Jetzt bin ich doch glatt zwei Tage in meinem Text hängen geblieben, weil meine Protagonistin keine Batterien mehr für ihre Taschenlampe hatte. Doof, ist aber so. Sie stand vor dem Eingang zu einem dunklen Keller, aus dem sie unheimliche Geräusche gehört hat und ich hab mich einfach nicht überwinden können, sie ohne Licht die Treppe runtergehen zu lassen. Das macht man einfach nicht, wenn man im Keller einen Gegner erwartet, das wäre ja total blöd. Einfach neue Batterien vom Himmel regnen zu lassen geht in meiner Welt einfach gar nicht, weil ich mich erst ein Kapitel vorher darüber ausgelassen habe, dass die so gut wie nicht mehr zu kriegen sind und dass es ein echtes Drama ist, dass meine Prota keine mehr hat. Und in dieses Dilemma habe ich mich jetzt tagelang so verbissen, dass ich gar nicht dran gedacht habe, dass es ja auch noch andere Lichtquellen gibt. Streichhölzer z.B. Und die kann sie sogar in der Tasche haben, weil sie kurz vorher erst ihren Campingkocher angezündet hat.
Kennt ihr das auch? Dass ihr euch, aller guten NaNo-Vorsätze zum Trotz, plötzlich an so einem Logik-Problem aufhängt? Ich kann gut meinen inneren Lektor davon abhalten, sich über Orthographie, Grammatik und Stil zu sorgen und ich kann prima mit Klischees, langweiligen Beschreibungen oder ungeschliffenen Dialogen leben. Aber meine Charaktere gegen ihre innere Logik handeln lassen, das klappt einfach nicht.
Jedenfalls bin ich froh, dass meine Protagonistin jetzt endlich in diesen Keller kann.
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nov. 8, 2009 - 07 21
Ja, an sowas könnte ich auch manchmal verzweifeln. Da schreibt man schön vor sich hin, freut sich, dass einem alle möglichen netten Details einfallen und plötzlich merkt man, dass man sich mit einem davon voll in eine Ecke gemalert hat, aus der man nur unter Verrenkungen wieder rauskommt.
----------Ich hatte in meiner eigentlichen NaNo-Story anfangs auch so ein Problem, wo ich einfach nicht weiterwußte. Ich hatte es schon mehrfach in der Story ansatzweise erwähnt, aber als es daran ging, die Szene zu schreiben, in der es um die Details ging, fiel mir ums Verrecken nix ein. Ich hab dann in meiner Verzweiflung, um den Wordcount nicht gleich in der ersten Woche ins Bodenlose sacken zu lassen, noch eine andere Geschichte angefangen und 2 Tage lang nur an der weitergemacht. Und siehe da, am dritten Tag wußte ich plötzlich, wie es in der ersten Story weitergehen sollte.
Das Blöde ist jetzt nur, dass ich mich auch in die zweite Story verliebt habe. Ich werde also wohl keine großen Probleme haben, auch dieses Jahr meinen Wordcount zu schaffen, aber ich ahne jetzt schon, dass ich dann am schluss 2 unvollendete Geschichten haben werde. Aber was soll's alles gute ist halt nie beisammen. :-)
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Be proud to be out of your mind and out of control...
- Eminem
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nov. 8, 2009 - 08 02
Tut gut zu hören, dass es anderen auch so geht.
Ich hangele mich diesmal von Szene zu Szene durch. Das heißt ich springe ganz willkürlich, schreibe an den Stellen, zu denen mir was einfällt, oder verfeinere Abschnitte, die ich nur grob skizziert habe. Insgesamt funktioniert das ganz gut.
Die Wortzahl ist mir dieses Jahr auch nicht ganz so wichtig. Was zählt, ist, an der Figur dran zu bleiben.
Gutes Gelingen euch.
----------Wagnerova
Erfahrung ist wie eine Laterne am Rücken, sie beleuchtet nur den Teil des Weges, der schon hinter uns liegt. (Konfuzius)