Genre: Adventure
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Synopsis: Brüder der Küste
Pirate / Buccaneer Novel (in German).
Port Royal, Jamaica, in 1672. Some years ago, Port Royal provided a safe harbour for privateers plying the shipping lanes to and from Spain and Panama. But time has changed after the 1670 Treaty of Madrid: Spain recognized English possessions in the Caribbean Sea and privateering against Spaniards lost its purpose. A hard time for the buccaneers of the Caribbean Sea, even harder for the mixed English-Dutch of the privateer-ship "Aphrodite", because of the third Anglo–Dutch war.
The buccaneers of "Aphrodite" eventually get a letter of marque granted by the French governor of Tortuga, D’Oregon. But there is a catch: D'Oregon is planing to invade the Dutch colony Curacao ...
Excerpt: Brüder der Küste
Teil 1 – Port Royal
1. Kapitel:
Der „ehrliche Peter“ und die Kaperfahrer
Als die Jolle der „Aphrodite“ am einem der grob gezimmerten Bootsstege im „Chocaleta Hole“ nahe dem Fort Charles in Port Royal anlegte, war es ein heißer Vormittag – heiß selbst für die Tropeninsel Jamaika. Schon der ganze April des Jahres 1672 war ungewöhnlich heiß und windarm gewesen, und der Mai schien es ihm gleichzutun. „Gunner“ John – sein Nachname war, wie unter den „Brüdern der Küste“ üblich, niemandem außer ihm selbst bekannt, und ob er wirklich „John“ hieß, wusste auch nur er alleine – nahm seinen breitkrempigen, mit einer Feder geschmückten Hut ab und wischte sich mit seinem seidenen Taschentuch den Schweiß aus der Stirn. Nach einige Wochen frischem Seewind stank die Stadt wie eine Jauchegrube, fand er. Die reichste Stadt Jamaikas, ja der spanischen See, wahrscheinlich sogar ganz Amerikas – und dennoch war es nichts als ein kleines, dreckiges, ungesundes Kaff, auf eine enge Landzunge gequetscht, mit viel zu engen Gassen und viel zu hohen Häusern. Jedes Mal wenn John nach Port Royal kam überfiel ihn tiefes Heimweh nach den saftiggrünen Wiesen Sommersets.
Ein stämmiger, dunkelhaariger Maat mit pockennarbigem Gesicht, der an Bord nie anders als „der Baske“ genannt wurde, half John an Land. Da war nicht ganz einfach, da John ein Holzbein hatte, mit dem er noch nicht zurecht kam. Die Narben an seinem Beinstumpf juckten so, dass er am liebsten mit allen Fingern zugleich hinneingegriffen hätte. Auf dem winzigen Bootssteg fiel es ihm auch mit der Hilfe seiner Krücke schwer zu stehen, was nicht allein an der Beinprothese lag. Der Steg schwanke, jedenfalls erschien ihm es so, wie ein Schiffsdeck in bewegter See. Er hob sich, krängte über, und schaukelte. Es nützte John gar nichts, dass er wusste, dass das eine durch den langen Aufenthalt auf dem schwankenden Schiff hervorgerufene Sinnestäuschung war und der Steg in Wirklichkeit ruhig fest da lag, er fand trotzdem keinen Halt. Hätte der Baske ihn nicht gestützt, wäre er glatt ins Wasser gefallen.
John ging nun, auf den Basken und seine Krücke gestützt, in Richtung der Lagerhäuser, die beim Fort Walker standen. Ein Mann, der der „kleine Joe“ genannt wurde, obwohl er in etwa die Statur eines ausgewachsenen Braunbären hätte, blieb als Wache im Boot zurück. Ein unbewachtes Boot war, dass zeigte die Erfahrung, in Port Royal meist ziemlich schnell ein gestohlenes Boot. Aber an den muskulösen Armen und harten Fäusten des „kleinen Joe“ kam niemand so leicht vorbei, zumal der bewährte Buccaneer auch noch mit einem schweren Säbel und zwei geladenen Radschloßpistolen bewaffnet war.
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