen in den Park zu gehen. Vielleicht sah er dort etwas, was ihn einer Idee näher brachte. Zunächst ist er auf den Wegen einfach so umher spaziert. Heimlich hatte er anderen Gesprächen versucht zu belauschen und Kinder beim Spielen beobachtet. Doch nichts ergab sich. Alles schien zu banal. Er schnippste Kieselsteine über den Teich. Doch was er schon als kleiner Junge rausgehabt hatte, wollte heute nicht gelingen. Die meisten Steinchen versanken nach dem zweiten Auftischten im Wasser. Er wurde missmutig und setzte sich auf eine Bank. Dort lag eine liegengelassene Zeitung. Er blätterte lustlos in ihr herum auf der Suche nach irgendeinem Aufhänger.

Er legte sein Notizbuch neben sich auf die Bank und inspizierte die diversen Artikel, nach Geschichten, die sich im Hintergrund abgespielt hätten und was er daraus machen könnte. Einige Notizen kamen zustande. Aber der Aha-Effekt blieb aus. Nichts zündete seinen Geist zu einem Feuer, das ihn begeisterte. Er erkannte, dass seine Gedanken sich nicht fesseln ließen. Als er bei den Todesanzeigen angekommen war und die Trauer der dort aufgelisteten Angehörigen förmlich fühlen konnte, wurde ihm schleichend klar, weshalb er so blockiert war.

In seinem Haus gab es Mrs. Hasington, die Concierge. Mrs. Hasington war eine von den unangenehmen Hauswartsfrauen. Entweder man wurde von ihr gemocht oder nicht. Und den Mann mochte Mrs. Hasington nun mal nicht. Der Mann wohnte unter dem Dach ganz allein seit mehreren Jahren und ging keiner geregelten Arbeit nach. Für Mrs. Hasington ein zweifelhafter Zustand und so beruhte die Abneigung mittlerweile auf Gegenseitigkeit. Was aber noch schlimmer war als Mrs. Hasington, war ihr Hund. Etwas Kleines, Schwarzes und viel zu Dickes einer unbestimmbaren Sorte. Irgendetwas zwischen Dackel, Pudel und Mops. Zärtlich nannte sie diese schwarze Rolle, einen Rüden, ChouChou.

Keiner der Hausbewohner kam an der Wohnungstür von Mrs. Hasington vorbei, ohne das ChouChou mit höllischem Lärm bekannt gab, dass sich jemand im Hausflur befand. Natürlich fand Mrs. Hasington daraufhin immer einen Grund in ihrer Wohnungstür aufzutauchen, um irgendeine belanglose Frage zu stellen. Sie erschien immer in ihren kleinen rosa Pantöffelchen, die unter ihren viel zu dicken Beinen erstaunlicherweise nie zusammenbrachen, oben herum mit einen schnell übergeworfenen Kittel bekleidet, der seine besten Zeiten gesehen hatte und zur Krönung hatte sie zwei Lockenwicklern im Pony garniert, den man noch nie ohne dieselben gesehen hatte. Dann gab sie irgendetwas über die Hausordnung zum Besten, um übergangslos zu versuchen ihren Wissensdurst zu Privatangelegenheiten der Hausbewohner zu stillen. Von dem Mann wusste sie wenig und das ärgerte sie. Und der Mann dachte nicht daran ihr auch nur ein Sterbenswörtchen anzubieten. Die kleine Witwe aus dem ersten Stock Mrs. Blamons hatte dagegen keine Chance. Die beiden sah man oft zusammen stehen. Wenn man Mrs. Blamons allein antraf war sie immer freundlich und unaufdringlich. Doch an der Concierge-Tür musste sie immer erst ihren Wortzoll entrichten.

Doch nun war es still geworden an der Tür. Es gab kein Gekläff mehr dahinter und Mrs. Hasington erschien nicht mehr an der Tür. Seit drei Tagen war es ruhig. Der Mann hatte Mrs. Blamons am Müllcontainer getroffen und sie hatte ihm unter mitleidigen Augen erzählt, dass der Hund gestorben sei. Mrs. Hasington sei völlig am Ende mit den Nerven. Sie selbst habe mal bei ihr geklingelt und sei erschrocken gewesen wie sie aussehen würde. Das Haar sähe noch schlimmer aus als sonst. Das sonst ohnehin übertriebene grelle Make up fehle völlig und die Augen seien rot und hätte tiefe Schatten. Ihr Gang sei gramgebeugt. Es ginge ihr gar nicht gut.

Als der Mann sich entfernte, dachte er, dass nun endlich Ruhe einkehre ins Haus. Das ewige Gekläff hätte ein Ende. Doch nun musste er zugeben, dass ihm das Krakeelen fehlte. Sogar die kleinen Wortklaubereien mit Mrs. Hasington fehlten ihm, wenn er morgens von seinem Bäcker mit frischen Brötchen zurückkam. Sie tat ihm auf einmal sehr leid.

Er riss die Notizen aus seinem Block und warf sie zusammen mit der Zeitung in den Müllbehälter. Er wusste jetzt, was ihn ablenkte. Doch deshalb fiel ihm trotzdem nichts Richtiges ein. Da fragte eine alte, etwas wacklige Dame, ob sie sich zu ihm setzen dürfe. Mit einer Handbewegung bot er ihr Platz an. Er lächelte über sie. Sie trug noch eine dieser ältlichen Handtaschen mit metallischen Klippverschluss. Er kannte sie von seiner verstorbenen Oma. Die Dame dürfte ein ähnliches Alter haben wie sie damals.

Plötzlich musste sie niesen. Umgehend begann sie in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch zu graben. Dabei machte sie eine unbedachte Bewegung und der Inhalt der Handtasche ergoss sich auf den Parkkies. Die alte Frau machte: Oh Gott, oh Gott und versuchte alles zusammenzuklauben. Das gelang ihr nicht so recht, weil sie sich nicht mehr so gut bücken konnte. Der Mann half ihr, was ihr offenbar peinlich war. Er erwischte auch ein paar kleine Fotos. Er wollte ihr eine Freude machen und fragte: Ihre Kinder?
Nein, sagte sie, meine Enkel. Und dann begann sie zu erzählen. Sie hatte nur auf eine Gelegenheit gewartet jemandem etwas erzählen zu können. Sie erzählte von ihrem Mann und wie sie ihn kennen gelernt hatte und von der Welt des vergangenen Jahrhunderts. Der Mann hörte aufmerksam zu und sah wie ihre Augen noch einmal aufleuchteten.

