Genre: Fantasy
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Brief Author Bio: Geboren, aufgewachsen, im Beruf versandet, trotzdem die gute Laune behalten. |
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Synopsis: Dimek
Nach 19000 Wörtern ließ ich "Giella" sausen und begann "Dimek". So kann es gehen.
Die gleichen Ereignisse wie in "Giella", aber aus der Sicht eines - ach nee, verrat ich nicht - beschrieben.
Excerpt: Dimek
Wie Dimek einen Dichter traf
Dimek trat aus dem Wald. Vor ihm senkte sich der Weg steil herunter. Er stand auf dem Endstück des Bergrückens, dem einzigen Platz in der Umgebung der freie Aussicht bot. Er sah auf ein schneebedeckte Ebene, die Felder und Weiden verstecken mochte, denn es waren Raine zu erkennen und schiefe Zäune. In einiger Entfernung stieg Rauch aus mehreren Holzhäusern, die sich umeinander scharten, also ein Dorf bildeten.
„Da liegt ein Dorf“, sagte Dimek.
„Drei Hütten und ne Kuh?“, fragte Großonkel Wenzel.
„Nein, ich zähle an die zwanzig Häuser. Eine Kirche gibt es auch.“
„Das zählt hier schon als Stadt“, schnaubte Großonkel Wenzel.
„Dorf oder Stadt, ist doch egal.“
Die helle Stimme gehörte Piszke, Dimeks Enkel.
„Ist es unser Ziel?“
„Nein“, sagte Dimek.
„Na, dann lass es links liegen.“
„Unfug, hör dich mal um, Junge, man hört immer was Interessantes“
„Babka?“
„Es ist deine Entscheidung, Dimek.“
Wieder schnaubte Großonkel Wenzel.
„Natürlich ist es seine Entscheidung, Marja. Aber lass es uns wenigstens sehen, Junge.“
Dimek schlug den gefütterten Wollmantel zur Seite.
„Pfff, ein Kaff.“
„Hm“, machte Babka, „ganz wie unser Kaff daheim, Wenzel.“
Dimek spürte ihr Lächeln.
„Ach was, Marja, du verlierst deine Erinnerungen. Unser Kaff war ein Schmiededorf. Dort hausen Bauern, das sieht man doch.“
Dimek schlug seinen Mantel wieder zu.
„Ich werde dort keinen Halt machen. Heute ist der Vollmond fast voll, es wird hell genug zum Laufen sein.“
„Warum fragst du uns dann, wenn du eh schon weißt, was du tust.“
Piszke klang wie meist ungehalten.
„Ich habe euch nicht gefragt.“
„He, hat er auch nicht, Rotznase, also gib Ruh.“
„Was hast denn du mir zu sagen, Alterchen? Ich geb keine Ruh und wenn mir danach ist, dann fang ich an zu -“
„Still“, unterbrach Dimek den sich anbahnenden Streit.
Aus dem Wald erklang Hufgetrappel, gedämpft zwar durch den Schnee, aber trotzdem gut zu hören. Mehr als ein Pferd trabte da heran. Dimek ging an die Seite des Weges. Es gab kein Unterholz um sich zu verstecken. Alles war kahl und die Äste waren nicht dicht genug einen Menschen zu verbergen und Dimek war nicht klein. Also wartete er am Wegesrand. Vielleicht würde er übersehen werden, vielleicht nicht. Das würde sich gleich zeigen.
Immer deutlicher wurde das Hufgetrappel, schon war ein kleiner Reitertrupp zwischen den Baumstämmen zu erkennen. Ein Herr mit seinen Dienern entschied Dimek. Da kamen nicht mehr als fünf Männer mit, vier davon führten noch ein Packpferd mit sich. Er stand regungslos am Wegesrand wie ein weiterer Baumstamm und vielleicht wären die Reiter wirklich an ihm vorbei geritten ohne ihn zu bemerken, aber der plötzliche Abfall des Weges zwang die Reiter, die Pferde zu zügeln. Schon hatte einer von ihnen, mit einem dicken Pelz gegen die Kälte gewappnet, den einsamen Wanderer bemerkt.
„He“, rief er an. „Was machst du da?“
Dies musste der Herr sein. Sein Pelz war der kostbarste, sein Pferd das beste, seine Stimme befehlsgewohnt.
„Verzeihung, Herr,“ sagte Dimel langsam und mit starkem Akzent. „Ich spreche die Sprache nicht gut. Ich bin auf den, dem Weg nach Drachenberg.“
„Zu Fuß? Im Winter? Bist du wahnsinnig? Woher kommst du?“
„Von den Inseln.“
„Ah.“ Das klang als erklärte die Herkunft dem Fragenden den Wahnsinn. Die von den Inseln waren für ihr mitunter absonderliches Verhalten bekannt. Der Herr musterte Dimek von oben bis unten. Der war tief in seinem Mantel vergraben, hatte auch die Kapuze übergezogen. Über Kreuz trug er zwei Taschen. Im Grunde brauchte er nichts, aber es beruhigte die Leute, wenn er etwas Habe mit sich herum schleppte.
„In Drachenberg willst du die Krönung sehen?“
„Ja, Herr.“
Dimek hatte von der bevorstehenden Krönung gehört und gab sie seither als Ziel an. Das leuchtete allen, denen er es sagte, ein und sie fragten nicht weiter.
Die Pferde schnaubten und tänzelten teils unruhig.
„Es wird Zeit, dass wir nach Bollach kommen. Hilf uns beim Abstieg und du kannst mit uns dort nächtigen und mir von den Inseln erzählen. Mich interessiert das.“
„ja, Herr.“
„Wie heißt du?“
„Dimek Darwan.“
„Das klingt nicht nach den Inseln.“
„Dimek bin ich hier geworden. Dougal den Darwan war ich auf den Inseln.“
Dimek verbeugte sich.
„Jan Rabenring“, stellte sich der Herr im Pelz mit einem leichten Kopfnicken vor.
„Was willst Du, Herr, von uns für deine Gaben,
Was für die guten Werke, die kein Ende haben?“, zitierte darauf Dimek-
„Was denn, du hast von mir gehört, Mann von den Inseln? Hol mich doch dieser und jener! Aber das hat Zeit. Erst lass uns nach Bollach kommen. Hier, pack mit an.“


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