Portrait de Carora

About the author
Carora
Genre: Literary Fiction
50,155 words so far   Winner!

About Carora

Location: Rosenheim

Home Region:
Europe :: Germany & Austria

Age:15

Favorite novels: Der Liebhaber (Duras), Schloss Gripsholm

Favorite music: Metal allgemein, melancholische, gefühlvolle Lieder und/oder klassische Musik

Non-noveling interests: Tanzen, Lesen, Backen, Kochen

Joined date: octobre 22, 2007

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Sowohl die Narben auf ihrer Haut, als auch die ihrer Seele heilten nur schwer und von mal zu mal schlechter, raubten sie ihr doch Tag für Tag, Schritt für Schnitt mehr ihrer Kraft. Leider war es im Moment mehr denn je die Wärme, die ihr fehlte. Ihren Vater hatte sie durch die Trennung verloren, er war nurmehr ein Mann, der zufällig noch einige Zeit mit ihr unter einem Dach lebte. Ihre Mutter war da, natürlich, doch dies war etwas anderes, eine andere Art der Wärme, als die eines Mannes. Und Christian hatte sie so einfach zurück gelassen, sodass sie nun im Regen stand und fror, während sie vor der Tür einer beheitzten Hütte stand. Die Tür war verschlossen und der Schlüssel vergraben, sie musste ihn irgendwie finden, doch es war wie die Suche einer Stecknadel im Heuhaufen: vergeblich und hoffnungslos.
Sie sehnte sich nach Streicheleinheiten, ein bisschen Zärtlichkeit. Lieben Worten und Nähe, all die Dinge, die ein Mensch brauchte, doch nirgends kaufen konnte.
Irgendwo hatte sie einmal gelesen, dass wir in einer Welt lebten, in der man Liebe kaufen und Gewalt geschenkt bekam und erst jetzt wurde ihr bewusst, wie traurig dieser Satz doch war. Nun fühlte sie, wie es war, niemanden zu haben, dabei hatte sie noch immer Freunde. Nun spürte sie die klaffende Wunde ihres Herzens, die nach Nahrung zehrte und sonst zu zerreißen drohte, wenn es nicht schon längst zu spät war.
Aber was sollte sie tun? Ihre und Christians Zeit war abgelaufen, die Tage ihres Vaters - oder sollte sie besser Erzeuger sagen? - auch.
Sie lebte in einer Welt der Vergänglichkeit, in einer Gesellschaft, in der selbst das Selbstverständliche zur Rarität wurde und man vom Glück geküsst war, es zu finden. Konnte man es sogar behalten, bis zum Tode an sich binden, so war man ein von Gott geküsstes Kind, vielleicht aber hatte man auch einfach einen Frosch geküsst, der zum Märchenprinzen wurde und etwa einmal unter Millionen von Männern vorkam. Und Frauen.
Hatte sie bereits erwähnt, dass sie verliebt war? Schwärmte bis über beide Ohren und im Grunde nicht traurig, sondern wirklich nur einsam war? Sie hing an den alten Zeiten, ihr Verstand hat es begriffen, doch ihr Herz noch nicht verstanden, sodass sie noch immer liebte, was schon vergangen war. Zu Grunde gegangen, nun war sie wieder da, wo sie schon vor 11 Monaten stand, beim Punkt Null.
Ein paar Erfahrungen mehr hat sie nun dabei, stattdessen weniger Hoffnungen, Träume waren geplatzt wie Seifenblasen, andere kamen dazu, wieder andre Wünsche wurden erfüllt, ein Teil davon einfach unangetastet zurück geblieben und noch immer so, wie zuvor.
Die Musik hüllte sie ein wie in ein unsichtbares Band, dass ihr wenigstens ein bisschen Trost gab. Es gab wunderschöne Liebeslieder, die glücklich waren, doch dennoch durch das Moll so wundervoll melancholisch klangen, dass sie ihr Trost spendeten, ohne zu spotten.
Und so saß sie in ihrem Bett wie die Tage zuvor, mit einem Lächeln auf den Lippen und ein Loch in ihrem Herzen.

Carora's Writing Buddies

Harlette Winner!
50,104 / 50,000




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