Als sie geendet hatte, stand sie auf und verabschiedete sich mit den Worten: Danke, dass sie zugehört haben. Der Mann nickte und stand ebenfalls auf.
Nun wusste er worüber er schreiben würde: Über den Inhalt der Handtaschen aus dem letzten Jahrhundert und deren verborgene Schätze.
Und morgen früh würde er im Tierheim nach einem kleinen Hund für Mrs. Hasington Ausschau halten.

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Okay, es sind 1028 geworden....

Im Dreck zu wühlen ist eine ernstere Angelegenheit, als man glauben möchte.
Prinzipiell war es wie jede andere Arbeit auch: Man musste konzentriert arbeiten, beide Hände mussten genau wissen was sie zu tun hatten, und auch der Kopf - vor allem der Kopf - durfte nicht abgelenkt sein.
Es war nicht gerade der Schatzhaufen eines Drachen - diese Fantasien hatte sich Milan schon längst aus dem Kopf geschlagen, wahrscheinlich, seit er vierzehn war - aber man tut halt, was man kann.
Milan grub, sah seine Hände aus der Erde auftauchen und wieder verschwinden, es lag ein seltsam tröstlicher Rhythmus in seinen Bewegungen, er verscheuchte traurige Gedanken wie ein Schwamm auf der Tafel. Er leistete gute Arbeit, wie immer. Und wie immer wusste er noch nicht genau, was er eigentlich hier suchte - diese Diskussion sparte er sich auf, bis er es eben gefunden hatte.
Manchmal versperrten tiefliegende Kieselsteine seinen Weg und leuchteten grellweiß in der Dunkelheit, wie die Edelsteine von Drachen - alles wiederholt sich schließlich - oder die Wegweiser von Hänsel und Gretel. Manchmal glitzerten noch andere Dinge auf- billiger, fast völlig eingetrübter Modeschmuck, wahrscheinlich von Elstern aus den Handtaschen naiver alter Damen gestohlen und dann auf dem Weg zum Nest verloren.
Milan hatte von Natur aus gute Augen - ob das ein Fluch oder ein Segen war, bleibe dahingestellt - aber dem Griff seiner Hände, während sie wertvolle Gegenstände von nutzlosem Schund unterschieden, vertraute er um einiges mehr.
Unzählige Male in seinem Leben hatte er gehört, wie Leute sich beschwerten: Daß Menschen keinerlei Respekt mehr vor der Totenruhe haben, daß Jugendliche auf Friedhöfen kifften und Gräber als Müllcontainer mißbrauchen.
Nun, für Milan war es eine Goldgrube.
Er grub weiter und zwang sich, nicht zu niesen, als ihm warme Erde in die Nase stieg. Graben war die eine Sache, und an sich völlig harmlos, wenn man konzentriert arbeitete, und er kannte den subterranen Aufbau des Friedhofs gut genug, um nicht plötzlich auf morsches, verräterischen Holz zu stoßen.
Aber die Totenruhe wollte er trotzdem nicht stören, am Allerwenigsten durch niesen.
Er grub.

Kurz vor Sonnenaufgang: Nach Hause schleichen, die Handschuhe ausziehen, mit sich selbst debattieren, schließlich alles ausziehen, duschen gehen, rasieren, umziehen - das alles war schon längst Routine, nicht wert, überhaupt erwähnt zu werden, aber wie gesagt lag darin ein Trost.
Jetzt stand er wie so oft dem hageren, bebrillten Gesicht Jonathans gegenüber, der wie immer stoisch hinter seinem Schreibtisch und seiner Brille verschanzt saß und darauf wartete, daß sein werter Arbeitnehmer den ersten Schritt tat. Mlan wartete. Auch das war Routine, aber tröstlich war diese nicht. Jonathan versteckte immer irgendwas, nicht nur seine Augen.
"Hast du es gefunden?" fragte der Mann hinter dem Schreibtisch schließlich.
Worum geht es denn? dachte Milan seltsam verträumt. Es kommt schließlich darauf an, was du meinst. Das was ich suche... na ja, nein, das hab ich nicht gefunden.
Das, was Jonathan suchte, aber auch nicht, also war die mentale Diskussion an sich lächerlich. Sein Hirn suchte nach Wegen, Zeit zu gewinnen.
"Na ja." Er hob vielsagend den Stoffbeutel mit seiner Beute von gestern Nacht hoch, helt ihn dann vor sich wie ein Gläubiger eine Hostie. Doch sein Zögern hatte ihn bereits verraten.
"Also nicht," beantwortete Jonathan seine eigene Frage und rollte seine nagetierartigen Augen, dann seufzte er. "Also gut, Milan, zeig her."
Milan hielt ihm den Sack hin, Jonathan nahm ihn entgegen wie einen toten Fisch, von dem er wusste, daß unter den Schuppen irgendwo Gold versteckt war, und breitete den Inhalt kurzerhand auf dem Schreibtisch aus. Es schepperte und klirrte - Milan zuckte zusammen, was Jonathan selbstverständlich nicht sah - aber sein Vorgesetzter hatte eine Präzision in dieser Bewegung entwickelt, die nichts zu Boden fallen ließ. Er warf den Beutel weg - Milan würde ihn sich später holen müssen - und begann, wie ein mischender Memory-Spieler alle Gegenstände zu durchwühlen, auf der Suche nach etwas irgendetwas von Wert - oder eben nach dem, was er eigentlich suchte.
"Meine Güte, du hebst aber auch jeden Müll auf, was?" murmelte er, an die Tischkannte gewandt. "Sieh dir das an... lauter alte Münzen, sogar noch vor der Euro-Ära. Metall konserviert sich echt hervorragend." Er gluckste, was das häßlichste Geräusch war, das Milan auf der Welt kannte. "Peseten, Gulden, sogar unsere gute alte Mark, kennst du die überhaupt noch?" Milan sparte sich die Antwort, wie immer. Jonathan redete gerne mit sich selbst, wahrscheinlich lieber, als mit jedem anderen Menschen, also hörte sein Gegenüber nur zu.
"Rostiges Taschenmesser, vergammelte Hundeleine - ich will gar nicht wissen, was mit dem Hund geschehen ist... Modeschmuck, Bierdeckel, altes Porzellan, Monokel - wer trägt sowas heute noch, frag ich dich? Ein paar alte Lautsprecher, meine Güte. Gebrannte CDs - die Geschichte will ich gar nicht wissen. Ein Holzmodell der Titanic, ein Stück Papier..." Er studierte es für haargenau fünf Sekunden. "Tiramisu-Rezept, nicht besonders gut, verzichtet auf die Eier, das ist Schwachsinn. Eingetrockneter Nagellack, kaputter Taschenrechner, kaputter Zirkel, kaputtes Geodreieck - irgendwo läuft hier ein frustrierter Mathestudent rum."
"Jonathan..." setzte Milan vorsichtig an, die drei Silben bedeutsam in die Länge ziehend.
Der andere Mann sah von seiner Arbeit hoch und bedachte Milan mit einem Blick, als fiele im gerade erst ein, daß er nicht allein war.
"Sorry, kein Honorar diesmal," sagte er dann kurz angebunden. "Das hier ist bloß Krempel. Interessanter Krempel, ja, aber das lenkt nicht von der Tatsache ab. Krempel."
Milan biß sich frustriert auf die Lippen, sagte aber nichts. Die letzten Tage hatter er nur von Flaschenpfand gelebt, und langsam gingen ihm die Flaschen aus. Trotz allem regte sich in seinem Kopf ein Hauch von Protest - er konnte soviel Erde schaufeln, wie er wollte, seinen Verstand trübte das nicht im Geringsten. "Wir haben jeden Friedhof von hier bis ins Sauerland durchwühlt, Jon." Die Aussprache des Spitznamens blieb deutsch, unnötige Anglizismen widerten ihn an. Dann fiel ihm ein, daß es wie "Ion" klang. Dabei war Physik nie seine Stärke gewesen.
Der dürre Mann ihm gegenüber verzog keine Mine, aber seine Augen blitzten. "Vielen Dank für deine Kentnisse in Heimatkunde, mein werter Milan, aber wenn es nötig ist, graben wir noch Friedhöfe in Nürnberg um, wenn es nötig ist."
Milan stöhnte innerlich auf.
All das für eine Wunderlampe.

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Der Name Jonathan verfolgt mich, wie so oft...

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Love me, because love doesn't exist, and I have tried everything that does.

~ Jonathan Safran Foer, Everything is Illuminated

Anfaenger
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Ja ich bin etwas spät dran, musste meinen Rechner einrichten.

"Wohin des Weges, gnädige Frau?"

Ich versuchte mich nicht allzu irritiert zu zeigen. Ich hatte eine solche Frage erwartet. Die Männer an der Straßensperre machten nur ihre Pflicht. Mein immer noch wacher Geist konnte allerdings nicht wiederstehen hinzuzufügen: 'Wie die Nazis in Dachau'. Normalerweise hatte ich wegen meines Alters und meiner Krücken mehr Narrenfreiheit als andere Bürger dieser Stadt, aber selbst daran schien sich in letzter Zeit etwas zu ändern.

Ich zwang mich zur Ruhe und sagte: "Ich gebe einigen Schülern Französischunterricht!"

"Einigen Leuten von denen?"

"Ja. In der heutigen Zeit kann man nicht mehr wählerisch sein... die Preise steigen fast stündlich und die harten Arbeiten kann ich nicht mehr machen."

"Auf welcher Seite stehst Du dann, auf unserer oder auf deren Seite?"

Ich hasste diese Frage schon immer, normalerweise hätte ich mir jetzt einige Worte des Patriotismus für die Katholische Front abgerungen, aber heute fühlte ich mich nicht im geringsten danach. Ich hatte immer noch einen Kalender und wusste welcher Tag heute war: fünfzig Jahre eher war mein Mann in einer der ersten Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken und den Muslimen gestorben. Der Schuss hatte eigentlich einer anderen Person gegolten, aber es ist nicht die Intention, die tötet sondern die Kugel. "Ich bin auf keiner Seite. Man könnte sagen, dass ich auf der Rückseite dieses Bürgerkrieges stehe."

Beide warfen sich Blicke zu, die ich nicht deuten konnte. Hoffentlich dachten sie nur, dass ich verrückt sei, nicht, dass ich die Muslime unterstützte. Nicht dass ich mich vor dem Unentrinnbaren fürchtete, der Gedanke diese Welt zu verlassen ohne meinen Schülern abgesagt zu haben. Jemanden vielleicht sogar stundenlang warten zu lassen nur weil ich es vorzog in einem Grab zu verrotten erschien mir egoistisch. ich erklärte es noch einmal: "Sehen Sie, ich bin alt, steif und krank. Ich kann mich nicht mal mehr kratzen wenn mir etwas juckt, ich brauche Hilfe beim Waschen und wenn es mir sehr schlecht geht auch beim Stuhlgang. Ich habe einfach andere Probleme als den Krieg. Meine Kinder und Enkel - sogar mein Ehemann sind aktiv gewesen auf der einen oder der anderen Seite und die meisten haben die Quittung dafür bekommen. Inzwischen ist es mir wichtiger mittags schlafen zu können und zu wissen dass meine Tochter heil nach Hause kommt, wichtiger als ein Sieg - wie immer er auch aussehen mag."

"Das klingt nicht sehr patriotisch!" bemerkte einer der beiden zweifelnd.

"im Alter fehlt einem der Patriotismus. Man wird wieder so unpolitisch wie ein Kind. Mit 5 Jahren waren mir Religionen egal. Ich lebte in meiner eigenen Welt, fing Marienkäfer in den Wiesen im Norden der Stadt - nur dass jetzt an ihrer Stelle ein Hypermarché steht. In der Jugend wird man politisch, möchte die Welt verändern, möchte, dass die bessere Seite im gerade aktuellem Konflikt gewinnt, möchte als eigene Person wahrgenommen werden indem man sich in der Masse für sein Ziel einsetzt. Das war ich auch. Ich habe in dieser Zeit sogar einmal bei einer Wahl kandidiert. Natürlich haben nur wenige mich gewählt, aber in meinem jugendlichen Leichtsinn lag das natürlich am System und nicht daran, dass meine sozialistischen Konzepte vollkommen untauglich waren. Unsere Partei hat es alles dem Kapitalismus zugeschrieben." Sie holte einen Moment lang Luft. "Dann kamen die Krisen, die erste und die zweite Bankenkrise. Zu dieser Zeit lernte ich auch meinen Mann kennen. Wir suchten in der Zeit nur im privaten Rahmen Zuflucht in der Religion, daher merkten wir nicht wie die Imane und die Priester sich radikalisierten. Wir merkten es erst, als Mein Mann eine Kugel ins Herz bekam, die für einen Muslimen gedacht war." Ich schloss meine Augen um zu dieser Zeit zurückzukehren. "Ich habe alles verloren und war kurz davor mir das Leben zu nehmen, aber dann kam heraus, dass ich schwanger war. Ich habe mich damit über Wasser gehalten, dass ich an einer Schule unterrichtete. Damals war das noch ein Job mit dem man sich selber und Zwiilinge ernähren konnte. Von da an ging es mit dem Enthusiasmus und dem Patriotismus steil bergab. Natürlich erst recht nachdem mein Sohn..." ich merkte, dass ich immer noch nicht darüber reden konnte, trotz der Maske aus lakonischen Kommentaren, die ich trug. Trotz der ins Land gestrichenen Jahre war das eines der schlimmsten Momente meines Lebens.

Lars war an meiner Schule und natürlich wurde er von mir immer mehr oder weniger subtil dazu gebracht sich an ausserschulischen Aktivitäten zu versuchen. Das war überhaupt der Grund warum er am Schaltpult saß während der Aufführung des Musicals. Er war derjenige, der für den Sound zuständig war. Natürlich hätte niemand damit rechnen können, dass ein Trupp bewaffneter Söldner die Aufführung stürmt da das Vorhandensein von säkulärer Musik in ihren Augen ein Verbrechen war, trotzdem mache ich mir immer noch Vorwürfe. Ich würde meine Arme, meine Beine und mein Augenlicht dafür geben diesen verhängnisvollen Tag ungeschehen zu machen. ich merkte, dass ich in Tränen ausbrach beim Gedanken daran. Ich schaffe es normalerweise die Trauer in einem Teil meines Geistes einzusperren, den ich selten besuche, aber ab und an strömt sie über die Mauern ihres Gefängnisses in die Welt.

Die Soldaten schauten sich betreten an. Vielleicht würden sie mich später für verrückt erklären, vielleicht (wenn eine solche Hoffnung überhaupt noch erlaubt sein kann) merkten sie aber auch die Grausamkeit ihres Tuens.

Der Soldat, der bisher geschwiegen hatte bat mir ein Taschentuch an. "Bitte! Beruhigen Sie sich wieder." sagte er. "Gott hat den Himmel an das Ende eines plagenreichen Lebens gesetzt. Ich bin mir sicher, dass Ihr Mann im Paradies ist und ein sorgenfreies Leben genießt."

"Ich wünschte eure Zuversicht teilen zu können." seufzte ich. Ich musste nicht sagen, dass ich in Bezug auf die Religionen agnostisch oder apatheistisch eingestellt war. Es schien ihr alles so sinnlos zu sein. Jede Religion schien nichts anderes zu tun als zur Gewalt und zu Gräueltaten zu führen. Wenn es einen Gott gibt, wird er hoffentlich anders sein, nicht ein Monster, das zu Gräueltaten aufruft und Blut, Qual und Schmerz mag.

"Ich werde für Sie beten!" sagt einer der Soldaten, und der andere: "Sie können weitergehen, ich habe sie in unserer Datenbank gefunden. Nur eine alte Verrückte!" Die letzten Worte waren an seinen Kollegen gerichtet.

Langsam trat ich in den anderen Teil der Stadt, der sich trotz allem Gezanke kaum von dem aus dem ich kam unterschied. Leise murmelte ich noch: "Hoffentlich gibt es da oben niemanden, der auf diese Stadt guckt!"

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catweazle02
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Oct 18, 2008 - 17 40

Okay, ich versuch mich mal an diesem netten Spiel.
Der folgende Text wurde direkt geschrieben, ohne Korrekturen (nur Rechtschreibung) - direkt vom Kopf aufs Blatt - viel Spaß :-)
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Das Meer. Immer dieses beschissenen Meer.
Alle wollten dahin um ihre fetttriefenden Körper in der Sonne zu braten und sie anschließend mit Meerwasser zu marinieren.
Und ich? Ich muss mich an diesem beschissenen Meer unter all diesen Maden aufhalten, nur weil der Boss mal wieder einen seiner Spleens hat.

Gestern kam er zu mir und meinte nur: „Pack dein Zeug, wir fahren ans Meer!“
Ich dachte ich hör nicht richtig. Elena schaute mich ganz konfus an, sagte aber nichts, als sie meine Miene sah.
„Tschüss Schatz, das mit dem Tanzen müssen wir wohl auf später verschieben. Du weißt ja, der Boss…“
„Hau bloß ab, du Sack!“
Ich konnte gerade noch der Flasche, die auf meinen Schädel zielte, ausweichen.

Nun saßen wir also an diesem Strand am Meer unter all diesen triefenden Körpern, die nur darauf warteten, von einer Reisegruppe der Sharks zur Mahlzeit auserkoren zu werden.
Mein Rechner, ein altes, zerbeultes Laptop, lag auf meinem Schoß. Der Boss hatte gesagt, ich solle alle halbe Stunde die Emails checken, der Auftrag wäre wichtig.
Jacky „The Bone“ Carlsson hatte den Deal eingefädelt und er versprach einen Haufen Kohle, von der er hoffentlich mal einen anständigen Teil sehen würde. Wenn der Boss gut gelaunt war. Aber dafür waren sie ja heute hier.

Er schwamm auf einer riesigen Luftmatratze im Meer, einen Cocktail in der Hand und telefonierte über ein Headset. Vermutlich mit Bratt, dem Handlanger und Knochenbrecher von Carlsson.
Der Deal hatte sich aber auch sehr gut angehört. Heute sollte ein Frachter der „Chinese Carrier Line“ aus Hongkong kommen und die Ware mitbringen.
Die Ware, hehe, der war gut. Früher bedeutete die Ware immer: Koks, Shit, LSD und so weiter. Aber heutzutage bedeutete Ware etwas viel besseres: Genmaterial.

Ja, viele kleine Metallbehälter, die eingefroren waren und massenhaft Genmaterial enthielten.
Die Ärzte der großen Kliniken bezahlten dafür eine schöne Stange Geld, um an das Zeug heranzukommen. Sie selber durften es ja nicht herstellen, wegen irgendwelchen blödsinnigen Gesetzen, aber der Boss hatte da andere Bezugsquellen.
Ja, Indien, Afrika und andere unterentwickelte Landstriche hatten genug Material zu bieten. Und diese Deppen dort verkauften echt ihr letztes Hemd für ein bisschen Blut.
Manchmal sprang auch das eine oder andere Körperteil dabei raus - der Typ, der es gespendet hatte, konnte dann eben nur noch aus einer Niere pissen.
Aber egal, Hauptsache die Kohle stimmt!

Der Rechner piepte. Eine Mail war angekommen.
„Betreff: Ware ist angekommen. Sofort anrücken!“
Ich lief aufgeregt zu Black, dem Leibwächter vom Boss und sagte ihm, daß die Nachricht angekommen sei.
„Okay, du Penner. Du hast es mir jetzt gesagt und jetzt setz dich wieder auf deinen Hintern. Der Boss wird sich schon melden.“
Black machte dem Boss ein Zeichen. Der bewegte sich langsam auf seiner Luftmatratze zum Ufer.
Ich saß währenddessen auf meinem Stuhl, den Rechner hatte ich zugeklappt, und träumte von Elena. Ja, es war schön, von Elena zu träumen und in meinen Tagträumen malte ich mir all die Dinge aus, die ich mit ihr machen würde, wenn ich morgen wieder zu Hause war. Zum Beispiel tanzen. Aber das war noch die harmloseste von meinen Vorstellungen.

„Mike, schieb deinen Arsch hierher, aber plötzlich !“
Ich fiel fast von meinem Stuhl, so unsanft hatte mich der Boss aus meinen Träumen gerissen. Seine Stimme ließ mir ein weiteres Mal den Schweiß eisig den Rücken herunter laufen.
„Ja Boss, was gibt's?“
„Du packst sofort deinen Rechner ein und dann fährst du zu den Docks, zur Halle mit den Tiefkühlsachen. Dock 30, Nummer 123.!“
„Okay Boss, bin schon weg!“

Ich schnappte mir mein Laptop und schwang mich in den alten Mercedes. Die Strecke zu den Docks kannte ich im Schlaf. Wie oft waren wir schon dort gewesen und hatten unsere Deals abgewickelt.
Der Mercedes schnurrte über die Strasse. Draussen regnete es. „Verdammte Scheiße“, dachte ich. Das wurde wieder einen eisige Partie. Da durfte ich bestimmt wieder in der Tiefkühlhalle stundenlang warten, bis die Bosse ihren Deal ausgehandelt hatten. Aufpassen, jawohl. Ich war eben das Mädchen für alles.
Black war zwar ein guter Leibwächter, aber zu blöd zum scheißen. Er hätte den Rechner bestimmt für ein modernes Schinken-Käse-Toast gehalten und reingebissen. Höchstwahrscheinlich hätte er es vor lauter Goldzähnen noch nichtmal bemerkt.

Vor mir machten sich die Docks breit. Ich lenkte den Benz die Zufahrt entlang.
Dock 27, Dock 28, Dock 29, Dock 30.
Okay, hier war es. Dock 30. Ich bog rechts in die lange Reihe der riesigen Lagerhallen ein. Ganz am Ende der Reihe stand ein großes weißes Gebäude mit einer riesigen Schiebetür, die Frosthalle, wie sie alle sie nannten.
Ich parkte den Benz in einer dunklen Ecke, schnappte meinen Rechner und ging zur Halle. Bevor ich sie betrat, klappte ich den Rechner auf und schaute, ob der Boss noch irgendeine Anweisung hatte.

Pling, da war tatsächlich eine Mail!
„Mike, du postierst dich direkt hinter der Tür zum Hinterausgang. Sieh zu, daß dein Rechner startklar ist, damit wir die Überweisung schnell bekommen.“
Ich überlegte, was das nun sollte. Es war doch eine Geldübergabe in bar geplant, und jetzt auf einmal Überweisung? Naja, der Boss würde schon wissen, was er machte.

Ich ging durch die große Halle und bewegte mich schnurstracks auf den Hinterausgang zu. Ich war noch nicht richtig da, als vorne auch schon Autos zu hören waren.
Es ging los!
Einer nach dem anderen kam herein und sie versammelten sich in der Mitte der Halle um einen Tisch.
Black öffnete einen Behälter, der direkt nach dem öffnen eisigen Nebel entließ. Die Proben, das Dope für die Neureichen!
Sie diskutierten, prüften die Proben und handelten. Das ganze zog sich irgendwie zu lange hin. Ja, viel zu lange. In meinen Kopf schlich sich wieder der Tagtraum von Elena ein. Oh ja, ich würde mit ihr tanzen und dann…!

„Tja mein Freund, Tanzen ist schön. Leider ist Elena dafür aber jetzt etwas zu tot!“ Grinsen im Gesicht.
Ich hatte den Typen nicht kommen gehört. Leider auch nicht die Kugel, die er währenddessen abgefeuert hatte. Wie konnte er meine Gedanken lesen?
Mit was für einem Zeug handelten die da vorne?
Bevor die Kugel meine Lichter endgültig zum erlöschen brachte, sah ich sie nocheinmal: Elena. Und ich begann wieder zu träumen.
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So, fertig. Das macht einen irren Spaß. Wie schon erwähnt, dieser Text wurde „on the fly“ runtergekloppt, ohne viel nachdenken. Das scheint die richtige Nano-Strategie zu sein. Und… ich wusste gar nicht, daß meinem Hirn ein Krimi entspringt!! Interessant.

Hier die nächsten 5 Worte:

Bellen
Segen
Qual
Telefon
schreien

Gartenfee
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Oct 18, 2008 - 23 43

Catweazle,
das liest sich sehr schön flott runter und vom Stil her absolut glaubwürdig und durchgängig.
Haste prima hingekriegt. Und ich glaube das Runterkloppen ist genau das, was bei Nano das tolle für Anfänger ist.
Man ist voller Worte und weiss es gar nicht, merkt aber urplötzlich, wenn man anfängt, dass sie schon da sind und nur warten rauszudürfen.
Mir sind nur zwei DInge aufgefallen, was man aber beides unter künstlerischer Freiheit einordnen könnte. ;>)
Erst schwimmt dein Boss am Meer und alle Körper triefen und auf einmal regnet es im nächsten Satz.
Und dann ist unklar warum Elena plötzlich tot ist. Für mich wirkt das aus dem Zusammenhang gelöst.
Wobei ich das mit dem Gedankenlesen und dem merkwürdigen Zeug wieder klasse finde.

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catweazle02
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Gartenfee wrote:
Catweazle,
das liest sich sehr schön flott runter und vom Stil her absolut glaubwürdig und durchgängig.
Haste prima hingekriegt. Und ich glaube das Runterkloppen ist genau das, was bei Nano das tolle für Anfänger ist.
Man ist voller Worte und weiss es gar nicht, merkt aber urplötzlich, wenn man anfängt, dass sie schon da sind und nur warten rauszudürfen.
Mir sind nur zwei DInge aufgefallen, was man aber beides unter künstlerischer Freiheit einordnen könnte. ;>)
Erst schwimmt dein Boss am Meer und alle Körper triefen und auf einmal regnet es im nächsten Satz.
Und dann ist unklar warum Elena plötzlich tot ist. Für mich wirkt das aus dem Zusammenhang gelöst.
Wobei ich das mit dem Gedankenlesen und dem merkwürdigen Zeug wieder klasse finde.

Danke für die positive Kritik.
Was das regnen angeht, da war während des Schreibens, auf der Fahrt zum Dock auf einmal diese "SinCity"-Stimmung da und bekanntlich regnet es in solchen Filmen sehr oft :-)
Daß Elena tot ist, nun das kam auch superspontan: Mike träumt noch von ihr, sie ist aber schon tot und er direkt danach auch-so kommen sie ja och noch zu ihrem Tanz :-)

Ich hatte während des Schreibens den Wortzähler mitlaufen und so gegen Ende , so ab 950 Wörtern wurde es knapp, da musste ein kurzer Schluß mit Kick hin.
Ich finde es hochinteressant, was da alles zum Vorschein kommt bei einer solchen Übung. Ich wusste gar nicht, daß so viel Zeugs in meinem Kopf steckt...

Gartenfee
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catweazle02 wrote:
Ich hatte während des Schreibens den Wortzähler mitlaufen und so gegen Ende , so ab 950 Wörtern wurde es knapp, da musste ein kurzer Schluß mit Kick hin.

Ja, das ging mir oben auch so. Erst hatte ich keine Geschichte und dann nur Anfang und Ende und zum Schluss war die Mitte so lang, dass ich am Ende wieder straff sein musste.

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Anfaenger
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Die kleine Kirche hatte irgendwann einen anderen Namen gehabt als 'Kleine Kirche', aber das war lange her. Sie stand zwar immer noch im Zentrum der nordeuropäischen Kleinstadt, aber für die wenigsten Leute hatte sie mehr Bedeutung als eine Statue, ein Brunnen oder ein anderer markanter Orientierungspunkt in der Stadt. Touristen von ausserhalb kamen manchmal um Bilder zu machen, aber selbst Messen finden hier nicht mehr statt. Es war nicht einmal so, dass es ein Gesetz, Verbot oder Erlass gegeben hätte diese
Kirche zu meiden. Vielmehr war es so, dass in diesem Land wie in vielen anderen Ländern der sogenannten ersten Welt die Religiösität von Generation
zu Generation abnahm und auch die Kirche in diesem Lande arge Probleme hatte in allen Kirchen regelmäßig Gottesdienste abzuhalten. Die Bevölkerung des Landes hatte damit übrigens keine Probleme und Gott kam nicht vom Himmel herunter um sie zu strafen. Im Gegenteil, der Lebensstandard diese Landes war und ist einer der höchsten der Welt, Lebenserwartung und Alphabetisierung sind erfreulich hoch, die Arbeitslosenquote erfreulich tief. Aber es geht uns nicht um das Land oder um ökonomische Statistiken, es geht um die Kirche, die immer nur noch kleine Kirche genannt wird.

Ein Stadtgerücht ist, dass es in der Kirche spuken würde: dass ab und an zu nächtlicher Stunde Geräusche aus der Kirche dringen würden als ob dort gesungen und gebetet wird. Wenige Leute denken, dass es wirklich Geister in der Kirche gibt, zumindestns wenn man sie danach fragen würde, aber einige Leute nehmen abends lieber einen anderen, längeren Weg als an der Kleinen Kirche vorbeizugehen. Sven gehörte nicht zu der Gruppe der abergläubischen Menschen, daher ließ er sich nach einer Geburtstagsfeier auch nicht davon abbringen den kürzeren Weg an der Kleinen Kirche vorbei zu gehen. Weder seine Freundin Hilde noch seine Freunde Tove und Lars wollten mit ihm diskutieren. Sie wussten bereits wie vergeblich es ist mit einem Menschen zu diskutieren, der einem mehr als 2 Bier voraus ist (keiner der anderen mochte oder vertrug Alkohol wirklich).

Von irgendwoher klang das Bellen eines Hundes, aber ansonsten war die Kleinstadt bemerkenswert ruhig. Plötzlich blieb Sven stehen und behauptete etwas zu hören.

Tove war skeptisch. Hilde hielt es ebenfalls für nichts als eine Halluzination oder einen Witz. Sie gingen daher weiter und als sie sich der Kleinen Kirche näherten merkte auch Tove, dass eine Art Singsang aus der Kirche kam. Es klang seltsam alt und obwohl sie nur einige Laute ausmachen konnte hielt sie es nicht für die Landessprache. Sie sagte erstmal nichts, als sich beim Näherkommen der Gesang aber in der Lautstärke verstärkte, sagte sie doch etwas: "Ich glaube, da hört man wirklich etwas!"

Ihr Freund Lars stimmte ihr zu: "Irgendwas höre ich hier auch. Ich dachte, dass käme von woanders."

Tove bewegte den Kopf: "Das kommt ganz sicher aus der Kirche! Da ist irgendwer!"

Sven gab seinen Kommentar sofort ab: "Das ist sicher ein Geist! Wir sollten nachgucken gehen!"

Hilde schaute ihn entgeistert an: "Nachgucken? Da kann wer weiss wer drinnen sein! Oder wer weiss was. Du bist verrückt!"

Sven schien Gefallen an seiner Idee gefunden zu haben: "Wenn da wirklich ein Geist drinnen ist, dann werden wir ihn fangen und an der Kirchturmspitze aufhängen! Dann weiss jeder, dass es Geister gibt!"

Tove guckte ihn schräg an: "In den Filmen, die Du dir immer ausleihst führst das zu einem Desaster!"

Sven schien dieser Einwand nicht einer Antwort würdig zu sein, dann er bewegte sich langsam und leicht schwankend auf die Kleine Kirche zu.

Hilde schien auch von der Neugier übermannt worden zu sein und sie folgte ihm vorsichtig.

Lars rief nach den beiden. Natürlich hätte er niemals zugegeben Angst zu haben, daher beschwerte er sich über die geringen Temperaturen und mahnte wegen seiner unzureichenden Kleidung zur Eile.

Hilde bemerkte sein Unwohlsein: "Hast Du dein Telefon dabei?"

Er zeigte sein Handy: "Immer doch!"

Sie rief seine Nummer auf ihrem eigenen Handy auf. "Ich werde es bei Dir klingeln lassen sollte ich mittelgroße Gefahr vermuten."

"Und... was ist bei großer Gefahr?"

"Da hörst Du mich schreien!" Sie grinste leicht. "Wir werden uns beeilen, okay?"

"Na gut..."

Danach beschleunigte sie ihr Tempo um zu Sven und Tove (die sich anscheinend auch dazu durchgerungen hatte zu kommen) aufzuschließen und erreichte mit ihnen das Kirchentor. Die Musik war inzwischen gut hörbar. Es schien ein Chor zu sein, der Lieder aus kirchlicher Tradition sang.

Tove versuchte die Tür zu öffnen fand sie aber abgeschlossen vor und zuckte mit den Schultern.

Sven gab nicht so einfach auf: "Das Ding hat einen Hintereingang!"

"Bist Du Dir sicher, Sven?" fragte Hilde.

"So sicher wie das Amen in der Kirche!" sagte er und begann zur Hinterseite der Kirche zu gehen. Es gab keine Fenster, die tief genug waren um wirklich einen Blick in das Gotteshaus zu werfen, aber es schien so als ob ein unheimliches, wechselhaftes Licht sich in den hohen Fenstern brach.

Der Hintereingang war nicht abgeschlossen. Tove bemerkte, dass er nicht einmal wirklich geschlossen sondern nur angelehnt war. So etwas machte ihrere Meinung nach zumindestens höhere Mächte weniger wahrscheinlich, da Geister in den Geschichten und filmen alles mögliche machen, aber nicht Türen
auf und zu. Zudem brauchen sie nicht in das Spukhaus durch eine Tür einzudringen. Aber was war dann in der Kirche los?

Sven lugte durch die Tür und trat dann mit alkoholgestärktem Mut hindurch. Hilde folgte ihm. Tove war die letzte, die in das Kirchenschiff trat.

Der Gesang war gut zu hören, aber in der Dunkelheit konnte man wenig ausmachen. Das und die starken Echos machten es schwierig die Quelle des Klanges zu ermitteln. Die Harmonien schienen aus allen Himmelsrichtungen inklusive Oben und Unten zu kommen. Nach einem Schritt nach vorne sah man allerdings plötzlich das Licht von Kerzen, die von geisterhaften Gestalten getragen wurden. Jede Person hielt eine Kerze und sie alle sangen die Melodien, die man aus der Kleinen Kirche kannte. Die Gerüchte stimmten also.
Aber waren es Geister? Die drei standen dort, gebannt von dem Anblick und nahmen die Szenerie in sich auf. Sven fasste sich am ehesten und nahm sein Handy heraus. Unbemerkt von den anderen bewegte er sich durch einige Menüpunkte. Als plötzlich ein Blitzlicht durch die Kirche schien, fuhren die anderen aus ihrer Trance. Auch die fremden Gestalten schienen verwirrt, setzten aber ihren Gesang fort, wenn auch etwas unsicherer.

Nachdem das Lied beendet war, bewegten sich die Personen in allgemeiner Unruhe zu den Zuhörern. Nun wurde auch klar, weswegen ihre Gesichter kaum sichtbar im Kerzenschein waren: die meisten hatten eine dunkle Hautfarbe. Die erste Gestalt grüßte sie: "Hallo! Kommt ihr zur Chorprobe?"

"Wir haben nur die Musik gehört und wir dachten es seien Geister!"

Die Gruppe lachte. "Wir sind einfach eine Gruppe von Leuten, die sakrale Musik lieben. Es war eine Qual einen Raum zum proben zu finden und da diese Kirche leer steht benutzen wir sie. Es war ein Segen das wir sie gefunden haben!"

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catweazle02
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Hey Anfaenger!
Interessante Geschichte hast du da geschrieben. Danke !
Gib mal 5 neue Wörter für die nächste Geschichte vor.

Anfaenger
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Oops! Habe ich ganz vergessen! Das kommt davon wenn man Texte formatiert und dem Lehrer zuhört.

Erde
Stein
sieben (die Zahl)
Nacht
tippen

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chaosqueen

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Sorry und Asche auf mein Haupt - ich hatte zu meinen Wörtern einen Text mit 80% 8also vier von fünf Wörtern) fertig, und dann kam was dazwischen ... Ich schäm mich und werde mich bemühen, wenigstens am WE mal was zu basteln, ggf. außer Konkurrenz einfach so, weil eure Wörter toll sind. Und so. :-)

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chaosqueen

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Wow - das gefällt mir richtig gut, was Du da so nebenbei ausgespruckt hast! Respekt! Und die Wörter fallen im Text gar nicht auf, fügen sich perfekt ein. :-)

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catweazle02
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Ok, viel Spaß!!
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Erde, Stein, sieben, Nacht, tippen

Die Nacht war schon lange hereingebrochen.
Vor lauter Dunkelheit konnte man kaum etwas erkennen.
Es war wolkenverhangen und der Mond war verschwunden.
Aus meinem Versteck konnte ich „Ihn“ gut beobachten. „Er“ ging langsam über den Friedhof auf die Kirche zu. Es roch nach frischer Erde. Ich konnte Lichter hinter den Kirchenfenstern erkennen. Kerzenschimmer. Wer oder Was war hier am Werk? Und wer war „Er“?
Ich hatte keine Ahnung, aber ich hatte vor, es herauszufinden. Die Gestalt in dem schwarzen Umhang, „Er“, bewegte sich weiter auf die Kirche zu. Das Flackern des Kerzenscheins hinter den Fenstern wurde zunehmend unruhiger.
Was war das?
Ein monotoner Gesang, leise, aber doch durchdringend, war aus der Kirche zu hören. Es hörte sich an, als ob irgendeine geheime Gesellschaft ein Gebet angestimmt hatte. „Er“ hatte jetzt den Friedhof mit seinen uralten Gräbern aus verwittertem Stein hinter sich gelassen und stand vor der Treppe, die zum Kirchenportal führte.
Der Singsang wurde immer durchdringender. Dieser monotone Rhythmus ging mir durch Mark und Bein.
Was passierte hier ?
Eigentlich würde ich auf Vampire tippen, aber das war Unfug. Nicht jetzt und heute, im Jahr Zweitausendundacht.
„Er“ ging die Treppe zur Kirche hinauf und fing seinerseits an, zu singen. Nein, es war kein Singen, sondern eher ein Brummen aus einer uralten Kehle, ja uralt, so hörte „Er“ sich an.

„ieenn...ieennn..“, war alles, was ich verstehen konnte. Ich lauschte genauer hin und aus der Kirche kam, wie als Antwort: „ iieenn...iieennn..“ Was auch immer hier passierte, ich glaubte es nicht. Konnte es gar nicht, denn sowas hatte ich bisher nur in Romanen gelesen. In den billigen Groschen Horrorgeschichten, die ich mir als Jugendlicher immer gekauft hatte. Ich rutschte langsam in meinem Versteck nach hinten. Ganz langsam, um bloß kein unnötiges Geräusch zu machen. Ich hatte keine Lust, entdeckt zu werden. Schon gar nicht von „Ihm“. Nein, mit Sicherheit nicht!
„Ieenn...ieeenn..“. Mit jeder Stufe, die „Er“ die Treppe empor schritt, wurde der Singsang aus der Kirche lauter, gerade so, als ob sie „Ihn“ erwarteten. „Er“ fing jetzt ebenfalls an, lauter zu singen.

„iieebn...ieebnn..“ Es hörte sich irgendwie bekannt an, ich konnte aber trotzdem kein bekanntes Wort heraushören. Die Lichter in der Kirche fingen an, immer hektischer zu flackern und bewegten sich unruhig in dem Raum hin und her.
„Er“ stand jetzt auf der oberen Treppenstufe und sang: „Iiieeebbnn...Ieebeenn..!“ Das Echo aus der Kirche kam prompt zurück. „Er“ streckte die Arme aus und hob sie in den Himmel, als ob er von dort etwas empfangen wollte. Die Kirchentür öffnete sich mit einem hohlen Knarren, als ob das Holz dieses Portals schon uralt wäre und heute zum ersten Mal seit langen Zeiten wieder bewegt würde. Ja, das Holz stöhnte richtig. Es war unheimlich. Ich duckte mich noch tiefer in mein Versteck.
Das Versteck hatte ich mir gut ausgesucht. Es war eine von sieben alten, großen Holzkisten, die gegenüber der Kirche auf einem Hof des Pfarrhauses abgestellt waren. Vermutlich war früher in diesen Kisten Holz oder anderes Zeug gelagert worden, auf jeden Fall bot sie den idealen Unterschlupf. Den Deckel mit seinen beiden Scharnieren konnte ich schließen, denn die alten, trockenen Bretter, aus denen die Kiste gefertigt war, hatten im Laufe der Jahrzehnte - oder waren es Jahrhunderte- genügend Ritzen frei gegeben, um problemlos hindurchsehen zu können. Trotzdem war es mir langsam mulmig zumute und ich hatte das Gefühl, als ob jedes Lebewesen im Universum wüsste, wo ich war. „Quatsch!“, dachte ich mir, daß ist nur, weil ich mich unwohl fühle in diesem Versteck. Hier konnte mich garantiert keiner finden!

„Niieemm..Iieebnn..“. Der Gesang vor der Kirche wurde immer lauter und durchdringender. Es war jetzt ein Ton, der sich dunkel und alt anhörte. Es war, als ob dieser Gesang noch niemals auf dieser Welt gesungen worden war. Erst jetzt fiel mir auf, das in meiner Umgebung kein anderes Geräusch mehr da war. Eigentlich hätte ich hören müssen, wie das Laub raschelt, wie der Wind durch die Ritzen meiner Kiste pfeift; vielleicht irgendwo ein Hund bellt oder eine Katze jault. Nichts! Absolute Stille!
Diese Nacht wurde immer unheimlicher. Jetzt fragte ich mich ernsthaft, was ich hier überhaupt machte. Warum war ich überhaupt hierher gekommen. Nur wegen der seltsamen Münze, die ich vorhin gefunden hatte, als ich auf meinem Weg nach Hause an der Kirche vorbei gekommen war? Sie hatte vor der Treppe gelegen und als ich sie aufgehoben hatte, merkte ich erst, daß da jemand in der Kirche war. Als ich Schritte gehört hatte, suchte ich mir instinktiv ein Versteck und sah eine Reihe mit sieben Holzkisten.
So saß ich nun also in einer dieser Kisten und schaute mir ein Schauspiel an, daß nur einem, wie ich es schon bemerkt hatte, billigen Horrorroman entsprungen sein konnte.

Lauter, grollender, dunkler Gesang, aus einer uralten Kehle war auf einmal zu hören. Jetzt deutlich und klar: „Sieebeen!...Sieebeenn!“. Hörte ich richtig, oder sangen die jetzt etwas von sieben? Was sollte das bedeuten? Sieben? Mmhh..keine Ahnung, aber es hörte sich wie ein Ritual an, dessen Ausgang man am besten nicht wissen wollte.
„Siiieebeenn!!...Sieeebeenn!“ Der Gesang wurde immer lauter. Vor der offenen Kirchentür konnte man, im trüben Schein der Kerzen, sehen, wie sie alle da standen, die Kirche im Rücken und den Blick in den Himmel gerichtet. „Er“ stand vor ihnen, die Arme immer noch in den Himmel gestreckt und wiederholte mit seinem kehligen Grunzen den Gesang: „Siieebeen!...Sieeebeeen!“ Was, um Himmels willen, sollte denn diese blöde „Sieben“ bedeuten?
Noch bevor ich mir darüber größere Gedanken machen konnte, hörte ich neben mir ein hölzernes Knarren. Ich lugte aus einem Spalt und sah, wie die Kiste neben mir sich öffnete.
Ach du Scheiße! Was war das jetzt? Und auf einmal öffneten sich auch die weiteren Kisten mit deutlichem Knarren.
Ich schaute nach vorne zur Kirche und erstarrte: Da standen sie alle, „Er“ hatte die Hand gehoben und deutete in die Richtung meines Verstecks. Und als ob es ein Signal wäre, öffnete sich der Himmel und klares Vollmondlicht überflutete den Platz, auf dem meine Kiste stand.
Aus den anderen Kisten waren seltsame Gestalten herausgeklettert.
„Siieeben!...Sieebeenn!“ Die Gestalten um mich herum stimmten in den Gesang mit ein, mein Versteck war jetzt hell erleuchtet. Jetzt wurde es mir klar: Sieben!
Sieben Kisten!
Und ich saß in der siebten Kiste…. “Seiner“ Kiste!

ChronistinGlowing Halo
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Oct 23, 2008 - 11 07

Hab mir grad den ganzen Thread durchgelesen, Respekt - da sind wirklich ein paar erstaunliche G'schichten dabei! Liebes catweazle, hättest du vielleicht 5 neue Wörter, damit ich es auch einmal probieren kann? (Ansonsten kann ich wohl nur deine Geschichte weiter (alp)träumen...)

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...besucht mich in der Einschicht